Londoner Polizei überwacht Olympia-Besucher mit Programm aus Deutschland

Mit einem Programm für Mobiltelefone will die Londoner Polizei für mehr Sicherheit bei den Olympischen Spielen Sorgen. Die App, die den Standort des Telefonbesitzers annonymisiert an die Polizei schickt, wurde in Deutschland mitentwickelt.

Mithilfe einer Smartphone-App kontrolliert die Londoner Polizei die Bewegungen von Menschenmassen während der Olympischen Spiele. Das Programm für Mobiltelefone mit dem Namen „City Police“ sendet Daten über den Aufenthaltsort an die Polizei, die auf Basis der Daten einen besseren Überblick hat und auf die Bewegungen reagieren kann. Die Koordinaten der Handybesitzer werden an einen Server gesendet und für die Polizei auf einer interaktiven Karte dargestellt.

Die von den Nutzern auf freiwilliger Basis übermittelten, anonymisierten Koordinaten werden analysiert und auf einer Karte abgebildet. Die Polizei versendet über das Programm, das sich die Nutzer selbst herunterladen können, auch Informationen über Umleitungen oder Sperrungen. Wie die Entwickler des Programms betonen, würden die Daten „auf freiwilliger Basis übermitteltet“ und anonymisiert.

Der Erfolg des Sicherheitskonzepts hängt allerdings maßgeblich davon ab, wie viele Nutzer tatsächlich bereit sind, ihren Aufenthaltsort freiwillig der Polizei mitzuteilen. Wie dringend eine solche Einrichtung angesichts des teilweise menschenleeren Londoner Stadtzentrums (mehr hier) tatsächlich ist, bleibt fraglich.

Entwickelt hat das Überwachungsprogramm eine deutsche Firma. Im Rahmen des EU-Projektes SOCIONICAL arbeiteten mehrere internationale Institute an der Überwachungs-App. Die Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH hat das System programmiert und die Bedienungsoberfläche gestaltet.

Auch wird „City Police“ kaum exklusiv für die Olympischen Spiele entwickelt worden sein. Die Erfahrungen aus der Premiere bei den Spielen in London könnten allerdings wesentlich zur Verbesserung des Programms beitragen. Die App könnte dann in verbesserter Form bei künftigen Großveranstaltungen oder im konventionellen Dienst eingesetz werden.

Kommentare

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  1. nwo-rebell.de sagt:

    Danke für diesen interessanten Artikel!

    Gleich werde ich einige der hier präsentierten Informationen in meinen Artikel über die Olympiade 2012 in London einbauen:

    http://www.nwo-rebell.de/olympische-spiele-xxx-olympiade-2012-london-zion/

  2. Sozialkritiker sagt:

    Know-How aus Deutschland. Immer vorn mit dabei, wenn es darum geht die Staatsgewalt auszubauen. Ein Volk, das nicht mitdenkt, wird gelenkt. Wie in den 30ern Schritt fuer Schritt zum Gleichschritt .

  3. Rennschnecke73 sagt:

    Wie man die arglosen Menschen bespitzelt, weiß man in Täuschland schließlich am besten!

  4. Dasein sagt:

    Wie kann sowas passieren? Entweder ist der Umgang damit stümperhaft oder so gewollt. Woher wußte der Dieb, dass der Sicherheitschef sein Handy zuhause hatte? Vor allem sind Handys ja überdimensional große Geräte, die jeder sofort findet oder? Dieser Vorgang läßt alle Alarmglocken angehen.

    http://www.sport1.de/de/olympia/olympia_sommer/newspage_595454.html

    Olympia / London 2012
    05.08.2012
    Handy von Sicherheitschef gestohlen

    Bei einem Einbruch ist das Handy von Olympia-Sicherheitschef Ian Thomas mit angeblich sicherheitsrelevanten Daten gestohlen worden.

    Dies meldet der „Sunday Mirror“ unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen.

    Die Ehefrau von Thomas habe den Einbruch schon am Montag bemerkt und die Polizei alarmiert.

    Bei den Ermittlungen gehe man von einer gezielten Aktion aus, da ein nur privat genutzter Laptop sowie eine umgerechnet rund 5000 Euro teure Armbanduhr nach dem Eindringen in die Wohnung unangetastet geblieben waren.

  5. Det70 sagt:

    Wer lädt sich denn freiwillig sowas auf sein Handy und bezahlt obendrein noch selbst den anfallenden Datenfluss?

  6. bate sagt:

    1984 war gestern, Orwell konnte den Überwachungsfaschismus wie er heute herrscht noch nicht erahnen! INDECT sollte uns allen als Warnung gelten!
    Doch was nützt es uns bei all den „Uns geht es doch gut“- und „Ich hab doch nichts zu verbergen“-Schafen…

    > http://www.stopp-indect.info/?lang=de

  7. KClemens sagt:

    Schade, daß es keine Schiedsrichter-App gibt. Die hätte es wohl mehr gebraucht, als eine Überwachungs-App für die Olympiabesucher.

  8. BerndLauer sagt:

    1984 lässt grüssen..