Nürburgring: Kurt Beck scheitert wie ein Startup-Unternehmer

Die EU-Kommission verweigert die kurzfristige Rettung des Nürburgrings. Rheinland-Pfalz hatte eine Beihilfe von 13 Millionen Euro beantragt, um Kredite bedienen zu können und eine Insolvenz zu vermeiden. Doch die Kommission hält die Rennstrecke nicht für wichtig genug.

Der Nürburgring ist insolvent. Das Betreiber-Unternehmen, das fast vollständig dem Land Rheinland-Pfalz gehört, kann die Kredite nicht mehr bedienen, die für den Ausbau der Anlage aufgenommen wurden.

Mit einer Rettungsbeihilfe durch die EU-Kommission in der Höhe von 13 Millionen Euro wollte Ministerpräsident Kurt Beck die Insolvenz verhindern. Doch die Hilfszahlung wurde bisher nicht genehmigt. Die Entscheidung über die EU-Beihilfe für den Nürburgring wird nicht mehr vor der Sommerpause der EU-Kommission getroffen. Danach ist es allerdings zu spät, denn die Nürburgring GmbH müsste jetzt Zinsen für einen 330 Millionen Euro Kredit bei der Investitions- und Strukturbank (ISB) zahlen. Mit dem Kredit wurde neben dem Ausbau der Strecke ein angrenzender Themenpark errichtet.

Nun versucht die Politik die Verantwortung für die Pleite der Rennstrecke an die EU-Kommission abzuschieben. Dabei hatte sich bereits früher abgezeichnet, dass die Kommission an der Rechtmäßigkeit einer Beihilfe massive Zweifel haben dürfte: Erst im März hatte die Kommission sogar ein Prüfverfahren gestartet. Gegenstand der Untersuchung sind die 485 Millionen Euro, die das Land Rheinland-Pfalz in den vergangenen Jahren in den Nürburgring investiert hat. Schon zu Beginn des Verfahrens ließen die Wettbewerbsprüfer durchscheinen, dass sie den Nürburgring für keine sinnvolle Infrastruktur-Investition halten, die Hilfszahlungen durch öffentliche Gelder erlauben würde.

Kurt Becks wirtschaftspolitisches Desaster beweist, dass auch erfahrene Politiker oft nicht mehr Sachverstand beweisen als Startup-Unternehmer: Es gehört zu den ersten Regeln, die ein Gründer lernt, dass er sich keinesfalls bei seinen Business-Plänen auf öffentliche Fördergelder verlassen darf, weil diese niemals als sichere Einnahmen eingeplant werden dürfen. Diese schmerzhafte Erfahrung musste erst kürzlich die Solar-Branche machen – auch deren Geschäftsmodell beruhte maßgeblich auf öffentlichen Fördergeldern.

Kommentare

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  1. SchauDa sagt:

    Nicht das dieses „Projekt Freizeitpark“ irgendwie seriös ( so mit Haftung bei den
    Typen die das Unding mit Steuergeldern verbrochen haben ) sei, aber
    man beachte mal die Proportionen:

    Diese Woche haftet Deutschland mit mindestens 30.000 Millionen für ebenso wenig
    seriöse Banken in Spanien – 13 Millionen für unseren eigenen Murks
    DÜRFEN wir nach EU-Beschluss nicht mehr in die Hand nehmen um in
    unserem eigenen Land Arbeitsplätze zu retten.

    Und das ist erst der kleine, kleine Anfang dessen was uns bleibt wenn der
    ESM erst mal wirkt um Deutschland komplett zu schleifen!

    „Ich bin der Geist, der stets verneint! // Und das mit Recht; denn alles, was entsteht, // Ist wert, daß es zugrunde geht; // Drum besser wär’s, daß nichts entstünde. // So ist denn alles, was ihr Sünde, // Zerstörung, kurz das Böse nennt, // Mein eigentliches Element.“ – Vers 1338 ff. / Jean-Claude Mephistopheles oder so …

  2. Heavenshill sagt:

    So sieht die Abgabe von Souberänität aus Herr Beck!

    Alle sie Ja Sager haben dieses mit zu verantworten und der Nürnburgring ist erst der Anfang vom Kahlschlag in Deutschland!

  3. doci sagt:

    Hallo zusammen,

    hier ein interessanter Ansatz

    http://www.egon-w-kreutzer.de/

    …………..

    17. Juli 2012

    08.30 Uhr EU-Privatisierungskeule donnert auf den Nürburgring ….

    ……

  4. Peter G. sagt:

    Unter anderem ist dieses Drama (es gibt noch andere: Schloßhotel Bad Bergzabern, Moselbrücke) der Beweis dafür, dass die Amtszeiten auch von Ministerpräsidenten auf 2 begrenzt werden sollten.Im Fall Beck hat das „unbegrenzte Mandat“ zu einer geradezu peinlichen Selbstüberschätzung des Amtsinhabers geführt, der, gebettet in Parteistrukturen, sich allmählich für unfehlbar hielt. Mit viel Glück ist Deutschland einem Bundeskanzler Beck entgangen.

  5. Gautier Irgendwo sagt:

    Das vermutlich nur aus dem einen Grund, weil diese Rennstrecke eben nur befahren wird….?