Kasachstan: Rohstoffabkommen erschließt Deutschland neue Märkte

Der Außenhandel der Kaspischen Region steigt rasant an. Kasachstan ist nicht nur als Land für die Rohstoffbeschaffung interessant. Dort sind deutsche Produkte auch stark gefragt.

Die Region um das Kaspische Meer ist wirtschaftlich gesehen äußerst gut in das Jahr 2012 gestartet. Kasachstans Außenhandel ist beispielsweise um mehr als 1/3 gestiegen. Allein im 1. Quartal nahm das Importvolumen um 38,7 % zu. Die Exporte stiegen im selben Zeitraum um 32,7 %. Usbekistan – ein direkter Nachbar Kasachstans – rechnet im Jahr 2012 mit einem Wirtschaftswachstum von 8,2 % des Bruttoinlandsprodukts.

Die Wachstumszahlen sind zwar vor dem Hintergrund zu sehen, dass auch die Länder der Kaspischen Region von der Wirtschaftskrise schwer getroffen wurden. Die Konjunktur fiel im vergangenen Jahr dementsprechend schlecht aus. Dennoch geben sie damit ein deutliches Lebenszeichen von sich. In fast allen Branchen sieht Germany Trade and Invest (Gtai) erhebliche Investitionschancen für deutsche Unternehmen.

Der wichtigste Grund für den Aufschwung in der Region sind die Ressourcen, über die die Länder verfügen: „Die gestiegenen Weltmarktpreise für Rohstoffe haben den Fokus bei der Beschaffung in den letzten Jahren auch auf Kasachstan und seine Nachbarn gelenkt“, sagte Roland Lorenz von Gtai den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Die steigende Nachfrage nach Erzen und fossilen Brennstoffen befeuert auch den Boom von Ländern wie Kasachstan, Usbekistan, Aserbaidschan oder Turkmenistan.

Deutschland hat aus diesem Grund erst im Februar ein Abkommen mit Kasachstan unterzeichnet. Es soll der Bundesrepublik besseren Zugang zu den Bodenschätzen des Landes verschaffen. In erster Linie braucht die deutsche Wirtschaft die metallischen Minerale Kasachstans. Bei den Abnehmerländern stand Deutschland im vergangenen Jahr allerdings nur auf Platz 11. Dies dürfte sich aber schon bald ändern. Weitere Initiativen sollen die Wirtschaftsbeziehungen noch verstärken: „Aktuell wird mit Hochdruck daran gearbeitet, das Abkommen mit Inhalten zu füllen und die Pläne in die Tat umzusetzen“, sagte Lorenz. Umgekehrt will Kasachstan von Investitionen und dem Know-how deutscher Unternehmen profitieren.

Die Möglichkeiten für Unternehmen durch das Rohstoffabkommen sind vielfältig. Vor allem der Maschinen- und Anlagebau ist gefragt. Die Automobilindustrie macht ebenfalls
neues Wachstumspotenzial aus. Dabei soll es nicht um die Lieferung kompletter Autos gehen. Die Zollunion, in der Kasachstan gemeinsam mit Russland und Weißrussland Mitglied ist, erschwert dies. Doch als Standort für Zulieferer der Autohersteller eignet sich Kasachstan sehr wohl. Erst kürzlich investierte auch Usbekistan 300 Millionen US-Dollar in seine Kfz-Industrie. Gtai geht davon aus, dass dies erst der Anfang eines Trends ist, von dem auch die heimische Wirtschaft erheblich profitieren könnte.

Kommentare

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  1. Fine sagt:

    Eine fantastische Stadt, vom Architekten Forster konzipiert.
    Dass dort DE natürlich ganz vorne ansteht, ja anstehen muss, wird leicht verständlich, wenn man mehr über dieses Zauberstädtchen, seine Gründung und Architektur erfährt.

    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2012/07/06/unheimliche-orte-astana-in-kasachstan/

    • Michele sagt:

      Na, die Deutsche haben noch EINEN Gott und keinen heidnischen Sonnen-Gott, allerdings auch dem Gott Mammon huldigend.

  2. Richard sagt:

    Standort für Zuliefererindustrie?

    Was ist los? Sind Polen und Rumänien nicht mehr billig genug?

    Oder ist in Kasachstan die Kinderarbeit noch nicht verboten?

    Sieht aus, als würde die Ausbeuter-Karawane weiterziehen.

    Tja, tut mir Leid, Polen. Habt ihr wirklich geglaubt, die Ausbeuter würden wirklich so lange in eurem Land bleiben, bis ihr höhere Löhne verlangt? Ne, ne, so läuft das Spiel nicht.

    Kennt ihr nicht das Trippel-A der neoliberalen Marktwirtschaft?

    AAA – Ausbeuten, Abzocken, Abhauen.

    • Michele sagt:

      Globalisten sehen keine Grenzen und keine Familienzusammengehörigkeitsgefühl.
      Kein Wunder also, wenn sich die Michels ähnlich verhalten.

  3. Wutbürger sagt:

    Endlich mal Aktivitäten, die D nützen. Hoffentlich wachsen diesmal Handelsbeziehungen, die >100 Jahre halten und nicht wieder, wie vor 70 Jahren, plötzlich vor dem Aus stehen. Die rohstoffreichen hochmotivierten Länder im Osten sind für D viel wichtiger, als die ganzen Bankrotteure westlich und südlich von D. Und ausgerechnet in die Bankrotteure verpulvern die (ruhig was brutales einsetzen) in Berlin das meiste Geld. Wie idiotisch!

    • Michele sagt:

      hi, hi Afrika für Frankreich und Zentralasien für Deutschland. 🙂 🙂
      (falls die Engländer nicht zuvorkommen)

      • Erasmus alias Omnius sagt:

        Die Engländer haben ihren Produktionsstandort schon ruiniert und zocken hauptsächlich an der City of London. Was denkt ihr denn, warum die Ausschreitungen letztes Jahr so eine Dynamik hatten? Wegen einer erschossenen Person, so ein Wirbel zu veranstalten, da Bedarf es schon ein bisserl mehr Frust ! Wer nichts produziert, der braucht auch keine Rohstoffe. Sie verdienen sich eine goldene Nase, an der entsprechend regulierten Bad-Bank € Währung. In diesem Sinne … .

        • Michele sagt:

          Der Wirbel und der Frust sind auch hervorgerufen durch Steuererhöhungen, die sehr hohen Immobilienpreise und die sehr hohen Studiengebühren (Bis zu 9000 Pfund pro Semester)

          Den industriellen Sektor und die englischen Handelsbeziehungen (Commonwealth) würde ich nicht so ohne weiteres abwerten.

          Der Finanzplatz London wirkt international, der Euro hat gegenüber dem engl. Pfund an Wert eingebüßt…

          Es ist immer noch schön in England ein ale zu trinken. Die pubs sind noch belebt, keine toten Hosen wie…(allerdings lebe ich im Süden Deutschlands 🙂 )