Ehemaliger EZB-Volkswirt will schwache Länder aus dem Euro werfen

Der ehemalige Chefvolkswirt der EZB, Ottmar Issing, spricht sich für eine Verkleinerung der Euro-Zone aus. Dies wäre weniger schlimm als die Unterminierung der Autorität der EZB.

Ottmar Issing, der frühere Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB) und heute Berater bei Goldman Sachs, sieht die einzige Chance auf eine Übeleben des Euro in einer Verkleinerung der Euro-Zone. Issing sagte dem Sender CNBC: „Der Euro an sich muss nicht gerettet werden. Gerettet werden muss die Stabilität des Euro und der Euro-Zone. Die Herausforderung, der sich Europa gegenübersieht ist die Frage, wieviele Staaten am Euro teilnehmen können.“

Issing sagte, dass es ein Fehler gwesen sei, so viele Staaten im Euro aufzunehmen. Aber das sei nun „verschüttete Milch“. Das Problem bestehe darin, dass die Annahme, das niemand den Euro verlassen könne, als „Einladung zur Erpressung“ angenommen werden.

Die Folgen eines Aufbrechens der Euro-Zone wäre zwar „ein größeres Desaster“. Aber die Alternative sei noch schlimmer: nämlich eine Währungsunion, in der die EZB ihre Autorität verloren habe. Es sei falsch, wenn die EZB interveniere, eine Monetisierung der Schulden „darf nicht passieren“. Wenn die EZB ihre Autorität verliere und die Staaten in der Folge weiter ungebremst Schulden machten, wäre dies ein „Horror-Szenario“.

Kommentare

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  1. marcus regenberg, Krefeld sagt:

    Wir benötigen einen Kleinststaat ( BADStaat (mit BadBank)) für unsere „Abfälle“ !
    Da können wir dann alle toxischen bzw. wertlosen und korrupten Menschen et cetera hin auslagern. Schade, dass das wohl nicht möglich ist 😉
    Beste Grüße, marreg

  2. John sagt:

    Teile und Herrsche das alte prinzip, wir sollten erstmal diese Verbrecher einsperren dann würde sich vieles von selbst lösen und ja jedes land braucht seine eigene Währung, aber dass ziel ist ja die weltwährung dann gehts uns allen besser,ist klar oder!?

  3. khaproperty sagt:

    Er ist doch nur noch einen Schritt von dem Wahren, Schönen, Guten und Richtigen entfernt:
    Der Rückabwicklung des Euro in nationale Währungen zur Stärkung Europas in seiner ganzen Vielseitigkeit, in der seine wahre Stärke liegt.

  4. Harris sagt:

    Streng genommen müsste die Euro-Zone nicht um ihre schwächsten Mitglieder verkleinert werden, sondern um ihre Stärksten. Deutschland, Finnland, Österreich und die Niederlande sollten raus aus dem Euro und ihre alten Währungen wieder einführen. Gulden und Schilling waren sowieso an die Mark gebunden, das könnten die Länder wieder tun, und man hätte zwei etwa gleich starke Währungsblöcke in Europa: Das neue Mark-Gebiet und die verkleinerte Eurozone. Letztere könnte ihre Probleme relativ einfach über eine verstärkte Inflationspolitik lösen, Frankreich hätte nichts zu meckern, weil es trotz des Vorhandenseins einer Mark in Europa faktisch der Herr über eine fast ebenso starke Währung wäre, damit nichtmehr an Zinsentscheidungen der Bundesbank gebunden wäre, was bekanntlich einer der Hauptgründe für die Forderung aus Frankreich nach der Währungsunion war, und es könnte wieder bergaufwärts gehen mit diesem Kontinent.

    Aber ich mache mir da nichts vor. Passieren wird das eh nicht. Passieren wird eine Entrechtung und eine Enteignung Deutschlands und der anderen zahlungsfähigen Länder der Währungsunion über den ESM. Und unkontrolliert zerbrechen wird die Währungsunion trotzdem, genau zu dem Zeitpunkt, an dem es in Deutschland und anderswo kein Geld mehr zu holen geben wird. Dann haben wir tatsächlich Chaos.