Sozialverband: Auch im reichen Deutschland wächst die Armut

Während es aufgrund falscher politischer Entscheidungen immer leichter werde, in Armut abzurutschen, wachse das Vermögen der Reichen weiter, warnt der Sozialverband Deutschland. Das ist eine „traurige Bankroterklärung“.

„Es erfüllt uns mit großer Sorge, dass die Vermögensungleichheit in Deutschland immer weiter zunimmt“, betonte der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer auf einer Pressekonferenz in Berlin. „Während Armutsrisiken aufgrund falscher politischer Weichenstellungen deutlich steigen, wächst das private Vermögen der Reichen stetig.“ Trotz des Aufschwungs seien etwa acht Millionen Menschen in Deutschland abhängig von Hartz IV. „Dieses Armutszeugnis ist eine traurige Bankrotterklärung für eines der reichsten Länder der Welt.” Das Nettoprivatvermögen beläuft sich auf etwa 7,5 Billionen Euro, so der Solzialverband. Das reichste Zehntel besitzt mehr als 63 Prozent davon.

Der Präsident des Sozialverbandes warnte, das entstandene Ungleichgewicht müsse wieder ins Lot gebracht werden. „Zentrale Grundfesten des gesellschaftlichen Gefüges sind so sehr aus den Fugen geraten, dass ein Achsenbruch mit Totalschaden droht.“ Fortwährend würden die Sozialleistungen abgebaut, es gebe „massive Verschlechterungen für viele und unverhältnismäßige Verbesserungen für wenige Menschen“ in Deutschland. Steuerpflichtige mit hohem Einkommen und Vermögen sollten stärker eingebunden werden, forderte Adolf Bauer. Mehr als 650.000 Menschen in Deutschland verfügen dem Sozialverband zufolge über ein Reichtumseinkommen und gehören somit zum obersten Prozent der Einkommensbeziehenden mit einem Jahreseinkommen von über 112.000 Euro.

Aufgrund dieser Entwicklung in Deutschland hat der Sozialverband auch ein Forderungspapier vorgestellt. Darin fordert er unter anderem, eine befristete Beschäftigung nur wieder aufgrund eines sachlichen Grundes möglich zu machen, Leiharbeit und Werkverträge zu begrenzen und einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro einzuführen. Hartz IV solle durch ein neues Fürsorgesystem, das „eine Mindestsicherung für Notlagen gewährt“, abgeschafft werden.

Kommentare

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  1. Unilever: Armut kehrt nach Europa zurück sagt:

    Dazupassend der heutige Eintrag unter teletext.orf.at mit dem Titel

    „Armut kehrt nach Europa zurück“

    Der Konsumgüterkonzern Unilever richtet sich mit Strategien aus Schwellenländern auf die Krise in Europa ein. „Die Armut kehrt nach Europa zurück“, sagte Europa-Chef Zijderveld der ‚Financial Times Deutschland‘.
    „Wenn ein Spanier nur noch 17 Euro pro Einkauf ausgibt, kann ich ihm kein Waschmittel für die Hälfte seines Budgets verkaufen.“ Wie im Asiengeschäft werde man Einzelpackungen Shampoo für 2 bis 3 Cent anbieten. Bisher stand der Europa-Markt für Ökoprodukte und teure Premium-Marken.

  2. Loreley sagt:

    Ein sehr gutes Beispiel dafür das: Der T-euro Wohlstand und Frieden bringt!

  3. Merowinger44 sagt:

    Es wird künftig die Schere zwischen denen, die verarmen, und den Ewiggestrigen, die
    aufgrund der Verarmung und Verelendung der Massen, ihren Reichtum weiter anhäufen,
    stets weiter aufgehen. Weil diejenigen, die für diesen Unrechtszustand sorgen, ihre Marionetten an den Strippen ziehen, die die Politiker,erpressen, korrumpieren, nötigen und kaufen. So war es in der Geschichte immer.
    Und die Geschichte lehrt uns, dass wir aus der Geschichte nichts gelernt haben.

  4. c-nes sagt:

    Das die Leute des Sozialverbandes nicht zu den Armen Leuten im Land zählen, zeigt deren Forderung nach noch mehr Armut. Wer die Kosten für Arbeit in die Höhe treibt befördert eine Substitution von Arbeit durch Kapital.

  5. Georg Hoffer sagt:

    hallo .zusammen…..ist immer .u alles ohne ergebnis…..!! KEIN ERGEBNIS IN SICHT !

    Das, was da auf uns zukommt ist nichts anderes, als die gewollte und vollständige Zerstörung der finanziellen Basis Deutschlands und seiner Menschen!

    wann wollt ihr endlich mal Aufstehen…..????????

    • fan sagt:

      @ Georg Hoffer,

      „… endlich mal Aufstehen… ?????“

      Es wird in Deutschland bei dem Massen-Unverständniss nicht gelingen,
      hinzu kommen die vielen der Einheits-Medien und die Nachplapper-Presse, die den Vorgaben des Merkelschen Bundes-Presseamts devot folgen, so wie sie auch den ESM, die Europäisch-Sozialistische-Machtergreifung, möglich schreiben..!

      Draghi, der Befehls-Empfänger der internationalen Finanz-Oligarchen, Merkel und Schäuble werden sich noch als die gefährlichsten EU-Politiker erweisen – warten wir mal den Karlsruher 12. September ab, was dann passieren wird – es könnte Schreckliches folgen..!