Spanien: Erneut Massenproteste gegen Sparkurs von Rajoy

In Madrid gingen am Samstag zehntausende Bürger auf die Straße, um gegen die Sparpläne der Regierung zu protestieren. Wirtschaftsminister de Guindos sagte, es gäbe keine Alternativen zum radikalen Sparkurs.

Zehntausende Spanier demonstrierten am Samstag in Madrid gegen die Sparpläne der Regierung von Premier Mariano Rajoy. Zu den von der Linken organisierten Demonstartion waren zahlreiche Teilnehmer aus anderen Landesteilen nach Madrid gebracht worden.

Die Spanier demonstrieren gegen die immer härteren Sparmaßnahmen. Teilnehmer schilderten mehreren Nachrichtenagenturen ihre Lage: Viele müssen in mehreren Jobs arbeiten, um über die Runden zu kommen – und verdienen dennoch weniger als vorher in einer Festanstellung.

Wirtschaftsminister Luis de Guindos, der frühere Chef des Investmentbank Lehman Brothers, sagte, es gäbe keinen anderen Weg als zu sparen. „Diese Opfer sind absolut unvermeidlich, wenn wir das schwierige wirtschaftliche Klime überwinden wollen, welches wir gerade erleben. Wir legen damit den Grundstein zur Erholung unserer Wirtschaft.“

Immer wieder wurde bei der Demonstration der Ruf nach Neuwahlen laut – eine Forderung, die Beobachter zum gegenwärtigen Zeitpunkt für unrealistisch halten.

Kommentare

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  1. Margrit Steer sagt:

    Wirtschaftsminister Luis de Guindos, der frühere Chef des Investmentbank Lehman Brothers, sagte, es gäbe keinen anderen Weg als zu sparen. “Diese Opfer sind absolut unvermeidlich, wenn wir das schwierige wirtschaftliche Klime überwinden wollen, welches wir gerade erleben.
    ———————-

    und warum hat dieser Idiot nicht dementsprechend gehandelt, als er noch bei Lehmann Brothers war?
    Das ist an Zynismus doch nicht mehr zu überbieten
    Diese Leute die uns das alles eingebrockt haben, gehören in den Knast

  2. Autofokus sagt:

    Rajo hat ganz bewusst das Volk belogen mit Versprechen, die nicht zu halten waren, bloss um an die Macht zu kommen.
    Ungeachtet der wirtschaftlichen Situation und Schuldzuweisungen muss man dem spanischen Volk attestieren, dass es sich zumindest gegen diesen Betrug zu wehren versucht, wenn auch mit Erfolg oder Misserfolg, also mit ungewissem gewissem Ausgang.
    Dies geschieht natürlich deshalb, weil es jedem Kleinbürger persönlich ans Eingemachte geht.
    Im Gegensatz zum deutschen Michel, der dem politischen Geschehen völlig desinteressiert gegenübersteht und apathisch bleibt, solange er noch Arbeit oder Rente und sein Feierabend-Bier vor dem Fernseher hat, solange stimmt er auch der Merkels Politik zu. schliesslich ist alles ganz normal und alternativlos. Das belegen ja die neuesten Umfrage-Ergebnisse.
    Also lieber Michel, weiterhin guten Schlaf, nichts und niemand wird Dich wecken, denn was auf Dich zukommt ist völlig unspekulatär und vor Allem auch geräuschlos und unsichtbar !

    • frame sagt:

      Obwohl ich dir generell rechtgebe, möchte ich folgendes kommentieren

      > Rajo hat ganz bewusst das Volk belogen mit Versprechen, die nicht
      > zu halten waren, bloss um an die Macht zu kommen.

      Zumindest unter Politikern zeichnet ihn das nicht aus.
      Das vorherrschende „demokratische System“ ist m.E. ganz bewußt so
      eingeführt worden, daß Politiker nur an die Macht kommen und sich
      dort halten können, wenn sie bei den Wahlen Geschenke auf Kosten
      Anderer versprechen, sprich Kredite.
      Wer könnte wohl ein Interesse daran haben ?

      > Ungeachtet der wirtschaftlichen Situation und Schuldzuweisungen
      > muss man dem spanischen Volk attestieren, dass es sich zumindest
      > gegen diesen Betrug zu wehren versucht, wenn auch mit Erfolg oder
      > Misserfolg, also mit ungewissem gewissem Ausgang.

      Nicht nur die Spanier, uns alle hat man auf diese Art betrogen.
      Und zwar, seit Politiker versprechen, man könne auf Pump leben,
      und die Renten wären sicher, und Staatsverschuldung ist kein Problem.

      Mit dem Rest hast du wohl leider allzu Recht.
      Allerdings wird es wohl nicht geräuschlos und unsichtbar bleiben,
      wenn es wirklich ans Eingemachte geht …

  3. Atreides sagt:

    Seit wann sind 75.000 Gewerkschafter ein Massenprotest? Die Demo war eine Pleite. Die Gewerkschaften in Spanien sind unglaubwürdig. Jetzt veranstalten sie gerade wieder einmal einen Eisenbahnerstreik zum Schaden der arbeitenden bevölkerung, die sowieso nichts an der Politik Rajoys ändern kann.

  4. werner sagt:

    es ist schon ein Armutszeugnis, wenn Politiker ideologisch so mit Scheuklappen versehen sind, dass eine Entscheidung als alternativlos hingestellt wird. Alternativlos heißt immer, da will einer nicht (mehr) !

    Wie hätte Rumsfeld gesagt: einmschieren, eliminieren, ausradieren

  5. Delta120 sagt:

    Den Weg die Wirtschaft über die Massenarbeitslosigkeit zu reformieren können Beamte und das obere 1% der Bevölkerung haben. Dieser Weg würde ganz schnell enden würde man ebenso die Beamtenschaft an den Entlassungsprogrammen beenden.

    Die Erfolge sind einfach zu dürftig. Der Importüberhang wird zwar durch die Massenarbeitslosigkeit abgebaut. Aber da die Staatsdienerschaft nur unterdurchschnittlich am Einkommensabbau beteiligt werden entsteht eine weitere Lücke die durch Steuererhöhungen ausgeglichen werden soll, aber dessen Ausgleichsfunktion nicht funktioniert und stattdessen weitere Arbeitsplätze vernichtet.

    Schlusssendlich wird daher Griechenland die Eurozone verlassen müssen und Spanien wird man an den Tropf hängen. Wenn man sich die rasche Erhohlung von Argentinien und in neuerer Zeit Island nach ihren Staatspleiten anschaut, würde der Weg außerhalb der Eurozone die Massenarbeitslosigkeit sicher schneller und effektiver bekämpfen.

  6. Voltaire sagt:

    Aktuelle Infos zum „spanischen Niedergang“ unter folgenden Link:

    http://www.eilpost.org/ezb-halt-so-viele-spanische-staatsanleihen-wie-nie-zuvor/

    Der Kampf um die Euro-Rettung ist vergebliche Mühe, da der „point of no return“ längst überschritten ist. Anstatt dass sich Politiker der Realität stellen und einen Plan „B“ umsetzen, wird der unvermeidliche €-Crash in Zusammenarbeit mit „systemischen Banken“ nur weiter hinausgezögert.

    Die Politiker sind längst „out of control“, hoffentlich werden die Bürger beim bevorstehenden schmerzhaften Aufprall einen von oben aufoktroyierten Bürgerkrieg zu verhindern wissen. Das Urteil vom BVerG, die Bundeswehr bei „Ausnahmesituationen katastrophischen Ausmaßes“ im Innern einzusetzen, ist ja bereits vorsorglich von den Vasallen ähm unabhängigen Richtern vom ERSTEN und ZWEITEN Senat der BVerGs unlängst gefällt worden.

    • Margrit Steer sagt:

      Volle Zustimmung
      So wir wir über Nacht von den Länderwährungen zum Euro kamen, muß es auch einen Weg zurück geben.
      Da müssen sich mal wirkliche Fachleute, nicht selbst ernannte Experten, dran setzten. Die gibt es ja, die warnen ja schon lange
      Aber unsere Politiker wollen nicht, sie nehmen lieber den totalen Zusammenbruch hin

  7. Andreas Voth sagt:

    Wenigstens benutzt er nicht das seltsame Wort „alternativlos“ !!!!

    MfG

    • tuete33 sagt:

      Wirtschaftsminister de Guindos sagte, es gäbe keine Alternativen zum radikalen Sparkurs.
      ist doch das gleiche wie alternativlos

    • heide sagt:

      @ andreas voth

      MERKEL MUSS WEG.

      ALTERNATIVLOS.

      die frage ist nur, wer kommt dann?

  8. MasseStattKlasse sagt:

    „Wirtschaftsminister Luis de Guindos, der frühere Chef des Investmentbank Lehman Brothers“.
    Wie bescheuert sind die Politiker in Spanien, daß sie solche „Fachleute“ an Führung des Landes lassen?
    Offensichtlich sind wir in der Endphase der westlichen Zivilisation. Vor dem Ende regierten immer die Banker und Finanzelite, die Geschichte muß sich leider wiederholen.