Deutsche Unternehmen fahren Produktion zurück

Die Krise hat die deutsche Wirtschaft definitiv erreicht. Im Juni fiel die Industrieproduktion um 0,9 Prozent gegenüber dem Vormonat. Nach einem kräftigen Plus im Mai sind die auch deutschen Exporte im Juni deutlich um 1,5 Prozent gesunken. Besonders die Nachfrage aus der EU und der Eurozone hat nachgelassen.

Das ist definitiv keine gute Woche für die deutsche Wirtschaft. Nach gefallenen, neuen Aufträgen (mehr hier) teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mit, dass das Produzierende Gewerbe die Produktion im Juni 2012 gegenüber dem Vormonat preis-, kalender- und saisonbereinigt um 0,9 Prozent zurückgefahren hat. Im Mai war  diese sogar noch „leicht aufwärts revidiert um 1,7 % angestiegen“, so das Ministerium.

Im Juni ging die Produktion in der Industrie um 1 Prozent zurück und im Bauhauptgewerbe um 2 Prozent. Die Hersteller von Investitionsgütern drosselten ihre Produktion um 1,6 Prozent,  bei den Vorleistungs- und Konsumgütern gab es ebenfalls einen Rückgang: 0,3 Prozent und 0,9 Prozent.

Aufgrund der Rezession in Europa ist auch die Nachfrage nach deutschen Produkten im Juni stärker gesunken als erwartet. Konnte im Mai noch ein Plus von 4,2 Prozent gegenüber dem Vormonat verbucht werden, so gingen die Exporte im Juni gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent zurück, so das Statistische Bundesamt (Destasis) am Mittwoch. Insgesamt wurden Waren im Wert von 94,6 Milliarden Euro ins Ausland verkauft. Die Importe fielen ebenfalls: um 3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Die eingeführten Waren lagen bei einem Wert von 76,7 Milliarden Euro. „Die Außenhandelsbilanz schloss im Juni 2012 mit einem Überschuss von 17,9 Milliarden Euro ab“, so das Statistische Bundesamt. Kalender- und saisonbereinigt wurde im Juni so ein Außenhandelsbilanzüberschuss von 16,2 Milliarden Euro erzielt. Immerhin – gegenüber Juni 2011 verbuchten die deutschen Ausfuhren ein Plus von 7,4 Prozent.

Grund für die gesunkenen Exporte ist vor allem die geringe Nachfrage aus der EU und der Eurozone gewesen, so Destasis. Gegenüber dem Juni 2011 sanken die Exporte in die EU um 0,5 Prozent (Importe -1,4%) und in die Eurozone sogar um 3 Prozent (Importe -2,8%). An die EU-Länder, die nicht zur Eurozone gehören, stiegen sowohl die Exporte (+4,8%) als auch die Importe (+2,2%). Ein größerer Einbruch der deutschen Exporte wurde vor allem durch die Nachfrage aus den Ländern außerhalb der EU verhindert. In diese Länder stiegen die Exporte im Juni gegenüber dem Vorjahresmonat um 19,8 Prozent.

Kommentare

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  1. Saila sagt:

    Jammern auf einer Ebene, auf welcher es zu jammern nicht lohnt und auch nicht angebracht ist. Abgesehen davon, war damit zu rechnen und die deutsche Industrie hat sich auch darauf eingestellt. Insbesondere das Thema Griechenland wird z.B. bei den Touristikunternehmen seit längerer Zeit insofern behandelt, das bereits die Systeme wieder auf die alte grichische Währung umstellbar ist.
    Also alles in allem nichts bewegendes und vor allem eine erwartete Nachricht.

  2. MIKEMT sagt:

    Wir brauchen mehr Psychiater und Pyschotherapeuten
    – und das nicht nur für die vielen Menschen, die in diesem System krank werden, sondern auch für die Wirtschaft und die Industrie, die bei jedem Husten gleich eine Tubekulose befürchtet und Menschen als Manövriermasse betrachtet, wenn der angestrebte Gewinn nicht erreicht wird.
    Ist es nicht normal, dass in einer Marktwirtschaft das Pendel ständig in Bewegung ist?
    Ist es nicht normal, dass nur dann ein Angebot nachgefragt wird, wenn Bedarf da und die Finanzierung beim Kauf gesichert ist?

    Die Medien tragen außerdem zu dieser Nervosität erheblich bei, in dem sie jede nur so kleine Bewegung im Minutentakt an die große Glocke hängt. Auf Dauer schaltet der Konsument dieser Information ab.

  3. alecks sagt:

    seltsam, der deutsche aktien index klettert und klettert höher, sorry, aber der wirtschaft geht es blendend, von traurigkeit keine spur, das was hier gemeldet wird gibt ein schiefes bild der lage ab, das stimmt so nicht