Sprungbrett Mexiko: Strategische Basis über Amerika hinaus

Mexiko bietet guten Marktzugang zu süd- und nordamerikanischen Staaten sowie nach Asien. Das Steuersystem Mexikos erfordert allerdings eine erfahrene Beratung.

Für Unternehmen, die einen Markt erobern wollen, ist es manchmal ratsam, sich in dessen Nachbarschaft umzusehen. Ein Beispiel dafür ist Mexiko, das sich als strategischer Standort für die Expansion sowohl nach Süd- und Nordamerika als auch nach Asien hervorragend eignet. Neben der günstigen geographischen Lage liegt dies vor allem an dem dichten Netz von Freihandelsabkommen, das Mexiko aufgebaut hat. Mit insgesamt 43 Abkommen decken die Vereinbarungen für Zollvergünstigungen sämtliche Länder ab, die von Mexiko aus gut erreichbar sind. Unter den bevorzugten Handelspartnern sind neben der EU und den USA auch viele Länder des Pazifikraumes.

Neben den Freihandelsabkommen zeichnet sich Mexiko auch durch unternehmensfreundliche Rahmenbedingungen aus: „Die einzigartige strategische Lage nutzt Mexiko als Produzent und Exporteur von qualitativ hochwertigen Gütern. Zudem unterstützt die mexikanische Regierung diese Entwicklung durch Wirtschaftsförderprogramme wie das IMMEX-Programm und PROSEC“, sagt Rechtsanwalt und Lateinamerika-Experte Peter de Pay von Rödl & Partner.

Die wichtigste Branche Mexikos ist die Industrie. Sie macht etwa 38 % der Wirtschaftsleistung aus. Dabei beschränkt sie sich nicht auf den in Mexiko traditionell angesiedelten Autobau. Um sich als Industriestandort durchsetzen zu können, reichen billige Arbeitsplätze längst nicht mehr aus. Mexiko hat dies erkannt und setzt auf Knowhow: „In Mexiko ist das Zusammenwirken von Industrie und Hochschulen sehr ausgeprägt, was in einer vermehrten Anzahl von ,Clusters‘ erkennbar ist“, sagt Peter de Pay.

Das Land ist stark föderal organisiert und von Bundesstaat zu Bundesstaat gelten unterschiedliche Regelungen. Darum gilt bei der Gründung einer Tochtergesellschaft oder einer Niederlassung: „Welche Bundesstaaten für ein Investitionsvorhaben am geeignetsten sind, hängt maßgeblich von der Branche des investierenden Unternehmens ab. Bundesstaaten wie Querétaro, Puebla, Aguascalientes fördern ausländische Direktinvestitionen durch Infrastrukturprogramme und Steuervergünstigungen“, verrät Peter de Pay.

Etwas komplizierter sind die steuerlichen Bestimmungen in Mexiko: „Die größte Herausforderung, wenn man in Mexiko tätig wird, ist sicherlich das sich stetig ändernde Steuersystem in Mexiko. Für ausländische Investoren ohne eine gute Beratung ist es unheimlich schwer, die veränderten Rahmenbedingungen zu verstehen“, sagt Peter de Pay.

Ein anderer Aspekt, den Unternehmer beachten sollten, ist das Arbeitsrecht. Dies ist in Mexiko eher arbeitnehmerfreundlich. Doch die besonderen Bestimmungen beim Arbeitsrecht sind nur ein Problem, wenn Unternehmen ihre gewohnten standardisierten Arbeitsverträge ohne Anpassungen in Mexiko übernehmen wollen. Peter de Pay empfiehlt daher, Arbeitsverträge auszuarbeiten, die auf die lokalen Vorschriften besonders eingehen.

Obwohl Mexiko stark von der etwas angeschlagenen Wirtschaft in den USA abhängig ist, bleiben die Rahmenbedingungen für ein Engagement in dem zentralamerikanischen Land weiter gut: Der Internationale Währungsfonds rechnet in diesem Jahr immerhin mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 % des Bruttoinlandsproduktes. Als positiver Indikator kann auch die Automobilindustrie gesehen werden. Sie baut ihr Engagement in der Region weiter aus.

Kommentare

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  1. Sandra sagt:

    Wirtschaft und Dienstleistung haben sich in den vergangenen Jahren verändert, ohne die digitalen Industrien fehlt dem Standort Deutschland die Zukunftsfähigkeit. Ein interessanter Artikel zu Start-Ups in Deutschland http://www.theeuropean.de/alexander-goerlach/11753-ai-weiwei-und-digitale-start-up

  2. jay twelve sagt:

    Von welcher Art der Marktwirtschaft in und durch Mexiko kann die Rede sein?

    Eine 100% kriminelle Regierung und Business-Gemeinde bietet den abgebrühtesten Ganoven der Welt ein Waschsalon an, sich dort die Unsätze, Profitte und Bilanzen, nach Baron Münchhausen Freizügigkeit waschen zu lassen.

    In diesem Zusammenhang, auch als leuchtende Beispiel, denke ich an das Drogen & Waffenhandel, bei dem die CIA, MI-6, BND und MOSSAD federführend sind.

    Wie abgebrüht, dreist und schamlos ein-e Bundeskanzler-in, Außenminister, Verteidigungsminister, Wirtschaftminister, Finanzminister usw. sein darf, wenn sie mehr als 100.000 junge Soldaten seit 2001 nach Afghanistan entsendet haben, damit dort die Haschisch-Produktion von mehr als 90% des Welthandels frei gedeihen kann.

    Etwa 52 Leichen, 80.000 traumatisierten Soldaten, Abermilliarden Euro sind dort verschwendet worden, damit die übelsten Schurken der Geheimdienste & Banksters reich und mächtig werden können.

    Hat man der Justiz, Juristen, Journalisten, Kriminologen und Publizisten dermaßen Hirn verbrannt, dass sie von der „Strategische Basis über Amerika hinaus“ in Mexiko albern, als handelt es sich hierbei um die Lüneburger Heide?

  3. Richard sagt:

    „Für Unternehmen, die einen Markt erobern wollen,…“

    Angesichts der gesellschaftlichen Auswirkungen wie z.B. in Ländern wie Griechenland sollten wir wohl eher langsam mal darüber nachdenken, ob die Gesellschaft es überhaupt zulassen sollte, dass ausländische Firmen einen Binnenmarkt feindlich übernehmen.

    „Erobern“ eines ausländischen Binnenmarktes bedeutet immer auch ein Arbeitslosmachen der dort in diesem Bereich bereits Beschäftigten.

    „Erobern“ bedeutet i.d.R. dass die Zahl der Arbeitsstellen in dem Land sinkt, da fast nie die Produktion zu 100% in diesen Ländern aufgebaut wird. Eroberung wird für das Land zu Arbeitsplatzvernichtung.

    „Erobern“ heißt mit der Schaffung von Arbeitslosigkeit die Staatsfinanzen zu schädigen.

    „Erobern“ setzt die dortigen Arbeiter in einen Preiskrieg bzgl. der Lohnhöhe mit Kinder- und Dumpinglohnarbeit in der Dritten Welt und zerstört die Einkommen der Menschen.

    Dieses Freihandelsystem des IWF hat schon für genug Kinderarmut, Poor Working und ruinierte Staatshaushalte gesorgt.

    Es ist an der Zeit umzudenken, es ist Zeit für einen Systemwechsel!