Monti empfiehlt Südländern Aufweichung der Defizit-Ziele

Mario Monti hat in Rom Vertreter Spaniens, Irlands und Griechenlands empfangen und ihnen erklärt, dass eine Aufweichung der Defizit-Ziele die beste Maßnahme gegen die aktuelle Rezession sei.

Der italienische Premier Mario Monti hat am Freitag die Vertreter der von der europäischen Schuldenkrise besonders betroffenen Staatschefs empfangen: In Rom traf Monti mit Amtskollegen aus anderen Krisenländern zusammen, wie dem griechischen Regierungschef Antonis Samaras, dem irischen Premier Enda Kenny sowie dessen spanischem Kollegen Mariano Rajoy. Kenny nannte es danach “eine pragmatische Entscheidung”, dass Italien wegen der scharfen Rezession seine Defizit- und Verschuldungs-Grenzwerte für dieses und das nächste Jahr gelockert hat. Dies werfe die Frage auf, wie viel Sparen eine nationale Wirtschaft verkraften könne. Für Irland ist die Lage besonders bitter: Sie sind am härtesten von den Troika-Forderungen betroffen und müssen ihre Schulden mit Zins und Zinseszins unter Aufsicht abarbeiten.

Schon in den vergangenen Monaten hatte Monti den italienischen Sparkurs vor allem auf der rhetorischen Ebene vorangetrieben: Tatsächlich vermied Monti einschneidende Maßnahmen, weil es ohnehin äußerst ungewiss ist, ob die im Parlament vertretenen Parteien den verbalen Vorgaben des Goldman Vertreters Premiers zustimmen würden.

Monti und Samaras lobten einander gegenseitig und priesen die Sparanstrengungen des jeweils anderen. Auch die Griechen haben bisher kaum einschneidende strukturelle Kürzungen vorgenommen. Sie ächzen jedoch unter dem kaum noch leistbaren Schuldendienst, dessen Erfüllung von der Troika überwacht wird. Die sieht offenbar wenig Verheißungsvolles, weshalb der schon längst fällige Bericht auf den St.Nimmerleinstag nach der US-Wahl verschoben wurde.

Kommentare

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  1. Wolf sagt:

    Dieser Bericht besticht durch seine Streichungen. Die TTIP und Euro Politik der selbstzufriedenen, für die Wirtschaft kämpfenden Staatschefs muss offen gelegt werden. Der Zusammenbruch des sozialen Systems ist vorprogrammiert.

  2. SchErzengel sagt:

    Ist doch alles im Lot, wenn man Südländer und reich ist!

  3. Fahrenheit451 sagt:

    schon bald empfehlen die EU-Bürger Herrn Monti

    das EU-Parlament aufzuweichen bis es sich endlich aufgelöst hat

  4. Carmen Fischer sagt:

    Ja zahlen tun wir, und das Geld ausgeben machen die Südländer, was ein Schwachsinn!
    Der Euro wird zur Spaltung der Bevölkerungen Europas führen!
    Die Südländer leiden, die Nordländer demnächst auch, goßartige Aussichten, der Euro schaft wirklich blühende Landschaften……….für Politiker und Großfinanz.
    Lustiger Artikel, vor allem die Streichungen 🙂

  5. Werner sagt:

    „…Monti empfiehlt Südländern Aufweichung der Defizit-Ziele…“

    Und Ich empfehle Deutschland sich schleunigst von diesem Mistladen (genannt EU / Euro-Zone ) zurückzuziehen .
    Mehr als permanennter Vertragsbruch ist da nicht , und ein Land das auch nur einen Funken Stolz und Selbstachtung hat hält sich davon weit entfernt !

    mfg. Werner

  6. Erdenbürger sagt:

    bin mal gespannt, wann die bürger der länder endlich auf die strasse gehen, statt in foren zu jammern und schlaue sprüche abzulassen. änderung funktioniert nur mit bewegeung von unten. und solange die bürger nichts unternehmen, sind sie mit allem einverstanden, was politisch gerade abläuft. denn wären sie es nicht, wären sie schon unterwegs.
    1832 marschierten ca 30.000 menschen zum hambacher schloss, um für freiheit und demokratie einzustehen. ohne internet, das schnellste kommunikationsmittel war wohl die brieftaube. und heute haben wir alle möglichkeiten und nichts geschieht. erbärmlich!!

    http://www.demokratiegeschichte.eu/index.php?id=10

  7. heavenshill sagt:

    Bei Wahlalternative 2013 mitmachen und helfen in 2013 den Spuk zu beenden!