Elektromotoren haben enormes Energie-Sparpotential

Eine flexible Drehzahlregelung macht Elektromotoren effektiver. Das Sparpotential aller E-Motoren in der Industrie entspricht etwa dem Energiebedarf von 6,8 Millionen Haushalten.

„Mithilfe von Elektromotoren lässt sich Energie in Höhe des durchschnittlichen Jahresverbrauches von über 300.000 Haushalten einsparen“, fasst Prof. Dr. Rudolf Mecke vom Fachbereich Automatisierung und Informatik der Hochschule Harz die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit zusammen.
Die Details der Untersuchungen stellte er Mitte Juni zahlreichen Experten der regionalen Industrie vor, im Publikum befanden sich auch interessierte Alumni, Studierende sowie Kolleginnen und Kollegen des Wernigeröder Fachbereiches.

„Elektromotoren sind das häufigste Antriebssystem in der Industrie – und sie verfügen über ein enormes Energiesparpotential“, erklärte der Experte. Einer Studie des Zentralverbandes Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) zufolge, könnte durch die Umstellung auf energieeffiziente Drehzahlregelungen Energie für ungefähr 6,8 Millionen Haushalte eingespart werden. Drehzahlvariable Motoren werden durch spezielle Baugruppen, so genannte Frequenzumrichter, gesteuert.

Die Untersuchungen von Prof. Dr. Rudolf Mecke könnten – darauf aufbauend – rechnerisch zusätzliche Einsparungen in Höhe des Jahresverbrauches von 330.000 Haushalten ermöglichen. Bei seinen Berechnungen bezieht sich der Wissenschaftler auf eine Haushaltsgröße von vier Personen und einen Jahresverbrauch von 4.000 kWh. Erreicht würde die Einsparung durch eine intelligente Regelung des Magnetfeldes der Motoren, welche drehzahl- und lastabhängig erfolgt.

Im vergangenen Wintersemester wurde die Idee bereits in Computer-Modellen umgesetzt. „Praktische Tests an 11 kW- und an 132 kW-Energiesparmotoren, die in Zusammenarbeit mit der VEM motors GmbH in Wernigerode durchgeführt wurden, bestätigen diese Ergebnisse“, so der Hochschullehrer.

Auch die Experten aus der Industrie zeigten sich im Anschluss an die Vorstellung der Resultate sehr beindruckt. Besonders die Tatsache, dass die technische Realisierung und die individuelle Ermittlung der Einstellparameter für die Motoren mit relativ geringem Aufwand verbunden seien, traf auf großes Interesse.
„Speziell für Einsatzfälle, bei denen keine hochdynamischen Vorgänge durch die Motoren gesteuert werden, klingt die Idee viel versprechend“, merkte Dr. Peter Ecklebe von der Fest AG Goslar an.

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