Eurokrise: Unternehmen fahren Investitionen zurück

Die schlechten Konjunkturaussichten verunsichern die deutschen Unternehmen. Sie fahren die Investitionen zurück und stellen weniger neue Mitarbeiter ein. Dem DIW zufolge verliert die Konjunktur in Deutschland weiter an Schwung.

Sowohl die Unternehmen als auch die Konsumenten rechnen damit, dass das deutsche Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten weiter nachlassen wird. Die unruhige Lage in der Eurozone, die schwächelnde chinesische Wirtschaft und die sich zusammenbrauende Krise in den USA erhöhen zunehmende die Unsicherheit der deutschen Unternehmen bezüglich der Konjunkturaussichten für die deutsche Wirtschaft.

Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch mitteilte, zögern die deutschen Firmen entsprechend bei den Neueinstellungen. So sei die Nachfrage nach Arbeitskräften im September weiter zurückgegangen. „Angesichts abgeschwächter Konjunkturerwartungen zeigen sich die Unternehmen insgesamt vorsichtiger, was weitere Neueinstellungen angeht“, heißt es von der BA. Der BA-Stellenindex sank um weitere zwei Punkte auf 161 Zähler und liegt damit 11 Punkte unter dem Niveau vom vergangenen Jahr, wenngleich die Nachfrage nach Arbeitskräften immer noch auf hohem Niveau liege. Zwar gebe es noch einen großen Bedarf an Mitarbeiter bei Zeitarbeitsfirmen, im Groß- und Einzelhandel oder auch bei Bauinstallationsfirmen, allerdings „wird auch bei der Betrachtung nach Branchen deutlich, dass der Nachfragehöhepunkt überschritten ist“.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet ebenfalls damit, dass die Konjunktur in Deutschland weiter an Schwung verliere. Die Aussichten würden jedoch zum Jahreswechsel hin besser werden. Nichtsdestotrotz halten sich die Unternehmen „mehr und mehr mit Investitionen zurück“, sagte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner der dpa. Fichtner erwartet jedoch, dass die geplanten Anleihenkäufe der EZB diesen Trend ändern werden, „dann werden die Unternehmen wieder stärker das günstige Finanzierungsumfeld nutzen“.

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