Schuldenkrise erreicht Schweiz: Wirtschaft wächst nicht mehr

Zum ersten Mal seit dem dritten Quartal 2011 hat das reale BIP der Schweiz abgenommen. Analysten hatten mit einem leichten Zuwachs gerechnet. Die Exporte fielen und in Folge der schlechten weltweiten Wirtschaftslage drosselten die Unternehmen auch ihre Produktion.

Nach einem Wachstum des Schweizer BIPs von 0,5 Prozent im ersten Quartal waren Analysten auch von einem leichten Gewinn (+0,2%) im zweiten Quartal ausgegangen, so Bloomberg. Doch auch die Schweiz kann sich nicht von der Schuldenkrise in der Eurozone, dem abschwächenden Wachstum in China und den wirtschaftlichen Problemen der USA abkapseln. Im zweiten Quartal sank so das BIP um 0,1 Prozent gegenüber dem 1. Quartal, so das Schweizer Staatsekretariat für Wirtschaft SECO. Zuletzt schrumpfte das BIP vor gut einem Jahr, seitdem war es jedoch immer gewachsen. „Das ist ein überraschend schwaches Ergebnis“, kommentiert David Marmet von der Zürcher Kantonalbank. „Wir sehen noch nicht die Gefahr einer Rezession, aber dennoch wird die zweite Jahreshälfte schwächer als der erste Ergebnis sein“, sagte er Bloomberg.

Besonders die Dienstleistungs- und Warenexporte gingen zurück. Die Warenexporte, Edelmetalle, Kunstgegenstände und Antiquitäten ausgenommen, fielen um 0,7 Prozent. Die Dienstleistungsexporte verzeichneten einen Rückgang von 0,9 Prozent. Die privaten Konsumausgaben (+0,3%) und die Konsumausgaben des Staates und der Sozialversicherungen (+1%) nahmen nicht ab, so dass die Inlandsnachfrage die Wirtschaft im zweiten Quartal noch einigermaßen stabilisierte.

Als Folge der schlechten weltweiten Wirtschaftslage fuhren die Unternehmen zudem ihre Produktion zurück. Die Produktion fiel in der Industrie (-1,1%), im Handel (-0,7%) aber auch in der Erbringung von Finanzdienstleistungen (-0,8%). Das Baugewerbe konnte ein Plus von 1,5 Prozent erreichen. Infolgedessen stagnierten die Bruttoanlageinvestitionen und die Ausrüstungsinvestitionen fielen um 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. capraio sagt:

    Es gibt kein Wachstum ohne Verfall. Schaut die Natur und ins Universum. Ich bin froh über diese Abkühlung. Die enorme Zuwanderung hat nicht nur ein paar positive Wachstumsjahre gebracht, sondern auch einiges an Problemen. Es schadet nichts mal durchzuschnaufen und wieder zu Sinnen zu kommen. Muss es denn ewig so weitergehen? Was machen wir nur aus dieser ehemals schönen und bedächtigen Schweiz? Ein Tollhaus für Koruppte und andere faschistischen Spinner? Schade du schönes Land…

  2. Rico Coracao sagt:

    die Schweiz ist ins Visier der Hochfinanz geraten..dort schlummert viel Vermögen und die Raffgierhälse können nicht genug davon haben, mein Bundesland NRW hilft krätig mit.. komisch nur, dass man nie etwas von den Kanalinseln hört, die wahren Steuerparadiese.. aber -das- Thema ist tabu.. fragt euch warum und Liebe Grüße in die Schweiz, lasst euch nicht unterkriegen von der Hochfinanz!

  3. Stojan sagt:

    Das System ist an sich krank. Nur wenn Wachstum da ist, ist ein Land wirtschaftlich „in Ordnung“. Wachstum? Wir haben schon alles, was wir brauchen, womit sollen wir Wachstum generieren? Mit unnötiger Arbeit? Intakte Autos verschrotten? 1 Million Löcher graben und wieder zubuddeln?

    Man bedenke: Jährlich konstantes Wachstum unterleigt den Regeln der Exponentialfunktion. Alles, was exponentiell wächst, kollabiert irgendwann – tötet gewissermassen ihren eigenen Wirt…

    • Tommy Rasmussen sagt:

      „Man bedenke: Jährlich konstantes Wachstum unterleigt den Regeln der Exponentialfunktion. Alles, was exponentiell wächst, kollabiert irgendwann“

      Der nie kreierte Zins ist nicht rückzahlbar und kann nur anderen von deren Kreditgeld abgejagt werden. Schaft der kleine Mann das nicht, und ist er selbst nicht kreditwürdig, kann er nur pleite gehen.

      Der Staat kann sich aber endlos verschulden weil er ein Gebilde des Kapitals ist und diesem gehört.

      Bis vor 100 Jahren waren die Lehren über Finanz und Wirtschaft getrennt. Heute sind diese Verbildungslehren überall verschmolzen – auf den Unis – der Wirtschaft – der Regierung etc., und überall wird gebucht wie die Weltmeister. Es ist aber eine Buchhaltung, die nichts verschwinden lassen kann!

      Die ‘Hochfinanz’ kann im Geldbereich alles immer verschwinden lassen – so wie sie in den letzten Jahren gleich einem Taschenspielertrick die gigantischsten Finanzwerte verschwinden lies. Wie gewonnen so zerronnen – FIAT – ! ganz ohne crash – SDRs lösen alles. Sie können SDR ausstellen und so jede Bilanz ausgleichen. Deshalb sind ( UNGEWOLLTE !!! ) Staatspleiten aber auch ausgeschlossen. Damit die KARTELLEIGENEN Syndikate, Konzerne und Nationalstaaten, nicht pleite gehen, hat die Hochfinanz diese Sonderwährung erfunden: SDR (Special Drawing Rights) werden vom IWF ausgestellt. Die Staaten erhalten es GRATIS zum Weiterleiten an die Troubled Asset Relief Programme (TARP). D.h. jeder der Zugang zu einem Zentralbankkonto hat, kann es dort in Kauf- Geld -Guthaben umwandeln lassen. (Max)

      http://lupocattivoblog.com/2010/03/25/die-privatisierung-des-weltgeldsystems/