Griechenland: Reformaufschub kostet mindestens 15 Milliarden Euro

Finanzpolitisch ist es kein guter Tag für Griechenland. Nachdem hohe Beamte angegeben haben, dass das Haushaltsloch Griechenlands wohl bei über 30 Milliarden Euro liegen wird, kommt nun auch der griechische Finanzminister mit neuen Zahlen. „Wir schätzen die Finanzierungslücke auf 13...

Finanzpolitisch ist es kein guter Tag für Griechenland. Nachdem hohe Beamte angegeben haben, dass das Haushaltsloch Griechenlands wohl bei über 30 Milliarden Euro liegen wird, kommt nun auch der griechische Finanzminister mit neuen Zahlen. „Wir schätzen die Finanzierungslücke auf 13 bis 15 Milliarden Euro, die entstehen würde, wenn wir eine Verlängerung über zwei Jahren bekämen”, sagte Finanzminister Yannis Stournaras er Nachrichtenagentur Reuters.

Die internationalen Gläubiger sind sich seit einigen Tagen uneinig darüber, wie mit Griechenland weiter verfahren werden soll. Der Troika-Bericht wurde verschoben, der IWF will dem Land nicht mehr Geld zusagen und etliche nördliche Länder der Eurozone wollen Griechenland bis dato noch keinen Aufschub gewähren (Im Gegensatz zu Deutschland ist Frankreich allerdings dafür – hier). Die zusätzlichen Kosten für einen möglichen Aufschub bei der Umsetzung der Reformen könnten die Diskussionsgrundlage für Griechenland deutlich schmälern – zumal sich die griechische Regierung noch nicht einmal selbst auf das neue Sparpaket einigen kann.

Griechenland will nun eine Verlängerung der auslaufenden EZB-Kredite erreichen, teilte der griechische Finanzpolitiker, Christos Staikouras, in einem Dokument mit, das am Dienstag veröffentlicht wurde. „Mit dem Blick auf die Schließung der Finanzierungslücke und angesichts dessen, dass das Eurosystem griechische Bonds in Höhe von 28 Milliarden Euro hält, die zwischen 2013 und 2016 auslaufen, wird die Möglichkeit einer Umschuldung untersucht“, schreibt Christos Staikouras.

Bisher hat sich die EZB strikt geweigert, irgendwelche Verluste bezüglich gekaufter Bonds in Betracht zu ziehen. Christos Staikouras sagte jedoch, jede mögliche Verlängerung der Laufzeit würde innerhalb des gesetzlichen Rahmen des Lissabon-Vertrages ablaufen. Zudem, so Staikouras, wird Griechenland wahrscheinlich zusätzliches Geld vom Anleihenmarkt im Jahre 2015 und 2016 in Höhe von 10,6 Milliarden Euro beschaffen müssen.

 

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    BETRAG AUF 2 BILLIONEN „GEHEBELT“
    Die Masse weiss nicht,dass es eine 2 mit 12(!) Nullen ist! Ein Betrag welcher die Vorstellung übersteigt. Ein Gedanken-Experiment: Wenn man einen EURO mit 1mm annimmt, dann sind 2 Billionen mm 2 Millionen Kilometer ! Etwa die 4fache Entfernung Erde-Mond! Ein Betrag, der in Münzen und Scheinen nicht mehr dastellbar ist und nur mehr über die Bildschirme flimmert. Diese Summen sind nie mehr zu bezahlen und können nur über eine teilweise Enteignung der Bevölkerung getilgt werden.
    Das haben wir Lügenpolitikern zu verdanken.