Bundesbank kritisiert IWF: Zu viel Risiko in der Schuldenkrise

Die Deutsche Bundesbank sieht in den gelockerten Kredit-Bedingungen des IWF eine Gefahr für die Staaten, die den IWF finanzieren: Sollte sich der IWF weiter so massiv in den europäischen Schuldenstaaten engagieren, könnte die deutschen Beiträge an den IWF als nicht mehr risikofrei eingestuft werden.

„Im Zuge der jüngsten Finanzkrise hat der IWF seine Finanzierungsfunktion zur Unterstützung von Mitgliedsländern bei der Krisenbewältigung und zur Vermeidung von Ansteckungseffekten stark ausgeweitet”, kritisiert die Bundesbank in ihrem Monatsbericht. Gleichzeitig hätten aber „die mit IWF-Finanzhilfen verbundenen Risiken für den Fonds substanziell zugenommen” – quantitativ und qualitativ. So haben insbesondere die „Ausweitung der Finanzierungsfunktion des Fonds und die Aufweichung der Standards für die Mittelvergabe haben zu einer Verschlechterung seines Risikoprofils geführt“.

Dadurch, dass der IWF zunehmend mehr Risiken übernommen habe, bestehe die Gefahr, dass der IWF sich „tendenziell von einem Liquiditätsmechanismus zu einem Kreditinstitut“ wandele, heißt es in dem Bericht. Aber eine solche Wandlung stünde aber weder im Einklang mit den rechtlichen und institutionellen Vorgaben des IWF-Abkommens noch mit seinem Finanzierungsmechanismus und seinen Möglichkeiten der Risikoabsicherung. Dies könne dazu führen, dass die Erfolgsaussichten von IWF unterstützen Anpassungsprogramme geschmälert werden, da die deutschen Beitrage an den IWF nicht mehr als risikofrei eingestuft werden könnten.

Kommentare

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  1. Kanty sagt:

    Im Windschatten der Dürre USA glaubt man nun die Inflationierung anfahren zu können.
    Preissteigerungen? Schuld sind dann die Missernten oder das Klima:

    http://www.marktorakel.com/index.php?id=3554183902793956028

  2. Bismark sagt:

    Pikant ist folgendes IWF-Zitat: Die Unsicherheit darüber, ob Regierende die größten Probleme effektiv angehen, “beeinträchtigt nun Volkswirtschaften im Rest der Welt.” Eine später Erkenntnis – und eine Farce. Denn: Ist der IWF nur Beobachter, oder ist er Akteur ?

    Die Organisation gehört der Troika an, die regelmäßig bei Anti-Lustreisen nach Athen an fein gedeckten Tischen ausrechnet, wie weiträumig sich Griechenland zuletzt an den aktuellen Sparvorgaben vorbei gemogelt hat – um dann aus Berlin das grüne Licht zu bekommen, weil die nächste Tranche sowieso fließen muss.

    http://blog.markusgaertner.com/2012/09/25/eine-weltweite-illusion-und-eine-globale-krise-mit-vielen-gesichtern/

  3. fakelakios katastrophoulos sagt:

    lasset uns alles hebeln: Den ESM auf mindestens 2 Billionen, in Wahrheit bräuchte
    er mindestens 3,7 Billionen, den IWF auch auf Zig-Billionen, das Ponzi-Hütchenspiel
    muss doch noch ein paar Monate weitergehen. Zum Schluß leben wir vom gehebel-
    ten Geld, das keinerlei Wert mehr hat.

  4. tomorrow sagt:

    Dann fehlt jetzt noch, dass Deutschland nichts mehr zum geben hat.
    Natürlich sind die Strukturprobleme eine kommunitative Sache, an der jeder mitarbeiten muss, der an die EUro Zone gekoppelt ist. So ist das Spiel: Mit gefangen, mit gehangen.

    Derzeit nörgeln wir den vermeintlich rausgeworfenen Steuermilliarden hinterher. Was ist aber Morgen, wenn die schlecht bewerteten Länder, plötzlich und ohne Ankündigung, wie ein Phönix aus der Asche steigen? Erhalten wir dann zumindest unseren Einsatz zurück? Nein. Denn mittlerweile haben sich die Räder der Finanzoligarchie weiter gedreht. Rein netto bleibt nichts anderes übrig, als die Schuld.

    FG tomorrow

  5. Sozialkritiker sagt:

    Die Alternativlosen werden darauf sagen: wir brauchen mehr Europa. Helfen Sie uns die dummen Euroskeptiker zu „beseitigen“.

    Die einzig wahre Alternative lautet: raus aus dem Euro und zwar flott. Kritik zu ueben ist schoen, gut und zivilisiert. Aber irgendwann muss man Taten setzen. Im Moment steuert die EU den Wagen mit Tempo 100 im Nebel auf die Betonwand zu und die Bundesbank sagt leise als Beifahrer: „Aber das Risiko….“

  6. Nostradamus sagt:

    DEUTSCHLAND bezahlt über

    40 MILLIARDEN

    an den IWF – schreibts doch dazu, das VOLK muß doch informiert werden.

    Summa Summarum wenn wir nun alles mal zusammen rechnen – was für eine astrnomische Summe käme hierbei heraus – was Deutschland bezahlt..

    Wenn es mal wieder heißt der IWF bezahlt da die Schulden der maroden Banken um diesen Euro zu retten den wir gar nicht wollten,

    so denkt bitte daran daß eure Steuergelder mit 40 Milliarden hier dabei sind !

    Auch wenn ihr des morgends euer geliebtes Auto zum tanken zu Arbeit fahrt,

    denkt bitte daran daß ihr schon für jeden Liter Benzin

    1,00 € STEUERN PRO LITER !!!!

    bezahlt !

    Das ist Wachstum – das ist Konjunktur – das schafft Arbeitsplätze –

    das ist der Wirtschafts Standort Deutschland –

    das lockt Untenhemen an sich hier niederzulassen

    fragt sich nur … WO ? ist alles Geld dahin – WO ? ist es geblieben ?????

  7. akü sagt:

    Schäuble hält eine große Krise zur Verwirklichung seiner politischen Euro-Ziele für notwendig:

    http://www.youtube.com…