Deutsche Bank: Gelddrucken fördert Verschuldung und Risiko

Das aktuelle Finanzsystem ermutigt nicht nur zu exzessiver Verschuldung, es drohen aktuell auch keine Konsequenzen für moralisch falsches Handeln. Darin sehen Analysten der Deutschen Bank die Hauptprobleme der aktuellen Finanzwirtschaft.

Analysten der Deutschen Bank warnen in einem Bericht vor den Fehlentwicklungen in weltweiten Wirtschaftssystem. Sie stellen der internationalen Finanzbranche und Unternehmen ein vernichtendes Urteil aus.

Ein Hauptproblem des aktuellen Wirtschaftskurses sehen Daniel Brebner und Xiao Fu von der Deutschen Bank in der exzessiven Verschuldung: „Tatsächlich bleibt das Finanzsystem so orientiert, dass es zu weiterer Verschuldung und mehr Risiko ermutigt. Es ist besser ein Schuldner zu sein, als Gläubiger“, beschreiben die Analysten die Fehlentwicklung.

Die ungebrochen hohe Verschuldung hängt auch damit zusammen, dass die Verantwortlichen für schlechte Geschäfte nichts zu befürchten haben: „Das Vermögen derjenigen, die sich zu viel geliehen oder fahrlässig gehandelt haben, leidet trotz diese Dummheiten nicht“, schreiben Brebner und Xiao.

Dies liegt auch an den Exzessen systemrelevanter Einrichtungen: „Verlust-Verursacher werden von einem System getragen, dass sich die Konsequenzen des Versagens nicht mehr leisten kann. Es wird weiterhin ermutigt, unmoralische Risiken einzugehen“, kommen die Analysten zum Schluss. Es werde zu stark darauf geachtet, was der leichteste Weg Geld zu verdienen ist, anstatt den „richtigen Weg“ zu gehen.

Kommentare

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  1. Carmen Fischer sagt:

    Ach das haben die auch schon festgestellt!
    Na immerhin merken die noch etwas, unsere Politiker ja leider nicht, oder sie lassen sich diese Wahnsinnsentscheidungen dann von der Hochfinanz vergolden.
    Auch hier gibt es 0-Haftung.
    Zeit für eine Erneuerung der Demokratie, um diese Mißstände zu beseitigen.
    Mit CDU/FDP/SPD/Grüne wird das sowieso nix. Eine Krähe hakt der anderen kein Auge aus, und gewinnen tut immer die Bank.

  2. Tacheles sagt:

    Was kommt nach dem Euro?

    Zuerst eine Zeit lang: Tauchhandel (ein Haus gegen ein Pfund Butter)

    Dann eine Zeit lang: Lebensmittelmarken

    Dann einige Jahrzehnte wieder: Goldstandard

    Dann wieder: reines Papiergeld (basierend auf Vertrauen eventuell in die Deutsche Bundesbank)

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    „Das aktuelle Finanzsystem ermutigt nicht nur zu exzessiver Verschuldung, es drohen aktuell auch keine Konsequenzen für moralisch falsches Handeln.“

    Nein. Das „Geld, wie es (noch) ist“ (Zinsgeld mit Wertaufbewahrungs(un)funktion), das gänzlich unreflektiert dem Edelmetallgeld der Antike nachgeäfft wurde, ERZWINGT eine exzessive Verschuldung, um die durch die Rentabilitätshürde des Urzinses bedingte Liquiditätsfalle (kollektiver Rückzug der Ersparnisse aus der langfristigen Anlage) hinauszuzögern:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/01/2012.html

    Und die so genannte „Moral“ ist eine irrelevante Größe für das zivilisierte Zusammenleben, solange die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung, das Geld, fehlerhaft ist:

    http://www.deweles.de/globalisierung/die-3-gebote.html

  4. rundertischdgf sagt:

    Warum soll kein Geld gedruckt werden, wenn wir Deutschen noch unbewertete Goldschätze irgendwo schlummern haben? Aber im Ernst, es ist ein Skandal, wenn in den letzten 5 Jahren keine Inventur unserer Goldreserven vorgenommen wurde, wie gestern der CDU Abgeordnete Willsch auf http://www.abgeordnetenwatch.de berichtete.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/09/21/mdb-willsch-seit-5-jahren-gibt-es-keine-inventur-der-deutschen-goldreserven/

  5. Saila sagt:

    Na das ist ja eine tolle Erkenntnis. Das erleben wir in Deutschland ja bereits über Jahrzehnte! Da werden von Bundesregierungen Gelder versenkt, ohne auch in irgend einer Weise dafür zu haften!

    Nun weisen die Analysten der Deutschen Bank (interessant, dass diese Nachricht von Analysten der Deutschen Bank stammt) zwar auf das Problem hin, zeigen aber wie immer keinen zwingenden Lösungsweg auf. Somit ist es wie immer leicht, gerade mal eben auf ein Defizit hinzuweisen. Lezttlich wird es die von Macht und Gier getriebenen in keinster Weise interessieren!

    • Saila sagt:

      Ergänzung:

      Seit Jahren labern Politiker hier zu Lande als auch in Brüssel, man müsse Banken begrenzen. Zum einen in ihrer Größe und zum anderen mit der Verringerung oder stop des Handel mit Derivaten.

      Nun stellt sich die Frage, warum das Wetten (Derivate) = nicht Leerverkäufe (wobei es diese auf die Börsennotierten Unternehmen zu beschränken gilt) eingestellt bzw. gestopt wurde?
      Richtig, weil Banken ein und aus gehen in Brüssel als auch in Berlin. Banken wurden und werden sogar als Berater herangezogen und darüber hinaus werden Banken (und auch andere Lobbyisten) dazu beauftragt, entsprechende Verträge zu fertigen.

      Es wird hier von einem System gesprochen. Das System ist die Aushöhlung der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit!

      Offensichtlich will das keiner hören, wissen und schon gar nichts dagegen tun. Wir dürfen also walle darauf warten, bis es uns spürbar schlechter oder richtig schlecht ergeht, bis hier wohl die ersten Kräfte des Suverän aktiv werden.

  6. Blickensdörfer sagt:

    System sei orientiert und Verursacher von einem System getragen.
    System, System, System = beliebiges Verstehen, deshalb auch für den „richtigen Weg“.

  7. Leopold sagt:

    Ja, das ist die Politik von Brüssel. Verantwortungsloses Handel. Zum Vorteil der Schuldenstaaten und der Banken. Zum Nachteil Deutschlands und der wenigen, die noch einen halbwegs vernünftigen Haushalt haben. Aber ein Umlenken ist nichtmehr möglich und Deutschland kann nur noch STOPP sagen und Zahlungen und Garantien sperren!

    • Pilger sagt:

      Stellen Sie sich einmal bildlich vor, was passieren würde, wenn Deutschland tatsächlich wie Sie schreiben “ Stopp sagen “ würde.

      Niemand würde einen Gedanken an die Ursache einer solchen Vorgehensweise verschwenden, sondern alle Beteiligten würden die Schuld an den Konsequenzen ausschließlich Deutschland zuschreiben. Daraus ließen sich mit Sicherheit schöne und umfangreiche Forderungen nach Entschädigung und Wiedergutmachung ableiten.

  8. otto936 sagt:

    Vielleicht liest man ja im Kanzleramt auch solche Analysen – wenn schon die Hauptprofiteure des Systems dieses als krank beschreiben, sollte die Politik einmal darüber nachdenken was sie macht und warum sie es macht, und für WEN.

  9. Kanty sagt:

    England ist am schlimmsten von allen Ländern der Welt im Verhältnis zum GDP verschuldet. Warum wird darüber kaum gesprochen?

    http://www.marktorakel.com/index.php?id=5761372824241896492

    Da ist doch was faul!