Mario Draghi sieht Euro „absolut nicht“ in Gefahr

EZB-Chef Mario Draghi verlässt sich bei der Eurorettung auf die Politik und die Unterstützung der Europäer. Er glaubt, der Euro sei „absolut nicht“ gefährdet. Auch bei den Wachstumsprognosen für die Eurozone widerspricht er den meisten Analysten.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, sieht den Euro trotz des äußerst schlechten Zustandes der Gemeinschaftswährung „absolut nicht“ gefährdet. Dies sagte er in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Monde. Draghi glaubt offenbar, der reine Wille der Politiker und der Wunsch allein, den Euro zu retten, könne die Krise lösen.

Auf die weniger optimistischen Einschätzungen der meisten Analysten hält er offenbar wenig: „Sie lassen das politische Kapital außer acht, das unsere politischen Führer in diese Union investiert haben und die Unterstützung der Europäer“, sagte Draghi im Interview.

Außerdem zeigte Draghi eine etwas eigenwillige Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in der Eurozone. Er rechne mit einem beschleunigtem Wachstum zum Jahresende, die Wirtschaft der Währungsunion sei nicht in Gefahr, in eine Rezession zu geraten. Dies sieht beispielsweise der Internationale Währungsfonds – immerhin der wichtigste Partner bei der Lösung der Eurokrise außerhalb Europas – ganz anders. Er geht davon aus, dass die Wirtschaften der Euroländer in diesem Jahr um 0,3 Prozent schrumpfen werden.

Kommentare

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  1. JensDe sagt:

    Mr. Draghi:
    ‚Den Euro in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf.‘

  2. Heavenshill sagt:

    Es ist doch immer das gleiche wie sich Diktatoren unbeirrt von der Realität mit Schönreden versuchen an der Macht zu halten.

    Alles bestens, alles in Ordnung, wir haben die volle Kontrolle und garantieren für Eure Sicherheit, die wenigen Gegenstimmen sind ggf. Stimmen von Terroristen und Staatsfeinden …..

    Kleiner Blick nach Syrien zeigt wie weit man geht um an der Macht zu bleiben.

    Lehrt aber auch was ein Volk möglicherweise alles tun bzw. durchmachen muss um sich von einer Diktatur zu befreien wenn es um Macht und Geld geht und

    In Europa und in Deutschland geht es um gigantische Summen!

  3. no gez sagt:

    Bei der EU geht es gerade zu wie im Führerbunker im Frühjahr 45.
    Nur noch Durchhalteparolen und blanker Wahnsinn.

  4. Andy sagt:

    „..absolut nicht in Gefahr!“ Kennen wir schon.
    „Die Mauer steht noch in 100 Jahren…“