Deutschland auf dem Weg zum Leitmarkt für Elektromobilität

Anfang Juli hat in Offenbach einBatterietest-Zentrum eröffnet. Damit wurde die Lücke in der Entwicklung von Energiespeichern binnen kurzer Zeit geschlossen.

Noch vor einem Jahr galt die Entwicklung von Batterien als Schwachpunkt für den Standort Deutschland. Das Know-how für mobile Energiespeicher lag eher in Asien und den USA. Inzwischen hat die Industrie auf diesen Nachteil reagiert. Dem deutschen Verband der Automobilindustrie zufolge sollen in Dresden, München, Münster und Ulm Kompetenzzentren für die Batterieentwicklung entstehen.

Die deutsche Automobilindustrie will sich damit bei der Elektromobilität einen Vorsprung auf ihre Mitbewerber erarbeiten. Ein Wettbewerbsvorteil soll durch herausragende Sicherheitsstandards erreicht werden. Die Sicherheit und Zuverlässigkeit ist ein Schlüsselaspekt im Plan der Autoindustrie, nicht nur Leitanbieter zu werden, sondern Deutschland zum Leitmarkt für Elektromobilität zu machen. Daher hat der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik (VDE) in Offenbach auch ein Zentrum für Batterie- und Umwelttests eingerichtet. Das Testzentrum wurde Anfang des Monats eröffnet.

Die Erkenntnisse aus den Tests in Offenbach sollen deutschen Elektroautos neue Märkte eröffnen. So will man etwa zuverlässige Autos mit Elektroantrieb für den arabischen Raum entwickeln, in dem die klimatischen Bedingungen eine Herausforderung darstellen: „Die neue Einrichtung untersucht nicht nur das Verhalten der Batterie bei möglichen Unfällen, sondern auch, wie sich extreme Bedingungen auf die Bauteile auswirken. So untersuchen wir beispielsweise, wie Batterien auf besonders hohe oder besonders niedrige Temperaturen reagieren“, sagte Melanie Mora vom VDE den Deutschen Mittelstands Nachrichten. Dabei arbeitet der Verband eng mit den Autoherstellern und Zulieferbetrieben zusammen.

Die Automobilindustrie wird in den kommenden 4 Jahren 40 % ihrer Entwicklungsausgaben für die Antriebsforschung in Elektromobilität investieren. Bis zu 12 Milliarden Euro sollen in diesem Zeitraum für die Entwicklung von Elektroantrieben ausgegeben werden. Rechnet man auch Investitionen aus anderen Branchen dazu, könnten es sogar 17 Milliarden Euro sein. Das neue Batterietestzentrum in Offenbach reiht sich damit in ein dichter werdendes Netz zur Weiterentwicklung der Elektromobilität ein und kann als ein weiterer Schritt in Richtung Leitmarkt gesehen werden.

Kommentare

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  1. otto f. krammer sagt:

    Das nennt man die Kuh vom Schwanz her aufzuzäumen, wenn man zuerst ein Batterietestzentrum errichtet, für Batterien, welche man noch garnicht hat, sondern solche Batterien testen möcht, welche andere Länder bereits seit Jahren erzeugen.
    Leider wurde von Deutschland zig Jahre verabsäumt Lithiumzellen zu fabrizieren, was sich nun als eminenter volkswirtschaftlicher Nachteil erweist.
    Meine Fahrtbatterie habe ich nun durch den jahrelangen praktischen Betrieb getestet und weiß was ich mir nicht mehr kaufen werde und was ich demnächst benötige.
    Leider ,mus ich das aus China importieren, da es in Europa keine derartige Lithium- Phosphat-Batteriezellen gibt und wenn solche vielleicht in einigen Jahren doch erzeugt werden, so werde ich bis dahin sicherlich nicht darauf warten, denn der Faktor Zeit ist wesentlich.
    Unser europ. Vorkommen an Lithiumerz in Kärnten ruht den Dornröschenschlaf!