Hamburg: Aufregung um Auftritt von griechischem Links-Politiker

Bei der Umfairteilen-Aktion in Hamburg trat der Chefs der griechischen Syriza-Partei auf. Mit martialischen Worten kündigte er an, Griechenland würde die Sparvereinbarung sofort brechen, käme seine Partei in die Regierung.

Der Auftritt des griechischen Oppositionspolitikers Alexis Tsipras auf der Umfairteilen-Kundgebung in Hamburg sorgte für Aufregung. Bereits im Vorfeld hatten Mitveranstalter – darunter die Hamburger Grünen – kritisiert, dass dem europakritischen Politiker eine Plattform gegeben werde. Die Hauptforderung des Bündnisses ist eine stärkere Besteuerung von Vermögen. Einer der Veranstalter fordert etwa einen Spitzensteuersatz von bis zu 50 Prozent (mehr hier).

Die Aussagen Tsipras widersprächen den „europäischen Überzeugungen“, hieß es von den Grünen, die der Rede des Griechen fern blieben. Einem Bericht der Welt zufolge verließen auch andere Besucher den Hamburger Rathausplatz, als Tsipras an der Reihe war zu sprechen.

Der Chef der linksextremen Syriza-Partei kritisierte das Rettungspaket der Troika. Die vermeintlichen Hilfsgelder aus Europa würden nicht bei den Griechen sondern bei den Banken landen, sagte er. Sollte seine Partei in die Regierung kommen, würde er das Rettungspaket rückgängig machen.

Dabei enttäuschte er mit seiner Wortwahl seine Kritiker keinesfalls: „Ich bin hier, um das Versprechen zu geben, dass Griechenland bald eine linke Regierung haben wird, die das Papier zerreißen wird, auf dem der Sparpakt geschrieben wurde“, verkündete Tsipras.

Kommentare

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  1. Helen sagt:

    Den Griechen wünsche ich einen gnadenlosen Stalin, der sie tagtäglich für ein vergammeltes Stück Brot buckeln lässt bis sie umfallen.

  2. A-G-O sagt:

    Ach jetzt verstehe ich!

    Die, die sich zu den „Fettaugen auf der Suppe“ zählen, unterlagen wahrscheinlich alle einem Lesefehler!

    Sie gingen zu einem Happening mit dem Titel „UNFAIR TEILEN“ und erachteten Tsipras dann natürlich als „Thema verfehlt, setzen, sechs“.

  3. A-G-O sagt:

    „die Hamburger Grünen kritisieren, dass dem europakritischen Politiker eine Plattform gegeben werde“

    Ein undemokratisches Europa – wie jetzt bestehend – konnte nur durch antidemokratische Kräfte entstehen, die sich anscheinend jetzt zu Wort gemeldet haben – siehe oben! EuropaKritik ist die einzige, leider schwache Möglichkeit, ahnungslose Menschen zum Nachdenken zu bringen.
    Griechenlands Bevölkerung wird gnadenlos ausgebeutet – zu Gunsten der Banker – die Hamburger Grünen sind von dieser Tatsache offensichtlich begeistert, sonst würden sie den einzigen Mann, der es wagt, dieses Unrecht öffentlich anzuprangern, nicht kritisieren!

    Tsipras widerspräche den „europäischen Überzeugungen“

    Die Hamburger Grünen kommen sich wohl GOTTGLEICH vor, um von europäischen Überzeugungen reden zu können?!
    Diese Überzeugungen können nur durch eine Volksabstimmung festgestellt werden und nicht durch eine Dosenpfand-Splitterpartei die Beihilfe zu Hartz IV geleistet hat und von ca. 85% der Bundesrepublikaner als NICHT wählbar erachtet wird !!

    Hier noch eine EUROPÄISCHE ÜBERZEUGUNG aus 1999 (im damaligen SPIEGEL erschienen):
    Jean Claude JUNCKER: „Wir beschließen etwas, stellen das dann in den Raum und warten einige Zeit ab, ob was passiert. Wenn es dann kein großes Geschrei gibt und keine Aufstände, weil die meisten gar nicht begreifen, was da beschlossen wurde, dann machen wir weiter – Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt.”

    PFUI TEUFEL !!! = das stammt von mir.

  4. Alexis sagt:

    Der Mann hat einfach Recht. In Griechenland wird jetzt das erprobt, was bald in der gesamten EU eingeführt wird. Bürger wehrt Euch und wählt die Richtigen!

    Griechenland: Die Troika will immer mehr:

    http://www.heise.de/tp/blogs/8/152895

    • neuer sagt:

      Ja, alle Tsipras sollte unterstützt werden. Griechenland soll von den Fesseln des Euros befreit werden und seinen eigenen Weg gehen dürfen. Unbeirrt und stolz, wie es einer solch großen Nation zusteht. – Ohne weiteres europäisches Geld natürlich.

  5. Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

    seit langem einer der ersten Poli-ticker, deren Versprechen ich glaube.
    Falls ihn nicht vorher eine Einkommenserhöhiung überrascht oder er einem Selbstmord zum Opfer fällt.

  6. RicoCoracao sagt:

    Die Grünen sind der Hochfinanz das liebste Werkzeug, ob Ökosteuer oder Häuser Sanierungsprogramm (zum Schutz der Umwelt natürlich) .. sie schaffen Wachstum = Mehr Einnahmen für ganz oben .. Umverteilen ? Gerechter? Ja klar..das ist denen total egal wer bezahlt.. Hauptsache es wird gezahlt.. Nun kommt die Bilderbergerregierung Steinbrück-Trittin ab 2013 ans Ruder.. besser kann es doch nicht laufen.. Einheitslohn für Alle und nicht vergessen: Wir sollen mehr Rad fahren, so wie in China.. Hochachtung für Alexis Tsipras.. er hat doch so recht.. das Geld fliesst immer zum „Markt“, nie zum Griechen. Somit wurde auch noch schön Zwietracht gesät.. Griechen sauer, Deutsche sauer.. läuft Alles nach Plan, für ganz oben.

  7. gast sagt:

    Der Mann hat völlig recht und die Grünen haben sich einmal mehr als neoliberale Blockpartei geoutet.

  8. Stefan Wehmeier sagt:

    „Die Hauptforderung des Bündnisses ist eine stärkere Besteuerung von Vermögen.“

    Ein typischer Denkfehler sozialistischer Dummschwätzer. Keine wie auch immer geartete „Umfairteilung“ kann die systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz auch nur ankratzen, solange unsere seit jeher fehlerhafte Geld- und Bodenordnung so ist, wie sie (noch) ist. Jede „Besteuerung“ leistungsloser Kapitaleinkommen (Zinsen, Renditen und private Bodenrenten) führt zu einem eigendynamischen Anstieg des Kapitalmarktzinses, bis die bereits „versteuerten“ Kapitaleinkommen wieder genauso groß sind, wie zuvor die unversteuerten, weil der Urzins, der sich automatisch auch auf alles Sachkapital überträgt, eine inhärente Eigenschaft des herkömmlichen Geldes (Zinsgeld) ist:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html