Spanien: Wegen Rechenfehler fehlt eine Milliarde im Haushalt

Die spanischen Regionen werden deutlich mehr Geld benötigen, als die zentrale Regierung erwartet hat. Ein Rechenfehler ließ die Defizit-Prognose unrealistisch positiv ausfallen. Der Fehler ist so gravierend, dass Ökonomen die Regierung bereits verdächtigen, etwas vertuschen zu wollen.

Wenig überraschend: Spanien wird sein Defizit-Ziel auch dieses Jahr verfehlen. Diesmal ist jedoch nicht die stets überraschend schlechte Wirtschaftslage schuld an der Tatsache, dass die Spanier die Vereinbarung mit der EU nicht werden können: Diesmal scheinen sich Spanier entweder verrechnet zu haben „oder sie verstecken etwas“, wie der Ökonom Juan Rubio-Ramirez von der Duke University der FT sagte.

Der Hintergrund: Im Mai hatte Budgetminister Cristobal Montoro ein Abkommen mit den autonomen Regionen unterzeichnet. Demzufolge bekommen die Regionen 9,7 Milliarden Euro von Madrid zurück – für Rechnungen, die immer noch unbezahlt sind. Offiziell hatten die Regionen jedoch angegeben, dass sie nur auf die Bezahlung von Rechnungen in Höhe von 8,5 Milliarden Euro warten.

Das neue Loch von 1,2 Milliarden Euro wird dazu führen, dass das Defizit um 8 Prozent überschritten wird – anstelle der mit Brüssel für 2012 vereinbarten 1,5 Prozent. Prof. Ramirez vermutet entweder Taktik oder einen „schwere Buchhaltungsfehler“ hinter der Diskrepanz. Beides wäre gleich „schädlich“: Im einen Fall leidet die Glaubwürdigkeit der spanischen Regierung, im anderen ihr Ruf, das Sparprogramm ganz ohne Tricksereien umzusetzen. Ramirez: „Mit den 1,2 Milliarden Euro gibt Madrid den Regionen Geld, dass die Regierung gar nicht hat.

Wie es zum Fehler gekommen ist, wird sobald indes keiner erfahren: Denn der staatliche Wirtschaftsprüfer IGAE arbeitet ganz außerordentlich gewissenhaft und braucht in der Regel anderthalb Jahre, bis er den spanischen Haushalt geprüft hat. Im konkreten Fall bedeutet das, dass es vor Ende 2014 keine Erklärung für die wunderbare Milliarden-Vermehrung geben wird.

Kommentare

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  1. bendix sagt:

    Na dann kommt, Ihr spanischen Fachkräfte endlich nach Deutschland wir warten ja schon sehnsüchtig. Wenn Ihr das selbe Niveau habt wie Eure Regierung und die Arbeitsmoral wie Eure IGAE dann kann doch nichts mehr anbrennen.
    Endlich werden wir bald gerettet. Ha, Ha, Ha.

  2. Absolut sagt:

    Ist doch keine Notiz mehr wert. Es gibt seit Jahren kein einziges Regierungsmitglied, kein Euro Technokraten- und Bürokraten Mitglied, inklusive des von ihr beherrschten Mittelmanagements, das nicht absichtlich kriminell falsch informiert!
    Man kann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass das Volk belogen und bestohlen wird, wann imm er diese Verbrecher ihr Maul aufmachen oder sich bewegen!

  3. Margrit Steer sagt:

    Haben nicht damals bei der HRE auch mal ein paar Mio gefehlt?
    Was solls, auf die paar Milliönchen kommt es doch auch nicht mehr drauf an.
    Deutschland zahlt ja.
    Denn Deutschland hat ja die Zahlerei begonnen und wird sie nun auch weitermachen

  4. Saila sagt:

    Heute ist es eine Mrd., Anfang kommender Woche 4 und in zwei Wochen 20 Mrd.. Was solls …………… Die Art und Weise, wie über und von Geld in Medien berichtet wird, ist kaum noch erträglich!
    Zugegeben, die europäischen Politiker geben es vor, doch jeden Tag die Mrd. durch das Dorf zu treiben inkl. der Tatsache, das eine Sau pro Dorf nicht mehr ausreichend erscheint.

  5. Delta120 sagt:

    Ohne Sanktionen werden die Verantwortlichen in Ihrem Verhalten nur bestärkt werden, dass diejenigen die sich an Regeln halten, die Dummen sind. Aber selbst in einer Räuberbande gibt es Regeln, die eingehalten werden müssen, weil sonst die ganze Bande auseinanderfällt.

  6. Kampfwurst sagt:

    Kein Problem. Mutti überweist einfach eine Milliarde mehr von unseren Steuergeldern.

    • Margrit Steer sagt:

      ja, sag ich doch. Ist doch nciht so schlimm.
      Wenn in Deutschland das Geld knapp wird, kann man ja mal wieder irgendeine Steuer erhöhen oder gar eine neue erfinden
      So eine Gehweg-Benutzugns-Steuer haben wir auch noch nicht

  7. consuela rodrigez sagt:

    Genau dasselbe passierte doch auch in Griechenland. Nachdem die Diener von Goldman Sachs dort die Buchhaltung frisiert haben und sich dann nicht legal (da nicht gewählt vom Volk) in die Position gehievt haben. In dieser modernen Zeit sitzen scheinbar nur mehr Bänkster-Manager in der Politik. Deshalb haben sie auch keine Skrupel die Völker zu vernichten.