Hohe Pensionen in Südeuropa belasten deutsches Rentensystem

Ökonomen warnen, die großen Unterschiede in den europäischen Rentensystemen würden die Solidarität in Europa schwer belasten. Während Deutsche in der Rente lediglich 39,3 Prozent ihres Gehalts ausbezahlt bekommen, sind es bei Griechen 81,8 Prozent. Da die EU zunehmend zu einer Schuldenunion ausgebaut wird, droht eine Überstrapazierung der Solidarität.

Rentnern in Griechenland werden im Alter doppelt so hohe Bezüge versprochen wie deutschen. Wie die Daten des OECD Berichts über die Renten aus dem vergangenen Jahr zeigen, bekommen Griechen durchschnittlich fast 82 Prozent ihres Einkommens in der Rente ausbezahlt.

In Deutschland bekommen Rentner lediglich 39 Prozent ihres Durchschnittseinkommens. Obwohl in Deutschland die Durchschnittseinkommen höher liegen, bekommen Griechen der OECD zufolge insgesamt durchschnittlich 45.000 Euro mehr Rente als Deutsche.

Ähnlich ist es mit den Renten in Spanien: Die Spanier erhalten – gemessen an ihrem Durchschnittseinkommen – die dritthöchsten Bezüge in der EU. Nur die Niederlande genehmigen ihren Rentnern noch höhere Anteile als Spanien und Griechenland.

Damit werden Griechen und Spaniern auch deutlich höhere Renten versprochen als im Durchschnitt der gesamten EU: Hier werden 58,7 Prozent des Gehalts ausgezahlt. „Griechenland wird dafür bedauert, dass die Pensionisten künftig mit vielleicht 20 Prozent weniger Rente auskommen müssen. Aber dass sie sich davor absurd hohe Pensionen, nämlich 40 bis 45% über EU-27-Niveau versprochen haben, wird nicht erwähnt“, sagte Dr. Bernd Marin, Direktor des European Centre For Social Welfare Policy and Research der österreichischen Tageszeitung Kurier.

Marin fordert nun eine Angleichung der Rentenversprechungen. Dies werde immer wichtiger, weil die EU-Staaten zunehmend für ihre Risiken gemeinschaftlich haften. Denn die Differenz zwischen Beitragszahlungen und tatsächlichen Auszahlungen muss der Staat zuschießen.

Diese Belastung landet dann über den Staatshaushalt auf der Staatengemeinschaft, die immer mehr in Richtung Schuldenunion tendiert. Würde keine Harmonisierung des Rentenniveaus in den einzelnen EU-Staaten vorgenommen, würde das die Solidarität schwer belasten, so Marin im Kurier.

Kommentare

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  1. rumpelstilzchen sagt:

    Nachdem alle Zeilen an meinem Auge vorbei gelaufen sind, bin dich genau so schlau wie vorher – schade um diesen Artikel. Ich hätte auch Kaffeesatz-Leserei machen können.

    Wie hoch ist denn nun wirklich die Rente (in belastbaren Zahlen!) in Spanien oder Frankreich? Wie hoch die Ostrente bei den Frauen ist (655 Euro im Durchschnitt !) wissen wir und auch was die Ost-Mutti damit bezahlen kann (ich meine die Kaufkraft!).

    Wenn die Griechische Mutti im Schnitt 120% hat dann sind das 786 Euro oder wie?

    Vielleicht kann der Vorstand von den „Deutschen Mittelstands Nachrichten“ mal einen
    sogenannten „Fakten-Scheck“ nachschieben, damit wir schlauer sind und nicht in die
    Glaskugel gucken müssen, Danke!

  2. Y. Meierbeer sagt:

    Eines der vielen Maerchen! Hauptsache man behauptet angeblich serioes und fuegt irgendwelche Statistiken an. Der Grossteil der Bevoelkerung lebt von weit bescheideren Renten – Euro 400.– bis 600.– sind eher die Regel als die Ausnahme. Aber mit diesem populistischen Geschwaetz kann man in jedem Land die Leute aufhetzen… Hauptsache ein Gegen- anstatt ein Miteinander. Da ich seit 20 Jahren in GR lebe und mich im Rahmen meiner Taetigkeit, mit Geschichte, Kultur, Politik und ‚Alltag‘ befasse, interessieren mich vorallem die Hintergruende dieser Krise. Diese hat einen weit umfassendere Dimension als uns die Medien und die Politiker jeder Couleur einreden wollen… leider lassen viel zu Viele sich maniplieren.

  3. Saila sagt:

    Was ist das Durchschnittseinkommen der Griechen, welche diese Rente beziehen?
    Was ist das Durchschnittseinkommen der Spanier, welche diese Rente beziehen?
    Wie hoch ist das Durchschnittseinkommen der Deutschen und welche Zahlen werden von der OECD herangezogen. Die geschönten oder die wahren?

    Was soll diese Nachricht mit einem Haufen nichtssagender Prozente? Darin die Forderung einer Angleichung in der europäischen Ländern, was Rentenversicherungen betrifft.

    Wie sehen die Rentenversicherungen von jenen Ländern in Europa aus, welche an welche Länder mit Rentenversicherungen anzugleichen sind?

    Nichts ganzes und nichts halbes. Das ist eine Hülsennachricht ohne Inhalt.

    Man hätte auch schreiben können:
    Im Westen liegt ein Tief, welches hinten nicht mehr hoch kommt. Der Süden hat auch ein Tief. Nur hängt es nicht so Tief wie im Westen. Der Norden hat sogar ein Hoch, welchem ein Tief folgt. Der Osten gerät gerade in ein Tief, welches jedoch höher liegt als jenes im Norden. Es wäre besser, der Westen, Norden Süden und Osten würden sich angleichen.

  4. akü sagt:

    So funktioniert unser Rechtsstaat. Mit Gerechtigkeit hat das aber nichts mehr zu tun!

    http://www.houseofobjects.de/FotoPage/beitragszahler-rentner.jsp

  5. Margrit Steer sagt:

    Der Vergleich mit Deutschland hinkt ja insoweit, als Dtuschladn von Schröder und den Grünen zum Niederiglohnland und Niedrig-Rentenland umgebaut wurde.
    Hierüber sollte die OECD mal sehr laut und offen berichten

  6. Ich sagt:

    Aber das z.B. die Spanier während ihre ganzen Arbeitslebens mit Löhnen auskommen müssen, für welche die meisten Deutschen gar nicht arbeiten gehem würden, das erwähnt keiner.
    Das es den damaligen europäischen Billiglohnländern wie Spanien heute unter anderem auch so schlecht geht, weil die europäische Finanzoligarchie Arbeitsplätze und Wirtschaftsleistung in Billiglohnländer exportiert, in denen Menschen unter sklavenähnlichen Zuständen arbeiten müssen, nur damit die Reichen noch reicher werden, das erwähnt auch niemand.
    Würde man die Arbeit in der EU lassen und die dortigen Billiglohnländer dazu mit nutzen, dann ginge es der ganzen EU besser.
    Aber dann verdienen die Geldsäcke ja etwas weniger.
    Europäer werdet endlich mal wach und lasst euch nicht ausnehmen wie die Weihnachtsgänse!

  7. Nostradamus sagt:

    Hohe Pensionen in Südeuropa belasten deutsches Rentensystem !

    Beziehen die Süd – Europäer ihre Rente von der deutschen Rentenkasse ?

  8. RicoCoracao sagt:

    Wer 1+1 zusammenzählen kann, der weiss, dass es sich im Süden besser leben lässt: Besseres Wetter = Kaum Heizkosten. Kurze Strecken lassen sich mit dem Rad oder Moped erledigen, weil es kaum regnet = man spart Benzinkosten. Die Renten auch höher, werden nur gleichgeschaltet, wenn der Deutsche zuviel mault, ob das passiert?
    Aber selbst dann ist es im Süden günstiger, weil Alle das gleiche verdienen werden. Es wird auch kein Land die Eurozone verlassen, egal was passiert, es wird Keiner gehen…

    Die deutschen Steuerzahler retten auch gerade die Mafiaoase Zypern..
    Dirk Müller – Cashkurs.com
    Steuergeld für Banken voller russischer Schwarzgeld-Milliarden?
    http://www.youtube.com/watch?v=jwniExPLHx8 (ab 10:20min)

  9. guantanamera sagt:

    Ich hätte mal ne andere Überschrift. Billiglöhne und Leiharbeit belasten deutsche Sozialkassen.

    Jede Arbeitgeber sollte zu saftigen Zwangsabgaben an die Kommunen für jeden Aufstocker verpflichtet werden, damit sie es mal endlich lernen!