Hartz IV-Erhöhung: 586 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr

Für den Einzelnen ist es nicht viel, für den Bundeshaushalt eine gewaltige Mehrbelastung: Die Erhöhung der Hartz IV Beiträge zeigt, warum der Sozialstaat in ein Dilemma läuft.

Am Mittwoch werde über eine Erhöhung der Hartz IV Bedarfssätze entschieden, teilte das Arbeitsministerium am Mittwoch mit. Demnach werden sich die Bezüge Erwachsener im kommenden Jahr um acht Euro erhöhen, aber auch Kinder und Jugendliche werden von einer Anhebung von zwei bis fünf Euro profitieren, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Insgesamt beziehen rund 6,1 Millionen Erwachsene und Kinder Hartz IV in Deutschland.

Während die Regelung, die zunächst Bundestag und Bundesrat passieren muss, für den einzelnen Leistungsempfänger nur eine geringe Veräderung bedeutet, wird der Staatshaushalt zusätzlich um 586 Millionen Euro pro Jahr belastet. Fraglich ist zudem wie stark sich die zusätzlichen Ausgaben auf die Staatsverschuldung auswirkt.

Ein Analyst des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) erklärte dem Handelsblatt, er rechne schon Ende dieses Jahres mit einem Schuldenberg in Höhe von 2,2 Billionen Euro, was einen Anstieg der Schuldenquote auf 83 Prozent des BIP bedeuten würde. Einen so hohen Wert hatte die Bundesrepublik bisher noch nie erreicht.

Kommentare

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  1. Ralf123 sagt:

    Hätte man nicht die vielen Milliarden in die EU gepumpt und in Banken, die man angeblich retten musste, sondern den Mittelstand in Deutschland gefördert, dann hätten wir jetzt nicht soviele traurige Harz 4-Fälle. Beste Beispiel ist hier die Schweiz. Da funktioniert der Arbeitsmarkt auch heute noch.