Frankreich: Regierung attackiert Manager wegen Krise in Auto-Industrie

Die Führung von Peugeot Citroen hätte den größten französischen Autohersteller besser auf die Entwicklungen in Europa vorbereiten müssen. Dem Management kommt mindestens eine Teilschuld an den massiven Jobkürzungen im Konzern zu. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der französischen Regierung über die Autoindustrie.

Der Bericht der französischen Regierung über die Lage des Autoherstellers PSA Peugeot Citroen kritisiert das Management und die Shareholder des Unternehmens scharf. Emmanuel Sartorius, Autor des Berichts und leitender Beamter im französischen Finanzministeriums kommt zu dem Ergebnis, dass Managementfehler mindestens eine Teilschuld an den nötigen Entlassungen im Autosektor haben. Dies berichtet die Financial Times.

In Kürze muss in Frankreich die erste Autofabrik seit 20 Jahren geschlossen werden. Sartorius kommt zu dem Schluss, dass die Werksschließung „unumgänglich“ und „dringend“ sei. Der Konzern sei zu stark vom europäischen Markt abhängig und wäre zu wenig international aufgestellt geworden, heißt es in dem Bericht. Dies hat den Autokonzern anfällig für den starken Rückgang der Nachfrage in Europa gemacht.

Bereits früher hatte Präsident François Hollande die Haupteigentümer dafür kritisiert, dass sie sich auf die Ausschüttung von Dividenden konzentriert hätten, anstatt in neue Märkte zu investieren. Diesen Vorwurf bekräftigt der Bericht.

An der Personalpolitik übt Sartorius alleridngs keine Kritik. Peugeot Citroen plant mehr als 10.000 Arbeitsstellen zu streichen, um die aktuelle Krise überwinden zu können.

Kommentare

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  1. Eine Meinung sagt:

    Unsere Autoindustrie war vor der Finanzkrise auch im Dornröschenschlaf.
    Vielleicht hat Frankreichs Autoindustrie die Zeichen der Zeit zu lange übersehen. Mag sein. Aber die Krise bei Peugeot hat auch noch andere Gründe. Es gibt ein Embargo gegen Iran seitens des Westens. Die Miesen, die Peugeot z. Zt. macht hat damit zu tun.Jedes Unternehmen, dem ein grosser Auftraggeber wegfällt, braucht Zeit diese Ausfälle zu kompensieren.

  2. bald Ex-Peugeotler sagt:

    Wenn Fahrzeuge eines Herstellers massive Qualitätsmängel aufweisen, werden sie ganz einfach nicht mehr gekauft.
    (Fahrwerk, wahnsinnige Probleme mit der Elektronik, Bremsen, Abgasanlage, Diesel-Motor, Partikelfilter, etc.)
    Wer hier einen Gebrauchtwagen kauft, sollte sich gleich ein paar 1000€ für Reparaturen auf die Seite legen.

    Der zweite Kandidat auf meiner Black-List ist Mazda.
    Hier zum Beispiel der 6er. Der Kann mir noch so gut gefallen und trotzdem kaufe ich ihn nicht.
    Warum?
    Weil er dir unter dem Allerwertesten wegrostet!

    Allgemein zur neuen Diesel Generation..
    Wenn man nicht in der Lage ist mehrere 1000€ für Reparaturen auf die Seite legen zu können, sollte man die Finger von so einem Fahrzeug lassen.

  3. werner sagt:

    nunja, die Politik neigt gerne dazu, Fehler und daraus folgende Konsequenzen, anderen in die Schuhe zu schieben, denn:

    Frankreich war und ist in vorderster Front mit dem USrael-Imperator wenn es um Handelssanktionen gegen Länder geht, die ihre Rohstoffe nicht bereitwillig von kapitalistischen Egoisten, ausbeuten lassen wollen. Damit schließt man aber ebenfalls gewisse Handelsbeziehungen und die haben die grande nation mit dem Boykott IRANs schwer getroffen. PSA machte rund 800 Mio. € Umsatz mit IRAN, die sind dank der treuherzigen Vasallenschaft Sarkozy´s zum USrael-Imperium jetzt futsch. Von den ehemals französischen Kolonien ganz zu schweigen, denn deren Regierungen haben sich schon vor Jahrzehnten von den impperialen Mächten kaufen lassen mit der Konsequenz, dass ihre eigene Bevölkerung darbt, dorthin ist allenfalls noch Elektroschrott zu entsorgen, aber Autos kann PSA dank der Politik dort auch nicht verkaufen.

  4. Tom sagt:

    Das ist die halbe Wahrheit. Leider steht nichts in dem Artikel, dass diese Verluste zumindest zu einem bedeutenden Teil aus dem Iran-Boykott stammen. Im Zuge der zunehmenden Boykottierung des Iran, mußten auch besagte franz. Autofirmen einer ihrer größten Absatzmärkte von heute auf morgen abschreiben. Das Ergebnis ist bekannt und daher geht es denen wesentlich schlechter als den übrigen (im Speziellen deutschen) Autofirmen.