Studie: Fußballer sind als Marken Millionen wert

Eine neue Rangliste bewertet Fußball-Nationalspieler nicht mehr nach ihrer Leistung, sondern nach ihrem Marktwert. Diese Bewertungen finden sich auch in den meisten Fußball-Heftchen für Kinder wieder. Eltern und Lehrer geraten in Erklärungsnotstand, wenn sie nach ihrem Marktwert gefragt werden.

Die Managementberatung Batten & Company hat eine neue Rangliste von Fußballern erstellt. In dieser Rangliste zählt nicht die Zahl der geschossenen Tore oder sonstige sportliche Leistungen. Hier wird der Marktwert von Spielern ermittelt.

Spitzenreiter ist der Bayern-Spieler Thomas Müller. Batten ermittelte seinen Marktwert mit 24,9 Millionen Euro. Damit ist er der Studie „Markenbewertung von deutschen Fußball-Nationalspielern“ zufolge der „die wertvollste Marke des deutschen Fußballs“. Als Begründung für den Zuwachs des Marktwertes von Thomas Müller führt Batten & Company in ihrer Pressemitteilung zur Studie an, dass Fußballer Marken seien, „deren Wert nicht ausschließlich durch sportliche Leistungen bestimmt wird, sondern auch durch ihr Erscheinungsbild neben dem Platz“.

Der Studie zufolge ist der Marktwert von Thomas Müller innerhalb eines Jahres um 30 Prozent gestiegen. Manuel Neuer und Mesut Özil belegten mit einem Marktwert von 23,2 Millionen Euro und 22,8 Millionen Euro den zweiten und dritten Platz. Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm hingegen verloren ihre Positionen an der Spitze der Marktbewertung.

Batten & Company nutzte als Grundlage für die Marktwerte ein Bewertungsverfahren, „das üblicherweise zur Ermittlung des Wertes von Industriemarken“ eingesetzt wird, heißt es in der Pressemitteilung. Werden demnach mit Industrieprodukten gleichgesetzt. „Unternehmen erhalten damit eine faktenbasierte Entscheidungshilfe für die Auswahl geeigneter Spieler-Testimonials.“ Die Werbeindustrie kann sich so ein Bild davon machen, welcher Werbeträger für sie in Frage kommen würde.

Mit der Beurteilung von Spielern nach ihrem Marktwert hat die Branche eine neue Währung für Spieler eingeführt, die man getrost auch als dekadent bezeichnen kann. So werden auch in den einschlägigen Fußballheftchen für Kinder die Millionen genannt, die die Spieler angeblich wert sind. Viele Grundschüler kennen diese Beträge auswendig und werden so offenkundig dazu erzogen, dass Menschen am besten zu bewerten sind, wenn man ein Preisschild dranhängt. Auf die Fragen der Kinder nach dem Marktwert müssen sich Lehrer und Eltern im Vergleich mit den Fußballern zwangsläufig als ziemliche Versager fühlen.

Kommentare

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  1. otto936 sagt:

    Was ist mit dem „Markwert“ von Politikern ? Wieviel ist Superangie wirklich wert – und wem ?

    Moderner Sklavenhandel – „Greift zu ! Billige Politiker aus Deutschland. Einer gratis !“
    Welch krankes Menschenbild steckt hinter solchen Bewertungen und welch kranke Geister lassen sich so etwas einfallen. Erschreckend. Aber dem Zeitgeist perfekt angepasst.

  2. werner sagt:

    nicht aufregen, den Marktwert machen wir, zumindest alle die, die sich für Fußball interessieren und stunde vor der glotze damit zubringen, diesen Kapitalges. auch noch ihr sauer verdientes geld bringen und sich dann auch noch freuen im stau vor der personenkontrolle zu stehen, weil man gehört ja dazu.

    Gegen Dummheit ist halt kein Kraut gewachsen und gegen Manipulation leider auch nicht, außer man macht sie sich bewußt. Fussball im verein vor ort ok, ab bezirksliga wird´s schon kleinkriminell.

  3. bendix sagt:

    Mich würde mal eine Marktwertstudie über deutsche Politiker interessieren! Möchte behaupten die wäre in der DDR besser ausgefallen als heute im vereinigten Schuldenreich. Sprichwort: „Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.“ Im kalten Krieg wurde sich geschlagen ( DDR + BRD ) und nach der Wende ganz schnell vertragen.
    Die Schlagkraft der menschenverachtenden Deutschlandpolitik hat sich also somit verdoppelt. Der kalte Krieg dagegen war nur ein Freundschaftsspiel.

  4. spassbremse sagt:

    Spartakus würde vor Neid erblassen……dabei riskieren die nicht mal ihr Leben.

    gebt ihnen ein Schild und ein Schwert.Mal schauen was passiert,wenn Sie ihren Marktwert tatsächlich Verteidigen müssten.

  5. saito sagt:

    Geld regiert unsere Welt.

    Aber mal abgesehen davon, sollten uns diese kleinen Spielchen der Finanzindustrie nicht so interessieren. Wie schnell kann ein Fußballer weg vom Fenster sein oder der Fußball insgesamt an Interesse verlieren.
    Wen juckt es? Wer denkt an die Millionen einer Sch… wie Madonna? Welche Mutter will denn mit der verglichen werden?

    mit freundlichen Grüßen

  6. wacofani sagt:

    Ich bin nu 53 Jahre alt und bedanke mich für diesen Bericht, welchen ich zunächst richtig lustig fand. Als versklavter Ingenieur und Familienvater blieb mr dann aber doch das Lachen im Halse stecken. Was bin ich für ein Versager.