Ifo-Institut: Griechenland-Pleite kostet Deutschland bis zu 89 Milliarden Euro

Geht Griechenland Pleite und tritt aus der Euro-Zone aus, käme dies Deutschland billiger. Davon geht das Ifo-Institut aus. Der Austritt Griechenlands würde deutsche Steuerzahler demnach 89 Milliarden Euro kosten. Bleibt Griechenland allerdings in der Gemeinschaftswährung, würde es wesentlich teurer.

Schon bevor die Troika ihre Nachhaltigkeitsanalyse abgeschlossen hat, wurde deutlich, dass Griechenlands Bilanz der vergangenen Monate seit der Gewährung des Rettungspaketes katastrophal ausfallen wird. EU-Beamten zufolge wäre sogar ein Schuldenerlass von Seiten der EZB und den Mitgliedsstaaten notwendig, damit Griechenland überhaupt eine Chance hat, aus der Misere wieder heraus zu kommen (hier). Das Ifo-Institut hat nun den vermeintlichen Verlust des deutschen Staates bei einer Pleite Griechenlands berechnet.

Sollte Griechenland zahlungsunfähig werden und aus dem Euro ausscheiden, „müsste die Bundesrepublik Deutschland mit einem Verlust von bis zu 82 Mrd. Euro rechnen“, so das Institut. Verbleibt Griechenland jedoch im Falle einer Pleite in der Eurozone, wäre mit einem Verlust von bis zu 89 Milliarden Euro für den deutschen Staat zu rechnen.

Doch, wie das Ifo-Institut ausdrücklich betont, in den Berechnungen sind die „Abschreibungsverluste deutscher Privatgläubiger wie insbesondere der deutschen Banken und Versicherungen“ nicht berücksichtigt. Vielmehr sind in den Zahlen die „bereits ausgezahlten Beträge aus den beiden Rettungspaketen für Griechenland, die Käufe von griechischen Staatsanleihen durch die Zentralbanken der Euroländer und die Target-Verbindlichkeiten der griechischen Zentralbank (Stand Ende April 2012)“ berücksichtigt, heißt es in dem Bericht. Aber auch die „Verbindlichkeiten Griechenlands aus der überproportionalen Ausgabe von Banknoten und die Forderungen der griechischen Notenbank gegenüber dem griechischen Bankensystem“ fanden Eingang in die Berechnungen.

Hier geht es zu den Berechnungsgrundlagen des Ifo-Instituts.

Kommentare

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  1. Nostradamus sagt:

    Der Herr Baroso hat heute die Griechen besucht – schon 3 Jahre lang war nicht dort – und hat den Griechen empfohlen in der Gemeinschaft zu bleiben.

    Nun ja er hat halt mit der dortigen Regierung gesprochen – solle er doch mal zum VOLKE sprechen !

    Feigling !

  2. Armer Mann sagt:

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/warum-griechenlands-privatisierer-nicht-vorankommen-a-846381.html

    Hafenarbeiter in Griechenland verdienen 100000 Euro im Jahr (bestimmt zum Teil auch noch Steuerfrei).

    Das ist der absolute Wahnsinn was Deutsche Bürger für die Griechen alles Schultern müssen. In Ostdeutschen Werften gibt es vielleicht 7.50 Euro Brutto die Stunde.

  3. Haikubehindert sagt:

    wiederholen Sie diese Rechnung mal mit Spanien 😉