Gipfel-Euphorie verflogen: Zinsen für Spanien-Bonds steigen deutlich

Die Zinsen für spanische Staatsanleihen sind auf 6,43 Prozent gestiegen. Die Investoren glauben nicht an den Erfolg der Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels. Das Risiko durch die Banken steigt für Spanien inzwischen weiter.

Spanien musste heute bei der Auktion von Staatsanleihen wesentlich höhere Zinsen bieten als noch vor einem Monat. Anleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren wurden zu einem Zinssatz von 6,43 Prozent ausgegeben. Bei der vergangenen Auktion waren es noch 6,04 Prozent gewesen.

Insgesamt nahm Spanien drei Milliarden Euro am Kapitalmarkt auf. Die gestiegenen Zinsen zeigen, dass die Euphorie nach dem EU-Gipfel in der vergangenen Woche wieder verflogen ist. Die Politik hatte damit gerechnet, dass die Beschlüsse des Gipfels es Spanien erleichtern werden, sich über den Kapitalmarkt zu finanzieren. Nun scheint das genaue Gegenteil eingetreten zu sein.

Beobachter gehen davon aus, dass die steigenden Zinsen auch mit der Verspätung einer europaweiten Bankenaufsicht zu tun hat. Bis eine gemeinsame Bankenaufsicht eingerichtet ist, muss weiterhin der Spanische Staat für die Risiken des Bankensektors haften. Dies treibt auch die Zinsen für Staatsanleihen in die Höhe.

Kommentare

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  1. KClemens sagt:

    Na, das ist doch das übliche Prozedere, das wir schon seit 2 Jahren von der „Griechen-Pleite“ kennen.

    Ein paar Tage nachdem sich Frau Merkel vor die Kameras gestellt und vom finalen Rettungspaket geschwafelt hat, geht die Zockerei weiter.

  2. Vanessa_ sagt:

    Ich habe da mal eine Frage, vielleicht kann ja mal jemand antworten?

    Wenn die Schulden der Banken 3 mal so hoch sind wie die Staatsschulden (und die Staaten haben ja die Schulden bei den Banken über Ausgabe von Staatsanleihen), bei wem bitte haben die Banken dann die Schulden?

    • jay twelve sagt:

      Vanessa, die Schulden der Banken sind grobgeschätzt 10x so hoch wie die der Staaten, so genau weiß eben Mangels Transparenz kein Mensch.

      Die enorme Differenz ist dadurch entstanden, dass die Banken sich längst von der Realwirtschaft abgekoppelt, sich selbst zum Finanzindustrie definiert, mit Monopoly-Geld, das aus Luft besteht, im Casino mächtig gesppielt und verzockt haben.
      Die ganze Menschheit bringt etwa 150 Billiarden auf die Wage, die Banken haben ein schwarzes Loch von 1500 Billiarden, der „refinanziert“ werden soll. Das ist das Wunschdenken der Banker, das absolut niemals erfüllt werden kann.

      Genau in diese Erkenntnis steckt auch der Wahnwitz der EU-Euro Polit-Mafia, die besessen davon ist, die Banken um jeden Preis zu „retten“.
      Der schwarze Loch verschluckt alles was in seine Nähe ist, auf niemehr wiedersehen.

      Die Luftgeld-Schulden sind durch „Federstrich“ entstanden und müssen demnach leicht radiert werden.
      Das wäre die Aufgabe der Politiker, die aber extrem korrumpiert, daher erpressbar, unfähig sind die Fenster aufzureißen, damit der Bankerfurz gelüftet wird.
      Was die „Staatschulden“ anbelangt, so wurden die Staatsapparate durch die Banksters samt Lobby vorsätzlich korrumpiert und in die Schuldenfalle überführt.
      Auch diese Schulden sind zu 80% fingiert und dem zukünftigen Generationen angelastet. Darüberhinaus, haben die Staatsapparate das Barvermögen und alle Wertsachen der Bürger, als Garantie bei den Versicherungen hinterlegt.
      Dem Volk. das alles das berappen muss, gehört nicht mal das letztes Hemd, das bekanntlich keine Taschen hat. Es seidenn, das Volk überniemt die Buchführung.

      Alles klar?

      • papperlapap sagt:

        Nö.

        Die ganze Menschheit bringt etwa 150 Billiarden auf die Wage, die Banken haben ein schwarzes Loch von 1500 Billiarden, der “refinanziert” werden soll.

        ??

        • 1984 sagt:

          papperlapap , dann streicht man halt 2 Nullen und fängt von vorne wieder an , das wäre ja nicht das erste Mal . Wäre aber noch lange kein Grund um den EU-Statten ihre Autonomie zu nehmen.

          Und wenn weltweit Staaten gegenseitig Schulden haben , könnte man ja einen Teil verrechnen – nur will man das derzeit nicht und lenkt ab -weil die “ neue Weltordnung“ geplant ist.
          Verrechnen kann die BIZ , dh Bank für internationale Zahlungsausgleich, in Basel – bis jetzt ist die ja noch nicht auf den Plan getreten !?!

  3. Dasein sagt:

    Eurokrise: Staatsverschuldung 1950 – 2011 das dicke Ende kommt noch – Hans Werner Sinn – ifo

    http://www.youtube.com/watch?v=Ui0NOk_lSbU&feature=player_embedded#!

    • dogbert sagt:

      Sehr anschauliche Analyse der Augenwischereien! Kein Wunder, daß er jetzt so vehement angegangen wird.

  4. Dasein sagt:

    Schäubles Kampagne gegen die Wirtschaftswissenschaftler ist das letzte Aufbäumen von Politikern die das Scheitern des ESM nicht realisieren wollen. Wahrscheinlich auch aus Angst das sie alle Rechenschaft für ihre Fehlentscheidungen ablegen müssen und dafür gerade stehen müssen

    Wir das Volk wollen keinen Monsterstaat

    Wir das Volk wollen keinen unantastbaren Governeursrat

    Wir das Volk wollen keine Schuldenvergemeinschaftung

    WIR SIND DAS VOLK!!!!!

    • Richard sagt:

      Naja, was soll Schäuble auch machen?

      Soll Schäuble sich in eine sachliche Diskussion mit auf der Gegenposition stehenden Dutzenschaften von Uniprofessoren einlassen?

      Vielleicht die gleichen Professoren, die auf der Uni seine Klausuren benotet haben?

      Die nageln Schäuble doch argumentativ an die Wand.

      Ein paar Sprüche ablassen, ein paar Allgemeinplätze, ein paar Phrasen – mehr kann er da doch gar nicht mehr machen.

      Fast schon erheiternd ist der Umstand, dass damals schon Finanzminister Waigel sich weigerte, in einen TV-Talkshow zu erscheinen, wenn Prof. Hankel dort mitdiskutiert. Darum sitzen bei Plasberg oder Will bei Eurodiskussionen auch nicht diese Professoren sondern z.B. Costa Cordalis.

      Mit dieser Irrsinns-Politik der Bundesregierung kann man nicht mehr in eine Diskussion mit Uni-Professoren einsteigen.

  5. E. sagt:

    Tjaaaaaa und wenn dienstag tatsächlich den ESM abwürgt geht der Euro noch nächste in die Jagdgründe … Dann kriegen als übergangsweise nationale Währungen um sich zu entschulden …

  6. Dasein sagt:

    Gute Sendung auf 3SAT. Sollten unsere Politiker sich ansehen, bevor sie die Professoren in Grund und Boden reden. Wir Bürger lassen uns nicht mehr belügen und für dumm verkaufen. Wehret den Anfängen. Wir sind das Volk!!!!

    Die Welt auf Pump – Der verschuldete Planet

    http://www.youtube.com/watch?v=xhalnPkxgi4

    • guantanamera sagt:

      Tut mir leid. Der Titel ist gut. Doch der Film thematisiert das Thema sehr schlecht. Er unterstellt uns unterschwellig über unsere Verhältnisse gelebt zu haben. Das ist jedoch die erfolgreichste Lüge des Finanzsektors überhaupt.

      Ohne Schulden gibt es kein Geld. So ist Verschuldung nicht ein Indiz, dass man über seine Verhältnisse lebt, sondern nur, dass man am Wirtschaftsleben teilnimmt.

      Auch Überschuldung ist nicht unbedingt ein Indiz, dass man über seine Verhältnisse gelebt hat, sondern die Auswirkung von Zins und Zinseszins. Die magische Sieben-Prozent-Grenze bei den 10jährigen Staatsanleihen kommt von der Verdoppelung der Schulden bei diesem Zinssatz innerhalb dieses Zeitraums.

      Wer die Verschuldung ernsthaft bekämpfen will, muss das Wesen des Geldes auf seine ursprüngliche Aufgabe zurückführen.

      Dazu bedürfte es einer revolutionären Vernunft, die dem Menschen nicht zu eigen ist. Zuerst kommt der eigene Mikrokosmos, die eigene Karriere, der eigene Vorteil und im fortgeschrittenen Stadium die eigene Gier. Das bedient unser heutiges Geldsystem perfekt.

      • heide preiss sagt:

        „Überschuldung ist nicht unbedingt ein Indiz, dass man über seine Verhältnisse gelebt hat, sondern die Auswirkung von Zins und Zinseszins. Die magische Sieben-Prozent-Grenze bei den 10jährigen Staatsanleihen kommt von der Verdoppelung der Schulden bei diesem Zinssatz innerhalb dieses Zeitraums.“

        da gibt es eine ganz einfache rechenformel, die verzinsung zu berechnen:
        72 : zinssatz. für alle, die ein wenig mit zahlen spielen wollen.

        ein sehr guter beitrag, guantanamera! es hilft tatsächlich anderes geldsystem, aus dieser misere herauszukommen.

  7. Konsequent FÜR Deutschland sagt:

    Es geht von „Rettungsmassnahme“ zu „Rettungsmassnahme“ immer schneller bergab…mittlerweile beträgt die Halbwertzeit noch einige Tage… bis die Märkte auf ihre mittlerweile bekannte Weise reagieren! Weg mit dem T-euro zurück zur D-MARK!!!

  8. jay twelve sagt:

    Zur EU-Bankenaufsicht ein praktischer Gegenvorschlag:
    Nehmen wir an, Sie waren 3 Wochen lang in der Karibik im Urlaub. Dort herrschte Hitze und Sonnenschein, zu Hause Gewitter und Überschwemmung.
    Sie kommen nach Hause und entdecken Keller voll Schlammwasser, die Wände bis zum zweiten Stockwerk durchnässt und von Pilzen befallen.

    Das ist in etwa vergleichbar mit der Finanzkrise der EU-Banken.

    Da Ihre erste Nachbarin Fr. Dr. Merkel, eine gescheite Wissenschaftlerin ist, die ebenfalls mit Schlammwasser, Nässe und Pilzbefall zu kämpfen hat, fragen Sie sie, ob sie eine Idee hätte, mit Pilz und Nässe fertig zu werden?

    Sie schlägt Ihnen eine PILZBEFALL-AUFSICHTSBEHÖRDE vor, die aus den stark gewachsenen PILZKOLLONIEN im Obergeschoss rekrutiert werden soll, die man dazu überreden MUSS, die kontrollierte Pilzzüchtung zu überwachen. Der Schlamm im Keller löst sich von selbst auf.

    Ich sehe Ihr Gesicht, das sich vom Schock in Lachen in einer Nanosekunde verwandelt. Wenn Sie lange und befreiend genug gelacht haben, werden Sie Fr. Merkel sehr umsorgt über ihren Geisteszustand fragen: „Fr. Dr. Merkel, wer hat dieses Verfahren patentiert?“
    Die Antwort: „Auf anraten von Dr. Ackerman, der ein weltweit bekannter Pilzzucht Experte ist, hat der EU-Rat einstimmig beschlossen, dieses Verfahren als Standard zu praktizieren, bis uns die Praxis eines besseren belehrt.“

    Sie schmunzeln, fassen den Mut und antworten: “ Fr. Dr. Merkel, die einzigen die mein Haus vom Pilzbefall und Schlamm befreien können, wäre eine tüchtige Putzkolonne und die erfahrenen Handwerker. Das möchte ich gern auch Ihnen raten.“

    Seid Ihr alle damit einverstanden????

  9. rundertischdgf sagt: