Krise in Spanien: Faule Kredite nehmen weiter zu

Im Mai sind die faulen Kredite in den Bilanzen der spanischen Banken erneut angestiegen. Sie liegen nun bei 155,8 Milliarden Euro. Gleichzeitig setzt sich die Kapitalflucht fort und die Hauspreise sanken erneut.

Die neuesten Daten der spanischen Zentralbank werfen kein gutes Licht auf die finanzielle Lage der nationalen Banken – kurz vor der Abstimmung über das Banken-Bailout im Deutschen Bundestag. Im Mai sind die faulen Kredite in den Bilanzen der spanischen Banken erneut gestiegen. Von 8,72 Prozent im April kletterten sie im Mai auf 8,95 Prozent der gesamten vergebenen Kredite. Das entspricht faulen Krediten in Höhe von 155,8 Milliarden Euro. Zusätzlich dazu sanken die Hauspreise in Spanien im zweiten Quartal dieses Jahres um 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Setzt sich diese Talfahrt fort, werden die faulen Kredite weiter ansteigen.

Die Lage des spanischen Banksektors spiegelt sich aber auch in den Kapitalabflüssen wieder. Die Guthaben, die im Mai auf spanischen Konten lagen, gingen gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,7 Prozent zurück, so die spanische Zentralbank. Credit Suisse schätzt, dass die Kapitalabflüsse aus Spanien insgesamt bei einer Jahresquote von 50 Prozent des BIP liegen.

Kommentare

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  1. DCWorld sagt:

    Man nennt es Rettung für Spanien. Es ist aber eine Rettung für die Banken. Nachdem die Parlamentatier diese „Hilfe“ abgesegnet haben, sind sie in den Urlaub gefahren.

    Wenn die Politik mal was gelöst hätte, dann müsste sie nicht dauernd abstimmen. Aber davon sind wir weit weg.

    Die Krisen werden nicht weniger, sondern mehr: http://www.krisenblick.de/

  2. bendix sagt:

    Warum holt Ihr Alle nicht einfach Eure gesamte Kohle von der Bank? Wer oder was hindert Euch daran? Braucht Ihr Eure Banken? Ich nicht! Nur das nötigste wird auf dem Konto gelassen und keine Eurone zuviel. Die Bankster können machen was Sie wollen, aber nicht mit meiner Kohle. Wenn Du Deinem Feind die Knarre weg nimmst, dann kann er Dich nicht mehr erschießen, oder sehe ich das falsch?

  3. Mitleser sagt:

    Es ist vollbracht!

    Insgesamt votierten diesmal 473 der 583 Abgeordneten, die für die Sondersitzung aus der Sommerpause zurückgekehrt waren, für die Hilfen. 97 waren dagegen, 13 enthielten sich. Auch die meisten SPD- und Grünen-Abgeordneten stimmten trotz erheblicher Bedenken zu.

    Die Linkspartei lehnte die Banken-Hilfen geschlossen ab (Dank an Frau Wagenknecht).

    http://www.tagesschau.de/wirtschaft/bundestagspanienhilfe100.html