Flucht vor Krise: 40.000 Spanier in erster Jahreshälfte ausgewandert

Die hohe Arbeitslosigkeit und die harten Sparmaßnahmen bringen viele Spanier dazu, ihr Land zu verlassen. Auch Ausländer die in der Hoffnung auf Arbeit nach Spanien kamen, um ziehen weiter.

Spanien ist derzeit mit einer der größten Rezessionen in der Geschichte des Landes konfrontiert, die Refinanzierung für den Staat wird immer kostspieliger und die Aussicht auf Arbeit nimmt rapide ab. Die Arbeitslosigkeit liegt derzeit bei rund 25 Prozent – bei den Menschen unter 25 Jahren sogar bei mehr als 52 Prozent.

Derzeit spitzt sich die Lage in Spanien weiter zu. Auch das gerade verabschiedete Sparpaket in Höhe von 65 Milliarden Euro verspricht keine schnelle Lösung der Probleme. Unter diesem Aspekt ist auch die stark gestiegene Emigration zu betrachten, wie das nationale Statistikinstitut mitteilte. In den ersten sechs Monaten diesen Jahres sind 40.625 Spanier ausgewandert. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum eine Steigerung um 44 Prozent. Zusätzlich dazu verließen 228.890 Ausländer, die in Spanien gelebt hatten, das Land.

In den zehn Jahren vor der Finanzkrise 2008 wuchs die spanische Bevölkerung im Gegensatz dazu um gut ein Fünftel auf rund 47 Millionen. Mittlerweile sind viele Menschen in ihre Heimat zurückgekehrt, weil sie in Spanien keine Zukunft mehr sehen – waren sie doch mit der Aussicht auf eine Arbeit und besseren Lebensbedingungen nach Spanien gekommen.

Kommentare

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  1. DK_Jule sagt:

    andere Länder schützen übrigens ihre eigene Bevölkerung, in dem sie Migration nur gegen Auflagen zulassen. Im Ausland bekommt man nach Punkteschlüssel Einwanderungsrechte. In Australien wird 2 Jahre sichergestellt, dass sich derjenige selbst finanzieren kann – solange hat man gar kein Anrecht auf staatliche Hilfen oder Kindergeld. Erst nach dieser Karenzzeit darf man selbst auch mal Hilfen in Anspruch nehmen bei Arbeitslosigkeit etc.. Wer dort Hilfe braucht in dieser Zeit wird ausgewiesen.

    Das macht man unter anderem so, damit man eben nicht Abermillionen an Sozialhilfen auszahlen muss und damit man die Steuern niedriger halten kann. Letztlich profitieren die bereits vorhandenen Bürger davon. Integration ist ganz schön teuer – allein was man an Mehrinvestitionen in Bildung leisten muss — kommt noch hinzu, dass man in diesem Bereich wenig ausgibt, so wie DE, dann wird es übel.

    normalerweise müsste DE viel mehr in diesem Bereich investieren, weil die Bevölkerungsteile hier so groß sind, die Bedarf haben. Verglichen damit sind die reellen Kosten in DE vollkommen unterbewertet!

    in Frankfurt am Main wird in 10 Jahren über 60% bis 70% (sagen manche Bildungsforscher) einen Migrationshintergrund haben. Angesichts dessen müsste massiv mehr in Bildung investiert werden – wird aber nicht. Die echten Kosten sind damit nicht korrekt wiedergegeben.

    die meisten Zuwanderer in DE kommen derzeit aus Osteuropa. V.a. Bulgarien und Rumänien = Roma, die schon seit Jahrhunderten nicht integriert worden –mal sehen, ob DE das hinbekommt. Vielleicht gelingt hier ja, was lange nicht geklappt hat.

    Aber bitte nicht in meinem Bundesland — was ihr da südlich der Elbe macht, ist mir egal.