Griechenland hungert Gesundheitssystem aus: Krankenhäuser schließen

Bis zu 50 Kliniken könnten in Griechenland schon bald schließen müssen, weil der Staat kein Geld mehr für das Gesundheitssystem ausgibt. Zwei Krankenhäuser haben bereits zugesperrt. Insgesamt schuldet der Staat den Krankenhausbetreibern 800 Millionen Euro.

Die griechische Schuldenkrise hat immer stärkere Auswirkungen auf das Gesundheitssystem. Zwei Privatkliniken haben in den vergangenen Monaten bereits schließen müssen. Sie sollen nicht die einzigen bleiben. Weitere 50 Privatkliniken seien ebenfalls kurz vor der Schließung. Im Fokus der Kritik ist der Nationale Träger für Gesundheitsleistungen EOPYY. Auch jene Kliniken die bisher finanziell gut dastanden, „kämpfen jetzt ums Überleben“, erklärt Grigoris Sarafianos, Leiter des Verbands der Privatkliniken, der Zeitung Kathimerini.

Zunächst hatte es vor einigen Monaten die Kyanous Stavros Klinik in Larissa getroffen. Die Klinik erklärte, seit 1977 das erste Mal vorübergehend schließen zu müssen. Grund für die harte Maßnahme seien die Zahlungsausfälle der staatlichen Krankenkasse. Rund 20 Patienten mussten sich selbst eine alternative Klinik suchen. Die 22 Angestellten wurden zudem im Ungewissen gelassen. Sie seien den Berichten zufolge weder entlassen worden noch sei ihnen gesagt worden, wie lange dieser Zustand noch anhalten werde. Ihre Gehälter wurden bereits seit vier bis sechs Monaten nicht mehr gezahlt. Bei der darauffolgenden Schließung der Christodoulou Klinik in Nikaia wurden die 54 Patienten zumindest auf Initiative der EOPYY in andere Kliniken verlegt.

Mehreren anderen Kliniken blüht bereits dasselbe Schicksal, berichtet Kathimerini. Allen gemeinsam ist das Problem, dass die EOPYY nicht für die Gesundheitsleistungen zahlen kann. Die Schulden belaufen sich mittlerweile von April 2007 bis Dezember 2011 auf rund 700 Millionen Euro. Hinzu kommen weitere 100 Millionen Euro im laufenden Jahr. Vom jährlichen Umsatz der Kliniken, der sich auf um die eine Milliarde Euro beläuft, gehen rund 400 Millionen auf EOPYY-Patienten zurück.

Kommentare

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  1. werner sagt:

    Fatalismus und Zynismus sind sicher bis zu einem gewissen Grad geeignet, solche Dilemmata zu ertragen, aber man stelle sich vor, es gehen um die eigenen Kinder, die dringend auf Medikamente angewiesen sind, weil chronisch krank, und die selbst für Geld nicht mehr zu kaufen sind, da muß schon Omas Schmuck über den Tresen……..

    Wie lange soll der Fatalismus und Zynismus den Bürgerkrieg – und nicht nur in GR – vermeiden?

    Wir sollten uns langsam solidarisieren, wenn wir auf Hilfe hoffen dürfen, denn wir sind die Letzten, und die beißen bekanntlich die Hunde.

  2. Loreley sagt:

    Wieder mal ein sehr gutes Beispiel dafür das: Der T-euro Wohlstand und Frieden bringt!!!

  3. gast sagt:

    Menschen sind leider nicht systemrelevant.

  4. Syssifus sagt:

    Einen großen Anteil bei den Aufwendungen im griechischen Gesundheitssystem,werden durch die illegale Zuwanderung verursacht,wo natürlich auch keine Kassenbeiträge kommen ( können).

    • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

      und bei uns ?
      Keine Kosten durch legale Zuwanderung?
      Entscheidend ist doch wer in einer Versichertengemeinschaft einzahlt und wer kassiert.
      In einer echten Versicherung zahlt jeder Versicherte einen Beitrag, um im Schadensfall eine Leistung zu bekommen.
      Insoweit ist weder die griechische noch die gesetzliche BRD- Karnaken-versicherung oder Rentenversicherung eine solche. In Wirklichkeit ist das eine erzwungene Steuerart und damit eine Kosten-Verteilanstalt für einen bestimmten Teil der Bevölkerung zum Wohle derjenigen die daraus entfliehen und zur Lockung derjenigen die da hinein gewunken werden.
      Deshalb wird auch dieses Ausplünderungssystem zerfallen.