Schwache Wirtschaft: Moody’s stuft Italien herab

Italien wurde von der Ratingagentur Moody’s um ganze zwei Stufen herabgestuft – zwei Noten vor dem Junk-Status. Die schwache heimische Wirtschaft und die Zuspitzung der Schuldenkrise in der Eurozone wurden als Grund angegeben. Weitere Herabstufungen sind nicht ausgeschlossen.

Erst kürzlich bemerkte der italienische Premierminister Mario Monti, dass sich sein Land in einem „brutalen Krieg befinde“ und außerhalb Italiens das Vorurteil kursiere, man könne in Italien die Problemen nicht angemessen lösen (hier). Heute so scheint es, wurde Italien in einem ungleichen Gefecht überrascht. Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit des Landes um zwei Stufen herabgestuft. Und der negative Ausblick, den die Ratingagentur gibt, zeigt, dass dem Land noch weitere Downgrades drohen.

Als Grund für das Downgrade gab die Ratingagentur die schwache heimische Wirtschaft Italiens und die sich fortsetzende Zuspitzung der Schuldenkrise im Euroraum an. „Es ist derzeit wahrscheinlicher als noch bei unserem Rating vor fünf Monaten, dass Italien einen weiteren scharfen Anstieg seiner Finanzierungskosten erfahren wird oder gar nicht Marktzugang verlieren wird“, so Moody’s. Deutlich brüchigeres Marktvertrauen, Ansteckungsgefahren, die von Griechenland und Spanien drohen sowie Zeichen dafür, dass die Basis ausländischer Investoren erodiert, nennt die Ratingagentur als Gründe für die höhere Wahrscheinlichkeit.

Die Herabstufung kam nur wenige Stunden vor der nächsten Emission von italienischen Anleihen. Langfristige Anleihen im Wert von 5,25 Milliarden Euro will Italien heute veräußern. Am Sekundärmarkt steigt die Rendite für langfristige Papiere derzeit wieder.

Kommentare

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  1. jay twelve sagt:

    Man kann den Italiener nicht unterstelle, dass sie kein Geschmack für das Feinste des Leben besitzen und sich keine Mühe geben ihr Leben gemütlich-fröhlich zu gestalten.

    Nach 1945 lag Deutschland in Trümmer und im wahrsten Sinne des Wortes ENTMANNT. Die Trümmerfrauen räumten die Schutthaufen, kaum essbares, Hoffnungslosigkeit weit und breit.
    Dann kamen die Italiener und in sehr kurze Zeit wurde es gemütlicher in besiegte Deutschland.

    Stellt Euch lebhaft vor, das Epizentrum der weltweite Trübsinn, der Vatikan, wäre im Bonn angesiedelt. Was wäre dann aus Deutschland geworden?

  2. Heavenshill sagt:

    Merkel forderte 2011 Neue Weltordnung!

    Auf dem Evangelischen Kirchentag 2011: „Souveränität und Rechte abgeben!“
    Merkel wörtlich:

    „Und das ist der vielleicht spannende Schritt, den wir Europäer ja schon gewohnt sind. Wir haben lauter Souveränität an die Europäische Kommission abgegeben. Manchmal sind wir sauer darüber, aber wir haben´s gemacht. Und andere Länder sind daran überhaupt noch nicht gewöhnt.“

    „Wenn man eine wirkliche Weltordnung haben will, eine globale politische Ordnung, dann wird man nicht umhinkommen, an einigen Stellen auch Souveränität, Rechte an andere abzugeben. Das heißt, dass andere internationale Organisationen uns dann bestrafen können, wenn wir irgendetwas nicht einhalten. Und davor schrecken viele Länder noch zurück. Das ist aus meiner Sicht ein wirklich interkultureller Prozess, den wir durchlaufen müssen.“

    Hat sie Ihr Volk gefragt? Ist sie zu solchen Handlungen befugt?

    Aus heutiger Sicht erscheint alles in einem deutlicheren Licht!
    Original auf youtube

  3. MIKEMT sagt:

    Es gibt gewisse gesellschaftliche Kreise, ohne die Italien noch schlimmer dran wären.
    Diese Gruppierungen, die erfolgreich konjunkturunabhängige Geschäfte tätigen, könnten dem Staat unter die Arme greifen.
    Das wäre eine innerstaatliche Angelegenheit und damit für Europa und Deutschkland erledigt.
    Auch der wiedererstarkte Berlsuconi könnte mit seinem Vermögen seinen Landsleuten einen Dienst tun.

  4. Heavenshill sagt:

    Euro-Rettung
    Juncker drängt Verfassungsrichter zur Eile

    DPA
    Euro-Gruppen-Chef Juncker: Verhalten der Karlsruher Richter „nicht hilfreich“
    Ist der Euro-Rettungsschirms rechtens? Karlsruhe will sich Zeit lassen, um diese Frage zu beantworten. Zu viel Zeit, findet Jean-Claude Juncker. Der Chef der Euro-Gruppe fordert im SPIEGEL eine rasche Entscheidung – denn die Lage in Griechenland sei ernst.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/euro-rettung-juncker-mahnt-verfassungsrichter-zur-eile-a-844425.html

  5. Heavenshill sagt:

    Samstag, 14. Juli 2012
    Haftung für Krisenbanken
    ESM-Chef sieht Länder raus
    Die angeschlagenen Euro-Länder könnten laut ESM-Chef Klaus Regling die Haftung für Krisenbanken womöglich umgehen. Seinem Sprecher zufolge widerspricht Regling damit aber nicht Bundesfinanzminister Schäuble. Dieser ist in der Haftungsfrage ganz anderer Meinung.

    http://www.n-tv.de/wirtschaft/ESM-Chef-sieht-Laender-raus-article6732746.html

    • Lilly sagt:

      Dank für den Link.
      War auch im heutigen Handelsblatt zu lesen.

      http://www.handelsblatt.com/politik/international/bankenhaftung-esm-chef-regling-widerspricht-schaeuble/6879704.html

      Und hier noch eine nette Glosse aus Welt-Online von gestern.
      Trifft die Realität ziemlich genau, bzw. das, was noch Realität werden könnte.

      http://www.welt.de/finanzen/article108285556/So-gefaehrlich-kann-der-ESM-fuer-Deutschland-werden.html

      Lesenswert.

      • Anna 1950 sagt:

        Vielen Dank Lilly
        für diesen realistischen, wenn auch atemraubenden Artikel.
        Alles logisch aufgebaut.
        Wieso konnten sich die Abgeordneten die Gesamt-Haftung beim ESM, für die anderen Länder mit, nicht vorstellen? Steht doch im Vertrag!

        Januar 2013, so geschrieben, zeigt sich das Ausmaß der Katastrophe.

        Voßkuhle sollte den Artikel lesen.

        • Anna 1950 sagt:

          Ich habe bei den Öffentlich Rechtlichen angerufen,
          mit der Weitergabe an die Redaktionen, sie mögen sich diesen Artikel, bei Welt- Online, duchlesen.
          ….die Bürger informieren und Herrn Voßkuhle, mit der Verantwortung, nicht alleine lassen.

          Auch wenn ich selber nicht an eine Wende glaube.
          Ich habe mir Holz- und Kohleöfen einbauen lassen.
          Hühner sind schon da.

          Trotzdem, einen schönen Sonntag, Allen.

          • edeltraud sagt:

            Na möglicherweise ist das die Erklärung das man momentan die Seite nicht mehr erreicht? (Stand 15.07. um 21 Uhr …) Ich hab sie glücklicherweise zuvor noch abgespeichert.

      • edeltraud sagt:

        Hallo Lilly

        Habe mit den Genuß den Artikel gelesen und abgespeichert.
        Nun erreicht man den Link nicht mehr …. mal schauen ob das vorübergehend ist??

  6. André Schwaermer sagt:

    Na, bitte, noch eine Abwertung der Rate-Agenturen für Italien und es gibt wieder ein neues Video. Klasse.
    http://uhupardo.wordpress.com/2012/07/14/wollt-ihr-das-totale-sparprogramm/

  7. Karin Jürgens sagt:

    @ Meckerziege
    So denke ich auch. Berlusconi hat noch viel mehr Erfahrung damit, losgelöst von Recht und Gesetz zu handeln, als die übrige europäische Politgemeinde, er sieht die Krise nicht so verbissen, lebt, liebt und genießt gern, ist bei der Durchsetzung seiner Interessen äußerst erfinderisch und skrupellos und er ist ein Steh-auf-Männchen erster Güte. Klar wird er die nächste Wahl gewinnen, er hat den Italienern ja schon signalisiert, daß er sich nur zum Schein auf Reformen einläßt. Mit X+1 Gipfeltreffen wird er sich dann selbstverständlich nicht mehr abgeben, sondern den Euro schlicht und einfach in die Tonne treten, wenn diese Währung seiner Macht und seinem Einkommen schadet. Außerdem hat er ja noch die „ehrenwerte Familie“ hinter sich, die die Plünderung, pardon den Schutz der Bürger nicht der Konkurrenz überlassen wird. Ich denke, daß selbst Monti mit seiner GS-Erfahrung ein Chorknabe ist gegenüber Berlusconi mit seinem Anhang. Nein, gegen so viel Chuzpe haben unsere „Euroretter“ keine Chance, Italien ist einfach eine Nummer zu groß für sie.

  8. Stefan Wehmeier sagt:

    Die bösen, bösen Ratingagenturen! Tatsächlich hätten schon längst sämtliche Staatsanleihen aller Staaten dieser untergehenden Welt auf „Ramsch“ herabgestuft werden müssen, wären die Ratingagenturen nicht genauso abergläubisch wie die „großen Investoren“ und die „hohe Politik“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html