Deutschland: Finanzminister kassiert 268 Milliarden Euro an Steuern

Im ersten Halbjahr 2012 sind die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,4 Prozent gestiegen. Wegen der niedrigen Zinsen konnte der Staat zudem eine Milliarde Euro einsparen. Doch die Konjunktur verliert an Fahrt und neue Ausgaben kommen auf den Bundeshaushalt zu.

Wie das Bundesfinanzministerium am Freitag mitteilte, stiegen die Steuereinnahmen von Bund und Ländern im ersten Halbjahr auf 268,2 Milliarden Euro. Das sind 4,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im selben Zeitraum gingen die Ausgaben des Bundes um 1,5 Prozent auf 148 Milliarden Euro zurück, die Kosten für den Arbeitsmarkt fielen um 2,4 Milliarden Euro. Steuerschätzer rechnen für das gesamte Jahr mit steigenden Einnahmen von 596,5 Milliarden Euro.

Allerdings wies das Bundesministerium für Wirtschaft und Finanzen in seinem Monatsbericht darauf hin, dass das BIP zwischen April und Juni deutlich niedriger war als noch im ersten Quartal. Die Bundesbank rechnet mit einer Abschwächung im zweiten Quartal. Dank der gestiegenen Steuereinnahmen könnte es sich der Bund leisten, bis zum Ende des Jahres weniger neue Schulden aufzunehmen.

Doch die unglaublich niedrigen Zinsen für deutsche Anleihen, die teilweise im negativen Bereich lagen, könnten Wolfgang Schäuble dazu verleiten, die Gunst der Stunde und die Unsicherheit der Investoren dazu zu nutzen, um mehr Kredite aufzunehmen. Zumal beispielsweise das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die vorzunehmende Erhöhung der Sozialleistung für Asylanten bereits in diesem Jahr erhebliche Mehrkosten mit sich bringt. Auch sah der neue Haushalt Einnahmen mittels der Finanztransaktionssteuer vor, die allerdings bisher alles andere als kurz vor der Umsetzung steht.

Kommentare

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  1. Ecke sagt:

    Und für wie viel haben sie bisher gebürgt – insgesamt? Na? Da müssen sie aber noch ganz viele Jahre Steuern in dieser Höhe einnehmen.

  2. Bernd das Brot sagt:

    Und niemand fragt, ob der Preis dafür, nicht zu hoch ist.

  3. fan sagt:

    Und wo bleiben all die schönen Milliarden.?

    Schaut euch viele unserer Städte an, wie deren Infrastrukturen vom Staat wie Müll behandelt werden, dann wisst ihr, wo die Milliarden geblieben sind – jedenfalls nicht in Deutschland.

    Bürgerinnen und Bürger, lasst euch nicht länger missbrauchen, euer verdientes Geld soll zunächst in Deutschland bleiben – danach kann man sich immer noch solidarisch verhalten, was Deutschland ohnehin die vielen Jahre getan hat als größter EU-Einzahler von vielen Milliarden.!