Spanien: Bailout für Katalonien kostet mehr als erwartet

Alleine um dieses Jahr zu überstehen, braucht Katalonien fünf Milliarden Euro aus Madrid. Ursprünglich war man davon ausgegangen, 3,5 Milliarden Euro würden reichen, um die klamme Region zu stützen.

Spaniens autonome Regionen sind schlechter Verfassung. Dass Katalonien bereits wie die Regionen Murcia und Valencia die Zentralregierung um finanzielle Hilfe bitten will, ist bekannt. Doch nun soll die Finanzspritze höher ausfallen als bisher gedacht, wie der Guardian am Dienstag berichtet. Fünf Milliarden Euro will die Region beantragen. Zuvor hieß es, Katalonien benötige 3,5 Milliarden.

Diese Summe sei nötig, um Katalonien für dieses Jahr zu finanzieren, erklärte eine Regierungssprecherin. Katalonien ist nach eigenen Angaben nicht mehr in der Lage, das Sozialsystem aufrechtzuerhalten. Die Region sei allerdings nicht bereit „politische Bedingungen“ im Gegenzug zu erfüllen. Damit erhöht sich der Druck auf Madrid weiter, ebenfalls ein Rettungspaket oder einen Notkredit zu beantragen.

Kommentare

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  1. Nestor sagt:

    „Homs, portavoz del Ejecutivo catalán, dice que los 5.023 millones no acabarán con sus problemas de tesorería.“ (El País, 30.8.)

    Homs, der Sprecher der katalonischen Regierung, sagte, daß die 5,023 Milliarden nicht genügen werden, um ihre Finanzprobleme zu lösen.

    Man kann als Faustregel aufstellen: Bis einen Tag vor dem Beantragen eines Rettungspakets wird gesagt werden: Wir brauchen keins!
    Bis einen Tag vor dem Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro wird gesagt werden: Griechenland bleibt drin!

    Damit die „Märkte“ keinen falschen Signale bekommen …

  2. C.S. sagt:

    Antwort für T.T.: Bei allem Respekt, aber die erste Antwort von T.T. zeigt, wie wenig Ahnung die meisten Menschen vin der gegenwärtigen Situation haben. Ich lebe in Spanien und ich kann Ihnen verichern, dass die Spanier froh wären, wenn eine Regelung wie „Hartz IV“ eingeführt werden würde!! Die finanziellen Staatsmittel in Spanien erlauben dies jedoch nicht. Also bitte: erst informieren, dann reden.. Gruss

    • Einweckglas sagt:

      @C.S. Stimmt. Aber bitte den Lesern dann auch nicht vorenthalten, wie gering die Abzüge in Hinblick auf die Sozialversicherung und Lohnsteuern in Spanien sind.

      • C.S. sagt:

        Hallo Einweckglas, das war einmal! Die Lohnsteuer ist in Spanien fix, man kann nix absetzetn, rein gar nichts! MwSt. eben gerade auf 21% ergöht. Sozialabgaben sind etwas niedriger als in Deutschland, das ist richtig. grüsse

  3. T.T. sagt:

    Sollen wir Katalonien, Spanien, Italien oder Frankreich kritisieren – nur weil es Maßnahmen wie Hartz-IV ablehnt?

    Die Sauerei ist doch vielmehr, was aus Berlin kommt und künftig die lohn-, sozial- und rentengedumpten deutschen Arbeitnehmer für – völlig zurecht – sozialere Staaten werden aufkommen müssen. Dies müsste Gegenstand von Klagen vor dem europäischen Gerichtshof werden, der sich hier schützend vor die deutschen Arbeitnehmer stellen müsste.

    • KClemens sagt:

      Interessant dabei ist, daß noch niemand vor den EuGh gezogen ist, und die illegale Lohnsubvention H4 dort hat verbieten lassen.

      Daß dies in Deutschland keiner macht, ist noch nachvollziehbar. Allerdings wundere ich mich schon seit Jahren, warum andere EU-Länder das nicht machen.

  4. Saila sagt:

    Wie erwartet ……………………..
    http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/08/46525/

    Erst fehlt eine Mrd., nun 3,5 Mrd. und am Wochenende oder kommende Woche sind es 20 Mrd.. Warum ist das so und warum können diese verlogenen Politiker nicht einmal bei der Wahrheit sein. Obgleich die Wahrheit hart sein mag, so ist sie dennoch erfrischend und klärt viele verfahrenen Situationen!

    Traurig, was sich Politkasten wie Griechenland, Spanien, Italien als auch Deutschland abliefern – nämlich nichts ausser leere Worthǘlsen. Und eine Frau Merkel ist mit geschönten Umfragen angeblich beliebt. In Deutschland ist in der breiten Masse kein Politiker beliebt um das einmal klar festzustellen! Der Hauptgrund liegt an deren Verlogenheit.

  5. Dagmar sagt:

    „Diese Summe sei nötig, um Katalonien für dieses Jahr zu finanzieren, erklärte eine Regierungssprecherin. Katalonien ist nach eigenen Angaben nicht mehr in der Lage, das Sozialsystem aufrechtzuerhalten. Die Region sei allerdings nicht bereit „politische Bedingungen“ im Gegenzug zu erfüllen.“

    Und wie viel darf es dann nächstes Jahr für Katalonien sein? Schließlich sind zwei drittel dieses Jahres schon um. Leuten wie Dobrindt und Söder wird „Nationalismus“ vorgeworfen, weil das in Deutschland gleich als Nazikeule wirkt. Und alle anderen dürfen national denken, weil sie eben nicht deutsch sind.