Bank of England: Geldschwemme beschert Super-Reichen satte Gewinne

Seit Anfang 2009 hat die britische Regierung stetig geldpolitische Lockerungen durchgeführt. Doch die wirklichen Nutznießer waren nicht die Durchschnitts-Briten, sondern die reichsten 5 Prozent der Bevölkerung. Gewinne von bis zu 322.000 Pfund pro Haushalt haben sie erreicht.

Die Bank of England hat in den vergangenen drei Jahren immer wieder quantitative Lockerungen in ihrer Geldpolitik vorgenommen. Und noch in diesem Jahr soll eine weitere Geldschwemme stattfinden. Dann wird die Bank of England 375 Milliarden Pfund in das Finanzsystem gepumpt haben. Der instabile Interbankenmarkt, die Schuldenkrise und die Rezession setzen dem Land und seiner Wirtschaft stark zu. Das Quantative-Easing-Programm (QE) soll dies abfedern und das britische Wirtschaftswachstum fördern.

Doch wie sich herausstellte, haben von den bisherigen Maßnahmen vor allem die Wohlhabenden der britischen Bevölkerung profitiert. Wie die Bank of England berechnete, stieg der Wert der Aktien bisher aufgrund der Lockerungen um 26 Prozent oder 600 Milliarden Pfund. Das entspreche einem Gewinn von 10.000 Pfund je Haushalt, so die Bank of England. Allerdings seien 40 Prozent der Gewinne den reichsten 5 Prozent zugeflossen. Zwar könne man nicht ganz genau die Gewinne aus dem QE berechnen, aber unter Verwendung von Daten aus der nationalen Statistikbehörde zu der Verteilung des Reichtums in Großbritannien sei eine Schätzung möglich. Daraus ergebe sich, dass die durchschnittliche Steigerung bei den Beständen von finanziellen Vermögenswerten und Renten die reichsten 10 Prozent der Haushalte entweder Gewinne in Höhe von 128.000 Pfund pro Haushalt oder 322.000 Pfund pro Haushalt gemacht haben.

Nichtsdestotrotz betont die Bank of England, dass die geldpolitischen Maßnahmen allen Teilen der Bevölkerung nutzten, da sie einen tieferen Einbruch der britischen Wirtschaft verhindert hätten. Ohne QE „wäre es den meisten Menschen in Großbritannien schlimmer ergangen“, heißt es in einem Papier der Bank, aus dem der britische Guardian zitiert. „Das Wirtschaftswachstum wäre geringer gewesen. Die Arbeitslosigkeit wäre höher gewesen und viele weitere Unternehmen wären Pleite gegangen.“ Dies hätte erhebliche, nachteilige Auswirkungen auf Sparer und Rentner gehabt. „Alle Einschätzung der Asset-Käufe (durch die Bank of England, Anm. d. Red.) müssen in diesem Licht gesehen werden.“

Kommentare

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  1. uri125 sagt:

    Frage eines Kabarettisten: Was ist wichtiger ausser Geld? Hab ich doch glatt vergessen.

  2. khaproperty sagt:

    Das ist die gleiche Argumentation, mit der auch Fed-Präsi Bernanke seine QE- und Twisting-Maßnahmen rechtfertigt.
    Allerdings räumte er in seiner Jackson Hole-Rede am letzten Freitag dazu immerhin ein, daß weder er noch irgendjemand anders wüßte, ob diese Hoffnung – mehr wäre es nicht – sich erfüllen werde.

    So sagt er weiter, daß es nur eine Annahme wäre, daß damit tatsächlich Hilfe erzeugt wurde, denn niemand wüßte, ob nicht ganz ohne die Gelddruckerei es vielleicht sogar besser oder schlimmer hätte gelaufen sein können.

    Seine Rede war eine einzige Entschuldigung dafür, daß er das amerikanische Volk dem Abgrund näher brachte und bei allem, was er tat, nicht wußte, was er wirklich tat.
    Deswegen auch – so meinte er – wäre auch aktuell ungewiß, ob die Fed überhaupt noch etwas tun könnte.

    Vielmahr wäre dringend erforderlich, daß endlich die Politiker tätig würden, um aktiv die Lage zu bessern. Er jedenfalls sei mit dem Latein am Ende.

    Ganz ähnlich äußerte sich jüngst auch EZB-Präsident Draghi.
    Auch er gibt offen zu, EZB und er selbst könnten nichts mehr tun. Die Politik wäre gefordert.

    DIe aber macht nichts – egal wie nötig es wäre, denn dann stünde die Wiederwahl im Feuer.

    Ebenda stehen wir nun – in EU und USA und eben auch in England, die zumindest eine politisch initiierte Austerity fahren, ziemlich gnadenlos, aber nicht genug.
    Daher wird England als Erstes aus der Schei..e kommen.
    EU und Deutschland werden tief stecken bleiben,
    USA durch die Neuwahl Romneys gerettet.

    • kraehendienst sagt:

      Gute Darstellung, DANKE! Schreiben doch SIE diese Berichte künftig bei DMN. Schöne Woche!

  3. tomorrow sagt:

    Nicht dass es makaber ist von Verbesserung zu sprechen, wenn man die Messlatte so niedrig ansetzt, dass jeder Millimeter darüber hinaus, die Mainstream-Medien dazu befähigt, einen Wohlstandsboom herbei zu reden.

    Was soll das alles? Fischen in trüben und verseuchten Gewässern?
    Generationen von Menschen motiviert am Laufen zu halten, ist politische Kunst.
    Was sich derzeit abspielt, ist eher ein Elefanten-Rüssel-Gemälde und hat mit Raffinesse nichts zu tun.

    Die gewonnenen und erarbeiteten guten Kleinigkeiten des Lebens über Bord zu werfen, hat jetzt Konjunktur? Das hat mit Fortschritt nichts zu tun. Das ist letztlich der Beginn einer neuen faschistischen Art, die Menschen zu kontrollieren. Das Mittel dazu ist das Geld und wer es Macht, steuert den ganzen Wohlstand.

    • jay twelve sagt:

      @tomorrow, was Du sagst trifft definitiv zu, reg Dich wegen Furzgeld nicht auf, auch das reichste Mann letztes Hemd hat keine Taschen.

  4. winfried trautsich sagt:

    Krankes System!

    Wohlstand wird nach meiner Meinung von allen ge-
    schaffen und nicht nur von 5 %, die sowieso schon
    alles haben!

    LG

  5. Schwarzmaler sagt:

    Und wem gehört die Bank of England? Bestimmt nicht den Engländern.

  6. Stefan Wehmeier sagt:

    „Doch wie sich herausstellte, haben von den bisherigen Maßnahmen vor allem die Wohlhabenden der britischen Bevölkerung profitiert.“

    Das war noch nie anders – nicht nur in Britannien:

    http://www.deweles.de/files/untergang.pdf

    Solange Zinsgeld (fehlerhaftes Geld mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion) verwendet wird, wandert das „liebe Geld“ stets von vielen Kassen mit Bedarf in wenige Kassen ohne Bedarf:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

  7. Habnix sagt:

    Wie in England so in Deutschland.Und das war ab zu sehen.

    Durch die Geld mengen Erweiterung hat sich die Inflation beschleunigt das dadurch gewonnene Geld ist wieder zweimal futsch.Also im Endeffekt eine Umverteilung von unten nach oben.

    • nicht von Bedeutung sagt:

      Nochdazu verschleiert durch Stadtstaat City of London, Cayman Islands, Jersey Island,… und private Zentralbanken…