Neue Bazooka: EZB und Fed wollen noch mehr Geld drucken

Obwohl die ersten beiden Tender der EZB die Kreditvergabe nicht ankurbelten, wird die EZB erneut Liquidität auf den Markt werfen. Gemeinsam mit der Fed soll auch der Leitzins gesenkt werden und Anleihen gekauft werden. In Erwartung der neuen Geldpolitik sind die Aktienkurse bereits gestiegen.

Nachdem Mario Draghi vergangenen Monat den Leitzins senkte und erst vor ein paar Tagen eine Intervention der EZB ankündigte, gehen die Finanzmärkte bereits von einem Richtungswechsel in der Geldpolitik der EZB noch in dieser Woche aus. Neben dem Wiederaufnehmen des Anleihekaufs, werden auch eine erneute Leitzinssenkung oder ein neuer Tender unter den Investoren nicht ausgeschlossen. Immerhin ist von den Tendern bisher nichts in der Privatwirtschaft angekommen und das schwächt die Wirtschaft der Eurozone.

Das stärkere Eingreifen der EZB sehen viele Investoren zudem als Grund genug für die Fed, ebenfalls die Geldpolitik zu lockern. Zumal die jüngsten Zahlen eine deutliche Verlangsamung des Wachstums des amerikanischen BIPs zeigten. Außerdem hatte es in der Vergangenheit schon einmal eine gemeinsame Aktion der internationalen Zentralbanken gegeben. Und Großbritanniens Zentralbank entschied sich erst jüngst, den Markt mit weiteren Pfund zu fluten.

„Sie sind am Ende der Fahnenstange und wahrscheinlich auf der Suche nach der letzten Option, die sie durchführen können“, so Michael Feroli, Chefökonom bei JP Morgan und früherer Ökonom bei der Fed. „Man kann nichts ausschließen, weil sie sich winden und versuchen, das letzte rauszuholen, was sie können.“ Am Dienstag beginnt ein zweitägiges Treffen des Fed-Vorstands. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die US-Notenbank erst die Entscheidung der EZB bei der Ratssitzung am Donnerstag abwartet.

Die Aussicht auf eine mögliche Geldschwemme oder andere gravierende Maßnahmen ließ die Aktienkurse am Montag entsprechend steigen. Der FTSE 100, der wichtigste britische Aktienindex stieg bisher um 35,76 Zähler, der Dax um 53,76 Punkte. Der Dow Jones US Total Stock Market Index legte sogar um 274.35 Zähler zu.

Unterdessen sinken entsprechend auch die Zinssätze für langfristige spanische und italienische Anleihen. Italien konnte bei der heutige Auktion von langfristigen Papieren sogar mit deutlich günstigeren Renditen abschließen.

Kommentare

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  1. Heavenshill sagt:

    Retten was noch zu retten ist!

    30.07.2012
    Vermögensschutz Letzte Zuflucht Gold
    von Frank Doll
    Die Zentralbanker brechen alle Regeln der Währungsunion. Immer neue Gedankenspiele zur Rettung des Euro lassen Schlimmes befürchten: Die ausgedehnte Staatsfinanzierung per Notenpresse steht bevor.

    http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/vermoegensschutz-letzte-zuflucht-gold/6927010.html