Finnland: Unsere Geduld mit Griechenland ist am Ende

Die Finnen wollen keine Veränderungen bei den vereinbarten Sparprogrammen in Griechenland. Im Parlament in Helsinki wäre eine Zustimmung zu neuen Kosten nicht durchzusetzen, sagen finnische Politiker.

Finnland will keine weiteren Zahlungen an Griechenland leisten. Jede Verschiebung des Sanierungsprogramms für Finnland wäre mit Kosten verbunden. Der Europaminister Finnlands, Alexander Stubb, sagte der FT, es wäre kaum vorstellbar, dass weitere Zahlungen die Mehrheit im finnischen Parlament finden würden. Stubb: „Wir haben einen Punkt erreicht an dem viele sagen: Weiter können wir nicht gehen.“ Auch eine Streckung des griechischen Programms wäre mit Kosten verbunden, und das sei „problematisch“.

Auch ein Sprecher von Finanzministerin Jutta Urpilainen von den Sozialdemokraten bekräftigte, dass eine erfolgreiche dritte Abstimmung im Parlament „prakisch unmöglich“ sei: „Es wäre sehr, sehr, sehr schwer. Ich glaube, es gibt keine Bereitschaft, das zu tun.“

Die finnischen Parteien stehen wegen der kommenden Kommunalwahlen unter erheblichem Druck. Die Partei „Wahre Finnen“ hat sich klar als euroskeptische Partei positioniert und konnte in den vergangenen Monaten ihre vorübergehende Schwäche in der Wählergunst überwinden. Umfragen zeigen die Wahren Finnen mit deutlichen Stimmengewinnen.

Kommentare

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  1. Puls sagt:

    Bravo Ingrid Wilczek,
    aber bitte nicht auf halben Wege stehenbleiben: Unsere Politiker sind ein verantwortungsloses Gesindel, auch wenn ein gültiges Wahlgesetz noch so schön wäre. Es geht wohl nur so: Parteien dürfen zur Wahl nicht mehr antreten, gewählt wird nur noch in Direktwahl. Damit ist der Zusammenschluß der Parteien zu Interessengruppen deutlich erschwert wenn nicht gar unmöglich.
    Es gilt die Ausplünderung des Landes zu stoppen. Diese hat ihre Ursache im fehlenden Friedensvertrag und in den allzu willfährigen Politikern – beides ist zu ändern. Auch ist die Souveränität des Landes ist wieder herzustellen. Ein Weg der von unseren Politikern nicht verfolgt wird. Von diesen kümmerlichen Gestalten wird die Flucht in die EU betrieben, was die Aufgabe des Nationalstaates bedeutet. Das ist Landesverrat!

  2. Ingrid Wilczek sagt:

    So lange die Damen und Herren Politiker zu dumm sind ein vernünftiges Wahlrecht zu formulieren, so lange können wir nicht wählen.

    So lang es kein Misstrauensvotum gibt, müssen wir diese „Politiker-Elite“ ertragen!

    So lang es genügend dumme Wähler gibt, die diese etablierten Parteien wie CDU, SPD, FDP und Grüne wählen, so lange bezahlen wir an die EU Unsummen von Euros und unterstützen die Bildung der Diktatur EU!

    Denn dass dies nicht das Europa für die arbeitende Bevölkerung ist, ist so klar wie „Kloßbrühe“! Das ist das Europa für den Kapitalimus und seine willfährigen Politiker, die dumm genug sind zu glauben, dass sie alle in Brüssel an die Macht kommen! Der Deutsche Bundestag wird dann nur noch Kulisse sein!

    Aber sind wir Wählerinnen und Wähler wirklich noch so dumm, so naiv, dass wir auf das Geschwafel in Berlin, Brüssel oder Straßburg reinfallen?

    Die Politiker haben Angst vor den Wahlen, darum wird jetzt auf Tempo gedrückt! Man will Fakten schaffen!

    Man Leute, wählt alles außer CDU, SPD, Grüne, FDP oder Braune!

  3. Margrit Steer sagt:

    Man kann nur hoffen, die WAhren Finnen gewinnen bei der nächsten Wahl sehr kräftig
    Diese wäre dann ein Fanal auch für Deutschland.
    Es wird Zeit, dass wir mit unserer neuen Deutschen Einhei8tspartei von CDU-SPD-Grüne im Bundestag endlich abschließen
    Deutschland braucht ganz dringend eine konservative bürgerliche Partei, die wieder die Interessen des Volkes vertritt

  4. Heinz Müller sagt:

    Tja, die 5 Millionen Finnen erwirtschaften pro Kopf (Bruttoinlandsprodukt = BIP) rund 50000 Dollar pro Jahr. Sie taten dies in den vergangenen Jahren mit global agierender Forstwirtschaft, Papierindustrie und Telekommunikationsindustrie (Nokia). Von diesen 50000 Dollar führen sie etwa 40 Prozent an den Staat ab. Die 10 Millionen Griechen erwirtschaften pro Kopf rund 25000 Dollar pro Jahr, also etwa die Hälfte. Angeblich führen sie 30 Prozent davon an den Staat ab. In den BIP-Zahlen aus Griechenland stecken natürlich auch die EU-Subventionen, d.h. die faktische bereinigte Wertschöpfung ist geringer. Das macht dem Griechen aber nichts, da ja auch die Abgabenquote eine reine Phantasiezahl ist (wie jeder Grieche lachend bestätigt), die nur Journalisten glauben. Netto stehen sie pro Kopf also kaum schlechter da, als die Finnen, die ziemlich hart arbeiten. Jetzt haben seltsamerweise die Griechen, die pro Kopf halb so viele Werte schaffen wie die Finnen und keine nennenswerten Abgaben leisten, sich in den vergangenen 25 Jahren eine mit Finnland vergleichbare Ausstattung an öffentlichen Gütern (U-Bahnen, Brücken, Strassen, Medizin etc) zugelegt. Ein Wunder? Irgendwie schon.
    Bezahlt haben das natürlich alles die Steuerzahler in den Nettozahlerländern wie Finnland und Deutschland und via „Schuldenschnitt“ (100 Milliarden Euro im April 2012), die Sparer in diesen Ländern, also etwa diejenigen, die monatlich in Lebensversicherungen oder Pensionsfonds (die halt dummerweise griechische Staatsanleihen gekauft hatten) einzahlen.
    Was die Griechen jetzt in aller Bescheidenheit möchten ist – das es so weitergeht, Die Finnen möchten doch bitte weiter fleißig im Wald und am Fließband arbeiten – und den Ertrag dann solidarisch mit den Griechen teilen.Alternativ wäre es natürlich auch in Ordnung, wenn die EZB das Geld für die Griechen immer frisch druckt.
    Und jetzt zum aktuellen Problem der Finnen: Die Papierindustrie weltweit schwächelt (wg Zeitungssterben) und Nokia (samt Zulieferern), größter Arbeitgeber und Steuerzahler des Landes, macht neuerdings Verluste. Natürlich sind die finnischen Politfunktionäre nicht weniger inkompetent und brüsselbesoffen als die deutschen PARTEI-Hanseln – aber die Bevölkerung findet es langsam nicht mehr lustig, korrupten Zweitweltländern sinnlose U-Bahnen (Thessaloniki) zu spendieren. Man darf gespannt sein.

    • Gardien sagt:

      Vielen Dank für ihren Kommentar. Ich hoffe das deutsche Volk ist nicht ganz so blöd wie es aussieht und wählt diese Regierung ab. Leider ist die Opposition im Moment noch besoffener als die Regierung. Hoffen wir alle auf ein Wunder!

  5. Hans-J. Ackermann sagt:

    Ob es nun Wahlgeplänkel ist oder nicht, ich glaube einem finnischen Politiker einfach mehr als ich das – Herrn Gauweiler ausgenommen! – irgendeinem deutschen Politiker tue. Vielleicht liegt das daran, dass finnische Politiker näher an ihrem Volk sind. Gleichwohl: Ich wäre – auch in Hinblick auf die Zukunft meines Sohnes – beruhigter, wenn unsere Parteien mit „finnischer Konsequenz“ denken und handeln würden und darüber hinaus ein wenig mehr an unser Wohlergehen, an unsere Sicherheit – auch in der Lebensqualität! – denken würden. So wie finnische Politiker vorrangig an ihr finnisches Volk denken, so stünde es deutschen Politikern – gleich welcher Couleur! – auch an, mal wieder zuhören zu lernen wenn wir deutsche Bürger unsere Wünsche, unsere Bedenken und unsere Vorschläge formulieren. Oder habe ich Demokratie falsch verstanden? Wurde sie bei uns auf die Kreuzchen im 4-Jahresturnus reduziert?
    Sind wir wirklich nicht politikfähig, zu dumm für größere Zusammenhänge?