„Umfairteilen“: Demonstranten fordern Spitzensteuersatz von 50 Prozent

Bei einer Kundgebung in Bochum im Zuge des „Umfairteilen“-Aktionstages in Deutschland, kritisierten die Veranstalter die Politik des „Kahlschlags“ welche die Bundesregierung in der Eurokrise gewählt habe. Sie sehen den Sozialstaat und dessen Finanzierung wegen ungerechter Krisenpolitik in Gefahr.

In zahlreichen deutschen Städten wurden am Samstag Demonstrationen für eine gerechtere Verteilung des Wohlstands abgehalten. Aktuell dominieren Rentner die Bilder von den Aufmärschen.

In Bochum nahmen der Polizei zufolge etwa 4.000 Menschen an der Demonstration teil. Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, sagte dort, er sehe die Finanzierung des Sozialstaates gefährdet, sollte sich die Steuerpolitik nicht erheblich verändern. Unter anderem forderte er eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auf bis zu 50 Prozent. Die Demos unter dem Motto Umfairteilen bezeichnete Schneider als „Durchbruch in der Gerechtigkeitsdebatte“.

„Wir sind nicht mehr bereit, einfach hinzunehmen, uns daran zu gewöhnen und zuzusehen, wie 12 Millionen Menschen in Deutschland an der Armutsgrenze leben müssen“, deutete Schneider die Bereitschaft der Deutschen für mehr soziale Gerechtigkeit auf die Straße zu gehen.

Er kritisierte den Weg der Bundesregierung, benötigtes Gelder für die europäische Krisenpolitik durch Kürzungen bei sozial Schwachen aufzutreiben: „Wer diesen Weg propagiert, soll wenigsten so ehrlich sein, uns allen ins Gesicht zu sagen: Dann gibt’s keine Pflegeversicherungsreform, dann gibt’s nicht mehr Bildung für Menschen in Deutschland, dann gibt’s keine auskömmliche Rente im Alter. Denn das ist die bittere Konsequenz aus dieser Politik des Kahlschlags“, sagte Schneider in seiner Rede.

Die Veranstalter wollen sich nicht parteipolitische Gruppierungen reduzieren lassen: „Falschmeldung im #Abendblatt: Veranstalter sind über 40 Organisationen – und nicht nur die Linke!“, teilte etwa der Hamburger Ableger des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes über den Nachrichtendienst Twitter mit.

Zu den Veranstaltern gehören neben Gewerkschaften und sozialen Verbänden auch andere Gruppierungen wie die Alevitische Gemeinde Deutschlands oder die Naturfreunde.

Kommentare

Dieser Artikel hat 36 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. frau nachbarin sagt:

    in meiner kleinstadt habe ich ebenfalls an einer umfairteilaktion teilgenommen.
    dazu ist mir auch ein gedicht eingefallen, welches ich mir erlaube hier zu posten.

    umfairteilen

    gebt uns eure kohle her
    denn das volk, es leidet sehr

    6 millionen leben von hartz 4
    das glauben wir nicht, das wissen wir

    ihr reichen leute voller gier
    wir wollen auch mehr als ein bier

    was wollt ihr mit dem vielen geld
    liebe kauft man davon nicht in der welt

    denkt nach ob nicht weniger reicht
    denn nackt bist du, wenn du eine leich‘

    http://meine-gedichte.blog.de/2012/09/25/umfairteilen-14873662/

  2. ratlos sagt:

    Ich habe gesehen, dass der Autor Heiko Schrang vor kurzen 11 Fragen, die alle Deutschen bewegen, in einem Interview beantwortet hat. http://www.macht-steuert-wissen.de/artikel/145/11-fragen-die-die-deutschen-bewegen.php Lesens- und nachdenkenswert!

  3. Ja ne, is klar sagt:

    Ist doch logisch, daß diejenigen, die davon nie betroffen sein werden, für 50% Steuern plädieren.
    Das ist ja das „Tolle“ an der Demokratie. Man kann andere „legal“ enteignen lassen, so lange man nur in der Mehrheit ist. Von Eigentumsrecht keine Spur.

    Anstatt dafür zu kämpfen, daß der Staat sich gefälligst aus allen Portemonnaies raushält und die Privilegien für einige wenige abschafft, fordern diese geistigen Tiefflieger mehr staatlichen Diebstahl in der Hoffnung, selbst mehr zu bekommen.

    Aber die haben alle keine Ahnung von Ökonomie und Geldsystem. Denn andernfalls wüßten sie, daß die ganz Reichen davon sowieso nicht betroffen sind und diejenigen, die sie damit berauben wollen, genau diejenigen sind, von denen sie einen Arbeitsplatz haben wollen. Außerdem drucken die Notenbanken wie wild, so daß bald viele „Geringverdiener“ in die nächste Steuerklasse nachrutschen werden, dank Inflation und nachfolgender Preissteigerungsrate mit obligatorischer Lohnanhebung. An Kaufkraft verloren, aber Hauptsache nominal mehr auf dem Konto.

    Ich werde nicht müde, einen Wahlführerschein zu fordern, der sicherstellt, daß diejenigen, die wählen oder gewählt werden wollen auch ein Mindestmaß an Qualifikation nachweisen können. Denn ahnungslose Wähler bescheren uns ahnungslose Politiker, und die bescheren uns genau das, was wir gerade haben.

    Fazit: Demokratie ist eben doch nur die Diktatur der minderwertigen Masse, eine Ineptokratie, die geradewegs in Sozialismus führt. Deshalb wird das Ende der EU dem der UdSSR ziemlich ähnlich sein.

    • Expat sagt:

      verstanden. da liegst du richtig

    • Kuestennebel sagt:

      „…die minderwertige Masse …“ – du zählst dich sicher zur hochwertigen Minderheit. Ja ne, is klar, der typische Kommentar eines Beamten, der der Obrigkeit in den Allerwertesten kriecht und auf die herabschaut, die mit ihrer Arbeit seine Privilegien finaziert – oder glaubst du, die werden von den Bankern, Steuerberatern, Insolvenzverwaltern, Apothekern, Richtern und Politikern erwirtschaftet?

      • KategorieKB sagt:

        Der User ‚ja ne is klar‘ hat wirklich eine sehr vernünftige Ausführung gebracht, leider haben Sie diese nicht verstanden. Denn in diesem Sinne ist die „minderwertige Masse“ nicht die Arbeiterklasse, sondern die, die ihr Hirn rosten lassen und sich nicht gegen diese Inepdokratie zur Wehr setzen.

  4. heavenshill sagt:

    So sieht „Umfairteilen“ à la SPD aus:

    SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat für zehn Antworten in einem Interview mindestens 7000 Euro kassiert. Insider gehen nach FOCUS-Informationen sogar von einem fünfstelligen Betrag aus. Das Interview ist aber längst nicht das Einzige, woraus Steinbrück Profit schlägt….

    Quelle: Focus

    Alles das gleiche korrupte Pack. Zwiespalt in der Bevölkerung sähen, die arbeitende Bevölkerung ausnehmen und diffamieren und sich selber satt stossen.

    Pfui Teufel!

  5. tomorrow sagt:

    Mal platt gesagt: Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn der Geldadel und die großen Wirtschaftsunternehmen nur wenig mehr Steuern bezahlen, als der Mittelstand.
    Allerdings wäre es begrüßenswert, wenn die Zahlen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch bezahlt bzw. eingezogen werden. Genauso wie bei jedem Steuergeprügelten Durchschnitts-Arbeitssklaven.

    Die Finanzwirtschaft hat es ganz geschickt gemacht: Für diese von allen guten Geistern abgekoppelten, geldgeilen Irren, gelten politische Regeln, die sie den Politikern der demokratischen Völker indoktriniert haben. Somit sind sie auf der sicheren Seite und erhalten für hochspekulative Investments, bei Verlustgeschäften einen großzügigen Schadenersatz zugesprochen.

    Die spielen alle nicht auf der Durchschnitts-Familien-Ebene. Und deshalb muss man diese Funktionsweisen unterschiedlicher Daseinsberechtigungen und Lebensarten auch wieder trennen.

    Auch wenn einige meinen, sie würden gerne wieder zurück zur Feudalherrschaft, ist zu bedenken, dass wir diese Zeiten nicht vermissen.

    Häuslebauer sollen das machen, was sie können und Spekulanten auch. aber auf ihren eigenen Ebenen, ohne sich dabei in die Quere zu kommen. Sonst kriegen sie sich bald in die Haare.
    Wenn es die Politik nicht fertig bringt, die Hunde der Finanzoligarchie wieder in ihr Revier zu manövrieren, aus dem sie sie herausgelassen hat, gibt es möglicherweise bald ein Gemetzel. Das sollte nicht auf dem Plan stehen, gell?

    Schönen Rest-Sonntag noch, mfg tomorrow

  6. Syssifus sagt:

    Drei Mrd.Euro,kostet der Krieg in Afghanistan Dtl. ehrlicherweise im Jahr.Was könnte man mit diesem Geld, sinnvollerweise, nicht alles machen !?

  7. Josef sagt:

    Für verdientes Einkommen (Arbeit) 50 Prozent und für unverdientes Einkommen (Zinsen) 25 Prozent Steuer – und das nennt sich gerechtes Steuersystem.

    • Naja sagt:

      Ein progressives Steuersystem kann per Definition gar nicht gerecht sein. Nur die Propaganda von Kindesbeinen an führt dazu, daß die Mehrheit der Menschen, des Denkens entwöhnt, alles unreflektiert nachplappern.

    • FDominicus sagt:

      Aussehen wie ein Top model und dafür Millionen abkassieren ist dagegen ein Ausbund an Gerechtigkeit?

      Schon mal auf die Idee gekommen, daß Zinsen nur anfallen wenn man gespart hat? Also wird man wohl etwas geleistet haben.

      Und außerdem geben Sie bitte einfach mal einen persönlichen Kredit an wen auch immer und Sie werden erstaunt sein. Dieser Kredit ist mit Ihrem persönlichen Steuersatz zu versteuern. Also wenn Sie „Fairness“ suchen, bieten Sie Privatkredite an.

      Ich persönlich finde diese Argumentation unsäglich. Sie haben offenbar eine ganz klar Meinung.
      a) Steuern sind gut
      b) alle haben möglichst hohe Steuern zu bezahlen
      c) wer spart schadet der „Wirtschaft“
      d) die Arbeiter werden „ausgebeutet“

      Ihre Gerechtigkeit hat mit dem was ich als gerecht empfinde nichts gemeinsam.