Moody’s: Italien hat zu wenig Strukturreformen durchgeführt

Das wirtschaftliche Ungleichgewicht in der Eurozone hat bereits abgenommen. Bis allerdings ein Gleichgewicht zwischen den Staaten der Eurozone geschaffen ist, wird es noch Jahre dauern, glaubt die Ratingagentur Moody's. Vor allem Italien hat noch deutlichen Nachholbedarf.

In ihrem neuesten Bericht zur Eurozone warnt die Ratingagentur Moody’s davor, dass noch viel zur erfolgreichen wirtschaftlichen Anpassung der Wirtschaften der Eurozone unternommen werden müsste. Erste „Anpassungen, sowohl in der Peripherie als auch im Kern, haben bereits stattgefunden – in einigen Fällen sogar zu einem erheblichen Grad“, heißt es in dem Bericht. Der Prozess ist aber „bestenfalls zur Hälfte abgeschlossen.“

Es sei dringend erforderlich, dass die peripheren Länder ihre Strukturreformen vorantreiben, so die Ratingagentur. „Ein Vergleich mit den Krisen in Schweden und Finnland in den 1990er Jahren zeigt, dass die komplette Abwicklung der sich in den Peripherie-Ländern angesammelten Ungleichgewichte (…) noch mehrere Jahre dauern kann.“ Positiv bewertet Moody’s vor allem die gesunkenen Arbeitskosten in Spanien (-5,9 Prozent), in Griechenland (-7,8 Prozent) und in Irland (-13,7 Prozent). Dies unterstütze die Exporte und gewähre eine nachhaltige, wirtschaftliche Leistung. Italiens Entwicklung wird jedoch von der Ratingagentur nicht positiv bewertet. Italien habe es bisher versäumt, sein Handelsdefizit zu verringern, die Lohnkosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf die Partner der Eurozone zu steigern.

Kommentare

Dieser Artikel hat 13 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Saila sagt:

    Warum sollte Italien sich in seinen Strukturen ändern? Sie hatten x Jahre Berlusconi, ein Geschäftsmensch durch und durch. Also eine Person, welche weis, wie man Geld machen kann und vor allem, wie man Geld sparen kann. Allerdings tat diese Person genau das Gegenteil. Auch hätten längst Strukturreformen durchgeführt werden können. Fakt ist allerdings, dass es die (egal welche) italienische Regierung nicht interessiert, solange man Geld bekommen kann.
    Gleiches trifft im übrigen auch für Griechenland und Spanien zu.

    Insofern ist die Kriese für diese Länder im Grunde ein Segen, würden die Politiker endlich auch einmal kapieren und vor allem erkennen, das etwas positives an dieser Kriese ist. Den wer jetzt nicht in der Politik handelt und entsprechende Reformen durchführt, wird es nie tun und auch nie mehr die Möglichkeit dazu bekommen, dies „friedlich“ durchzuführen!

    Anstatt genau das zu tun, was in Deutschland bereits seit sechs Jahren vorgenommen wird und auch noch weiter Bestand hat, nämlich Lohndumping, solange wird es in den genannten Ländern auch nichts ändern. So könnte nun der Satz eines deutschen Politiker lauten.
    Fakt ist allerdings, das auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung sich Unternehmen bereichern. Geld, was das Unternehmen nie ausgeben kann und wird. Auch die Managementetagen verdienen Gelder, welche diese Einzelpersonen nicht benötigen.

    Also kurz zusammengefasst: Was diese Ratingagentur als Vorschlag in den Ring wirft als auch die angebliche wirtschaftliche Leistung durch Kürzung der Arbeitslosengelder ist völliger Schwachsinn. Solange Arbeitsplätze nicht besetzt werden, gibt es auch keine wirtschaftliche Leistung und somit auch keine Einnahmen für den Staat. Wenn lediglich die Reduzierung von Arbeitslosengeld als wirtschaftlicher Faktor herangezogen wird, so dürfte man von einer guten Qualität der Ratingagentur wohl nicht ausgehen können. Das ist billigste Schublade im wirtschaftlichen Denken!