Banken parken ihr Geld trotz Niedrig-Zinsen bei der EZB

Bei den europäischen Banken scheint mittlerweile die pure Angst zu herrschen: Obwohl die Institute nach der Leitzinssenkung fast kein Geld mehr bekommen, legen die Banken ihr Geld immer noch bei der EZB an. Faktisch existiert der Interbankenmarkt nicht mehr.

So hat sich Mario Draghi die Reaktion auf die Leitzinssenkung sicherlich nicht vorgestellt. Anstatt sich das Geld gegenseitig zu leihen, beschlossen die Banken trotz der historischen Leitzinssenkung auch dieses Mal wieder ihr Geld über Nacht bei der EZB zu parken.

Aufgrund der von der EZB durchgeführten Leitzinssenkung vom vergangenen Donnerstag sind die Interbankenzinsen, also die Zinsen zu denen sich die Banken Geld leihen, am Montag weiter gesunken. Der Drei-Monats-Euribor fiel hierbei sogar auf ein Allzeittief von 0,531 Prozent. Interessant ist, dass der Euribor genauso wie der Libor durch Umfragen bei den Banken ermittelt wird. Welche Auswirkungen dies haben kann in Hinsicht auf Manipulationen wird im Moment bei der Affäre um die Britische Bank Barclays und ihren ehemaligen Chef Bob Diamond deutlich (mehr hier).

Am vergangen Donnerstag hatte die EZB alle drei Leitzinsen um 25 Basispunkte gesenkt. Speziell die Herabsetzung der Zinsen auf null Prozent für die Einlage wurde äußerst kontrovers diskutiert, da die Tagesgeldsätze derzeit bereits um diesen Satz pendeln. Des Weiteren sagte ein Händler, dass ab kommenden Mittwoch das Geld billiger wird. Allerdings bliebe abzuwarten wie weit sich die Sätze von der Null entfernen, da auch negative Zinsen durchaus möglich seien.

Wie verunsichert die Banken sind zeigt die Tatsache, dass am Sonntag Anleger übernacht rund 795 Milliarden bei der EZB parkten. Dies stellt im Vergleich zum vergangenen Donnerstag einen Anstieg von 25 Milliarden Euro dar.

Kommentare

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  1. hans-im-glück sagt:

    Vielleicht erinnern wir uns mal daran, dass die sog. „Finanzwirtschaft“ gar nichts erwirtschaftet?

    Also keine materiellen („echten“) Werte schafft?

    Dass nur Menschen und Maschinen wirkliche materielle Werte schaffen können?

    Und dass der Finanzbereich vom Dienstleister und Handlanger der Realwirtschaft sich selbst zum Regenten des gesamten Systems aufgeschwungen hat?

    Und dass auch die Realwirtschaft für den Menschen da sein sollte und nicht umgekehrt?

    Weiten wir also unseren Blick, und lernen wir wieder zu hinterfragen, was uns da so täglich an „Selbstverständlichkeiten“ aufgetischt wird – bezahlen tun wir das alles mit unserer Hände Arbeit allemal!!!

  2. Cecylia sagt:

    Wer die ganze Welt kennt, doch das Eine nicht, dem fehlt alles.

  3. E. sagt:

    Wenn sich Banken über Nacht nicht vertrauen warum sollte ich mein Geld da auch nur 5 min länger belassen als notwendig ( Fixkosten )

  4. bauagent sagt:

    Es geht nun wirklich zu Ende.

    Spaniens Banken laden gerade den kompletten Immobilienschrott, genannt hochwertige Assets, bei ihrer Zentralbank ab. Alleine im Juni nochmal über 62 Mrd.

    Via Target 2 Saldo landen diese Assets als uneinbringliche Forderung dann bei der deutschen Bundesbank. Im Juni stieg der spanische Target2 Saldo auf sage und schreibe € 421 Mrd. €.

    Dabei sind die eigentlichen Probleme in diesem land noch nicht einmal ansatzweise im Blickfeld.

    Ich bin gespannt, ob für diese Katastrophe jemals jemand zur Verantwortung gezogen wird, denn das ist ein Verbrechen an allen europäischen Völkern.

    http://www.querschuesse.de/paukenschlag-target2-saldo-spaniens-bei-408420-mrd-euro/

  5. tomorrow sagt:

    Die Banken bunkern ihre Kohle bei der EZB

    Noch nie war die Arbeitsumgebung für Banken so freundlich wie derzeit. Trotzdem halten sie ihr gegenseitiges Misstrauen aufrecht. Es wird ihnen zu leicht gemacht, ihre „Fehler“ (kommt auf den Standpunkt an), weiter fort zu führen. Die Gelder die bei der EZB geparkt sind und nicht in Europa investiert werden, liegen quasi nutzlos in der Ecke. Ich erwarte nicht, dass die EZB dem Treiben auf Kosten der Allgemeinheit ein Ende setzt. Denn dann würde man das Vertrauen der Märkte aufs Spiel setzen und die Kapitaljongleure würden ihre Habseligkeiten in Boom-Regionen parken.

    Finanzpolitisch mag es in der Sache richtig sein, das Großkapital zu hofieren – ohne Moos ist eben nichts los. Aus ethischer Sicht betrachtet, sind die Menschen, die unter der Last der Finanz“industrie“ leiden, allerdings nur zu bemitleiden.
    Die Allmacht der Investoren ist zur Geißel der Menschheit geworden. Die Lage der Nationen verschlechtert sich zusehends und eine Begradigung dieser Schieflage im Kräfteverhältnis ist mittelfristig nicht in Sicht. Den Banken schadet es nicht wirklich, dafür zahlt der Bürger die Zeche für die weitreichenden Verfehlungen und dafür darf er seiner Staatsregierung zutiefst dankbar sein. Wenn die Regierungen erpressbar sind und nur noch den Schuldendienst in Billionenhöhe vor Augen haben, interessieren sie sich eben nur noch für das Finanzwesen. Die Völker bleiben außen vor – ante portas.
    Das wird sich mit der politischen- und Fiskalunion sehr schnell manifestieren und weiter ausarten.

    Eines Tages gehört den Menschen, nach vollbrachtem Tagewerk, nicht mal mehr der Dreck unter den Fingernägeln. Ein Schelm, wer böses dabei denkt, denn alles wird gut. Fragt sich nur für wen?

    LG tomorrow

  6. Freiberufler sagt:

    Was bei Nullzinsen geschieht (oder besser. nicht geschieht), hat man über Dekaden in Japan beobachten können.

    Wirklich erstaunlich, dass die gescheiterten Rezepte schon wieder nicht funktionieren.

  7. Ausguck sagt:

    War es doch genau jener „interbankenmarkt „, der durch sagenhafte Kreativität, Kredite (Staatsverschuldung) verzehnfachte, daraus „Derivate“ erstellte und jene Sahnehäubchen intern verschob …. bis zum heutigen Tag –

  8. jay twelve sagt:

    Von welche Banken, die bei EZB Geld parken, ist hier die Rede?
    Ein wenig differenzierte zu berichten wäre mir lieber.
    Sind das die gleiche Banken die unbedingt gerettet werden müssen, oder anderen, von den wir noch nichts wissen?
    Wie „parkt“ man Geld, das nicht vorhanden ist, bei EZB die eine EU-Bad-Bank geworden ist?
    War die Berichterstattung letzte 4 Jahre FALSCH, oder die im Vorfeld der Auflösung?
    Wie auch immer eines ist sicher, die Banken trauen sich im jeden Fall nicht über den Weg.
    Wir alle wissen, Geld hat nur so viel Wert, so viel Vertrauen man ihn schenkt.
    Kein Vertrauen= kein Wert= kein Geld.
    Ist das nicht herrlich, Geld hat sich rein verbal in Nichts aufgelöst, alle sind Schuldenfrei, niemand besitzt einen einzigen Cent.
    Die Stunde NULL, wer hätte das gedacht?

    Im Vorfeld der Entscheidung des BVG´s in Karlsruhe, melden sich solcher, die panisch schreien: „Hört, hört ihr Richter, ohne ESM geht die Welt unter“ und sogar die Fr. Däubler Gmelin, sehr moderat meint sie: „Ich bin zwar gegen ESM, jedoch für mehr EU-Parlament, damit dort der König ESM gekrönt wird. Die BRD-GmbH, wo ich im Regierung saß, hat nie existiert.“

    Was verbleibt den Deutschen noch in einem Staat, der als nicht existent verbucht war?
    Die Schulden der Regierungen, die illegal operierten, können nicht per ESM als Schulden des deutschen Volkes verbucht werden.

    Hurra, das Geld hat kein Wert, die BRD war nicht existent, die Deutschen sind frei, oder sie schmoren im Irrenhaus.

    • tomorrow sagt:

      Im Grunde sollte Deutschland als Nichtsouveräner Abfallhaufen der europäischen Geschichte diesen Status legitimieren und die alliierten Mächte dazu auffordern, für ihr nichtstaatliches Konstrukt, die finanziellen Konsequenzen zu tragen.
      Eigentlich gilt das Verursacher-Prinzip, aber wo will man das anwenden? Nie.
      Das ist eben Ursache und Wirkung oder Versuch und Irrtum. Der bescheidene Rest ist Murphy´s Gesetz.

      FG tomorrow :-

  9. guantanamera sagt:

    Es gibt keine sichere Bank mehr. Deshalb gibt es auch keinen sicheren Interbankenhandel mehr. Und da es auch keine sichere Politik gibt, nutzt keine EZB-Entscheidung irgendetwas. Die könnten genausogut die Leitzinsen abschaffen und den Banken die Geldschöpfung komplett überlassen. Es spielt keine Rolle mehr.

    Keine Bank, die ihre Daten nicht fälscht. Keine Bank, der man noch trauen kann. Keine Bankmanager, die eigentlich vor den Kadi gehörten. Und sowas sollen wir mit der Verpfändung unserer Zukunft retten? So viele facepalms kann man gar nicht machen, wie man verzweifeln möchte.

    • otto936 sagt:

      Die Mafia vertraut der Mafia nicht mehr. Sehr bedauerlich. Die Banker wissen eben ganz genau welche Gangstertypen in den anderen Banken sitzen.

  10. Der Forscher sagt:

    Ich wundere mich ein wenig , das hier kein riesiger Bericht über den ESM erscheint .
    Freunde das ist die wichtigste Endscheidung vom Bundesverfassungsgericht die es in naher Zukunft für Deutschland geben wird …..also die unsere Zukunft

    Na ja sollte das Bundesverfassungsgericht für das Volk entscheiden , und es kommt zur Volksabstimmung haben die Medien ja noch Zeit den Horrorfilm zu schreiben das ohne Euro die Welt unter geht ,
    5 Millionen Arbeitslose , Keine Rente mehr , Sozialgeld weg , klar wir verarmen alle usw .

    ALLES BLÖDSINN !!
    Gebt uns die DM wieder , keinen Cent mehr für andere Staaten , dann sollt ihr mal sehen wie Deutschland wieder blüht ……Aber das ist von den Alliirten leider nicht gewollt ..

    • tomorrow sagt:

      Sollte es zur Volksabstimmung kommen, wird die Wahl wie durch „Zauberhand“, ganz knapp für „mehr Europa“ ausgehen.
      Wir Demokraten in Europa brauchen keine internationalen Wahlbeobachter oder den Schutz der Blauhelm-Soldaten, damit alles mit rechten Dingen zu geht.

      Eines sollte klar sein: Wahlen werden hinter verschlossenen Türen zum Ergebnis geführt. Das ist so ähnlich wie kreative Buchführung. Das man mit „freien“ Wahlen, den Leuten das Gefühl geben muss, etwas zu bestimmen, hat Methode. Wenn es nach den Regierungen ginge, wären Wahlen bereits ersatzlos gestrichen und für illegal erklärt.

      Aber was schreibe ich (…). Wenn der Europa-Sack erst mal zu ist, haben die Menschen nichts mehr zu melden. Diesbezüglich meine ich z.B. den Vertrag von Lissabon. Der ESM und Parallelinstitutionen bilden im Gesamtkonzept für die Euro-Staaten einen Flaschenhals, mit dem Ziel einer Einheitsregierung in Brüssel.
      Wir brauchen uns um Demokratie und freie Wahlen keine Sorgen mehr zu machen. Was das Beste ist, entscheiden dann Technokraten-Maschinen.

      FG tomorrow

      • Elli Pirelli (Fine) sagt:

        Da das Politges… NICHT LEGALISIERT auf den fetten Pöstchen hockt – kein gültiges Wahlrecht seit 2008 (sofern es überhaupt mal ein gültiges gab) in dieser Staatssimulation – gibt man sich jedoch den Anschein von Seriosität, indem man sich von den Wählern LEGITIMIEREN lässt, sonst nix!
        Und die Wähler laufen hoffnungsvoll und begeistert zu den Wahl“urnen“ und geben für die nächsten Jahre freiwillig ihre Stimmen ab.
        Danach haben sie nichts mehr zu melden – Pflicht getan, Maul halten!

        Trittin soll Finanzminister werden – schon gehört!?
        Da passt doch dieser (sein) Spruch hervorragend:
        „Deutschland verschwindet jeden Tag mehr, und ich finde das großartig“

    • Merkel ist nackt! sagt:

      Ich traue auch keiner Volksabstimmung mehr. Die Leute, welche auf die Vereinigten Staaten von Europa hinarbeiten, lassen sich nicht mehr aufhalten. Die überlassen auch nichts dem Zufall, die sind besessen von ihrer Idee. Sie werden das durchdrücken, koste es was es wolle. Stossen Sie auf zu großen Widerstand, werden sie nicht zögern, auch einen Krieg anzuzetteln. Menschenleben interessiert die nicht – deren Devise heißt, für uns alles, für alle anderen nichts. Demokratische Strukturen sind denen ein Hindernis und werden einfach weggewischt. Der Mensch zählt nun nicht mehr, es kommt nun die Regierung des Geldes, die Finanzmärkte als absoluter Herrscher der Welt! Den einfachen Menschen wird bald nur noch der Dreck unter den eigenen Fingernägeln bleiben, wenn überhaupt.