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Griechenland: Troika will mehr Zwangsversteigerungen bei säumigen Schuldnern

Bis Ende 2012 läuft in Griechenland das Verbot, Immobilien, deren Hypothekenschuld sich auf bis zu 200.000 Euro beläuft, unter den Hammer zu bringen. Doch die Troika übt nun massiven Druck auf die griechischen Banken aus, das Verbot aufzuheben. 100.000 Immobilien könnten unter den Hammer kommen. Tausende ihr Eigenheim verlieren.

Die faulen Kredite in den Bilanzen der griechischen Banken sind hoch. Wie die griechische Zeitung Ta Nea berichtet, mischt sich nun jedoch die Troika ein. So soll die Troika massiven Druck auf die griechischen Banken ausüben und auf Zwangsversteigerungen drängen. Derzeit gibt es in Griechenland ein Verbot, Auktionen von Immobilien mit einer Hypothekenverschuldung von bis zu 200.000 Euro durchzuführen. Bis Ende 2012 gilt dieses Verbot, das eigentlich verlängert werden soll.

Die Troika möchte aber durchsetzen, dass das Verbot nach 2012 nicht weitergeführt wird und würden so die Banken zu Zwangsversteigerungen von Immobilien zwingen, berichtet Ta Nea. Ziel sei es, die Preise am griechischen Immobilienmarkt zu senken. So könnten schon 2013 etwa 100.000 Immobilien unter den Hammer kommen und deutlich unter ihrem Wert über den Tisch gehen. Tausende Griechen, die derzeit aufgrund der Krise ihre Hypotheken nicht begleichen können, würden dann zusehen, wie das, was sie ihr Eigen nannten, verscherbelt wird. Diese Menschen würden vor die Tür gesetzt werden und am griechischen Immobilienmarkt könnte dies einen freien Fall der Preise auslösen.

Die griechischen Banken versuchen indes, diese Entwicklung zu verhindern, und arbeiten an zwei möglichen Lösungen, so der blog keeptalkinggreece.com. Ein Szenario basiert auf dem britischen Modell, das erlaubt, die Kreditlaufzeit auf 40 Jahre auszuweiten. Auf diese Weise könnte die Höhe der Hypothekenabzahlung auf das Niveau einer Miete gesenkt werden, ohne den Wert der Immobilie zu senken. Sollte sich die wirtschaftliche Lage der Kreditnehmer verbessern, hätten sie dann auch die Möglichkeit, die Laufzeit ihrer Hypothek zu verringern oder die Hypothek vorzeitig ohne Strafe zurückzuzahlen. Die andere Alternative, an der gearbeitet wird, ist, dass die Banken Eigentümer der entsprechenden Immobilie werden. Die ursprünglichen Besitzer könnten dann im Haus bleiben und Miete an die Bank zahlen. Ob die Troika dies zulassen würde ist allerdings im Falle Griechenlands sehr fragwürdig.

Kommentare

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  1. tirol jäger sagt:

    Ich bin überzeugt davon, dass die Elite von Griechenland ein falsches Spiel betreibt.
    Es ist offiziell bekannt, dass latente Ölvorkommen, seltene Erden und Edelmetalle
    dem Land viel Wohlstand gewähren (könnte). Als Buchhalter kann ich nur sagen, dass die Griechen hier ein sehr durchdachtes Manöver im Sinn haben. Sie zocken uns jetzt nur noch aus was das Zeug hält und dann gehen sie in Konkurs. Anschliessend zapfen sie ihre Ressourcen an und lachen wieder was das Zeug hält.

  2. Rosanna sagt:

    Noch nicht gemerkt? Griechenland soll pleite gehen! Wenn sie es nicht selber „schaffen“, wird eben nachgeholfen! Dabei hätten die Hellenen soviel Gold, Öl und Gas, dass sie ihre Schulden gleich mehrfach innert kürzester Zeit begleichen könnten. Aber das ist nicht gewollt. Darum dieses Theater und die scheinheiligen Konferenzen und Gipfel!
    Die Troika ist der Grabschaufler der Griechen. Die Griechen werden so schneller zum Drittwelt-Land, als mancher bisher gedacht hat.

  3. saito sagt:

    Es geht nicht um die Griechen, sondern darum daß die Banken keine Verluste machen.

    Die Griechen selbst sind schlau genug, lassen ihre Schulden von den anderen Europäern zahlen und vertrauen darauf, daß sie ja immer noch ihre Goldreserven nicht angetastet haben und die bedeutenden Gas- und Ölvorkommen ihnen nach Ende der europäischen Zahlungswilligkeit genug Geld in die Kasse spülen werden.
    Dazu ein schöner Artikel bei KOPP-Verlag.
    Man kann sich auch einmal den Verlauf der Lateinischen Münzunion betrachten. Auch da spielte Griechenland eine ähnliche Rolle wie heute und mußte rausgeworfen werden.
    Dahinter standen damals US-Banken, genau wie heute.

    mit freundlichen Grüßen

  4. Freigeist sagt:

    Die Troika soll den griechischen Beamtenapparat halbieren, dem stimme ich zu.
    Völlig falsch ist es jedoch, nicht wenigen Leuten ihre Wohnungen zu nehmen. Die EZB sollte mit einem Sonderkreditprogramm und 1 % Zinsen, Laufzeit 15 Jahre, den Markt stabilisieren.
    Bei 200.000 Euro Kredit sind 1 % Zinsen nur 2.000 Euro im Jahr, also im Monat nur 166,66 Euro. Manche Familie kann dann Sonderdilgungen leisten und vielleicht so die Wohnung behalten. Die Wertvernichtung von Immobilien kleiner Leute ist kein Wirtschaftsprogramm, liebe Leute.