Manipulations-Verdacht: Rating-Agenturen sollen Schrottpapiere falsch bewertet haben

Anleger der Investmentbank Morgan Stanley haben durch Geschäfte mit faulen Krediten massive Verluste erlitten. Die Anleger werfen S&P und Moody's vor, die Schrottpapiere zu positiv bewertet zu haben. Nun müssen sich die beiden Rating-Agenturen deshalb vor Gericht verantworten.

Die Rating-Agenturen Moody’s und Standard & Poor’s müssen sich vor Gericht für Betrugsvorwürfen verantworten. Den beiden Agenturen wird vorgeworfen, Finanzprodukte der Investmentbank Morgan Stanley irreführend bewertet zu haben.

Die Anlagenpakete, die Morgan Stanley an Investoren weiterverkaufte, basierten auf faulen Krediten. Nun hat ein Gericht den Antrag der Ratingagenturen abgelehnt, das Verfahren einzustellen. Dies berichtet der Nachrichtendienst Bloomberg.

Bereits im Jahr 2008 hatten Anleger aus den Arabischen Emiraten und den USA gegen die falsche Risikobewertung der Morgan Stanley-Papiere geklagt. Sie vermuten, die Investmentbank hätte die Rating-Agenturen dazu gebracht, die Wertpapiere zu positiv zu bewerten.

Die Richterin begründete ihre Entscheidung, den Fall weiter zu verfolgen, mit der überzeugenden Beweislage. Unter anderem hätten die Kläger Nachrichten vorgelegt, in denen sich zwei Mitarbeiter von Standard & Poor’s über die Bewertung der betroffenen Schrottpapiere unterhielten:

„Das Geschäft ist lächerlich. Wir sollten es nicht bewerten“, schrieb einer der beiden S&P Analysten. Darauf antwortete sein Kollege: „Wir bewerten alles“. „Es könnte von Kühen zusammengestellt worden sein und wir würden es bewerten“, schloss der erste Mitarbeiter den Mail-Verkehr.

Kommentare

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  1. Wesserbesser sagt:

    Hallo,

    nix für ungut, aber: Anelger, Investmentbankd, Analgenpakete…

    Ich finde, dass eigentlich ein wenig unverschämt gegenüber dem Leser..

    Trotzdem eine gute Seite.

    LG

  2. Saila sagt:

    Das ist nur ein Beispiel, was bei Rating-Agenturen so los ist. Würde man den Hinweis haben und den Verdacht, das Negativ-Rating’s gegen EU-Staaten bewußt vorgenommen wurden, ohne das es tatsächliche Gründe gibt für mehrere Herabstufungen, wären diese Saftläden (von der US-Regierung gesteuert) Vergangenheit!

  3. Bismark sagt:

    Neuerscheinung und ganz gutes Buch:

    Jesus, der Kapitalist
    das christliche Herz der Marktwirtschaft

    http://www.m-vg.de/mediafiles/article/pdfdemo/978-3-89879-711-5.pdf

    gruss, Bismark