Trotz optimistischer Annahmen: Spaniens Schulden steigen massiv

Spaniens Defizit kann nur dann die EU-Vorgaben erreichen, wenn die Finanzhilfen für die Banken herausgerechnet werden. Die von Finanzminister Cristobal Montoro am Samstag präsentierten Zahlen basieren nach Einschätzung von Analysten auf unrealistischen Annahmen.

Am Samstag präsentierte Spaniens Finanzminister Cristobal Montoro den Haushaltsentwurf für 2013. Die Planung wird die Verschuldung Spaniens erneut in die Höhe treiben: Von derzeit 85,3 Prozent auf 90 Prozent des BIP. Im Jahr 2012 erreicht Spanien die von der EU vorgegebenen Defizit-Kriterien nur mit dem Trick, dass die Bankenhilfe herausgerechnet wird. Inklusive der EU-Rettungsgelder für die Banken steigt das Defizit für das laufende Jahr auf 7,4 Prozent des BIP, mit der EU waren 6,3 Prozent vereinbart worden.

Spanien hatte am Freitag die Berechnungen von Oliver Wyman vorgelegt, bei denen das von der Regierung gewünschte vorhergesagte Volumen von knapp 60 Milliarden Euro an frischem Finanzbedarf ermittelt wurde. Die Berechnungen sind unrealistisch, wie eine genauere Analyse zeigt. Im kommenden Jahr muss Spanien Kredite in der Höhe von 207,2 Milliarden Euro aufnehmen.

Und auch der Haushalt für 2013 kann als unrealisch bezeichnet werden: Die Regierung unterstellt, dass die Wirtschaft um nur 0,5 Prozent schrumpfen wird – selbst der für seine optimistischen Prognosen bekannte IWF kommt auf 1,2 Prozent.

Die spanischen Berechnungen stoßen daher auf Skepsis bei Beobachtern: „Mein Eindruck ist, dass das ein sehr optimistisches Budget ist, in dem Sinn, dass die Prognosen für die Rezession sehr optimistisch sind“, sagte Xavier Vives von der Wirtschaftshochschule IESE der Nachrichtenagentur Reuters. Vives erwartet, dass das Budget korrigiert werden muss, wenn sich die Wirtschaft weiter so entwickelt wie es sich jetzt abzeichnet.

Daher versucht die spanische Regierung, von den von den europäischen Parlamenten schon bewilligten 100 Milliarden Euro für die Banken etwa 60 Milliarden für die Staatsschulden abzuzweigen.

Kommentare

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  1. fan sagt:

    Auch für Spanien wird sich erweisen, wie bereits für Griechenland in einer kürzlichen ARTE-Dokumentation deutlich gemacht wurde, welch zerstörerische Rolle Goldman Sachs spielt und sich weiter spanische Schuld-Pfänder „unter den Nagel“ reißt.

    Spanien ist der zweite Akt von Goldman Sachs, und der dritte wird ebenso folgen. Und im Hintergrund agiert der Goldman Sachs-Erfüllungs-Gehilfe Draghi und nutzt die EZB für deren teuflische Zwecke.

    Kleines Beispiel, bei ARTE gehört: Die Gebühren der Griechischen Autobahnen fließen bis 2035 direkt auf Konten von Goldman Sachs – die Schulner-Länder sind nichts anderes als die Geldmaschine für die Finanz-Großmächte..!

    Reformieren heißt doch nur, jetzt auch für Spanien, dass Rettungsgelder und die Erlöse daraus nicht dem Volk und dem Staat zugeschrieben werden, sondern mit EU-Hilfe den Gläubigern zufließen, die so auf Jahrzehnte die schwachen Länder ausnehmen können wie eine Weihnachtsganz – und sich aus ihren Schulden – wie von den Finanzmächten gewollt – nie mehr befreien können.!

  2. frame sagt:

    Um das Ganze in den entsprechenden Kontext einzuordnen:
    Es ist ja nicht so, daß sich die wirtschaftliche Lage in der EU oder Spanien jetzt
    plötzlich so verschlechtert hat. Ungefiltert betrachtet, ist die K***e ja seit einigen
    Jahren am Dampfen.
    Interessant ist allerdings, daß immer mehr solcher Nachrichten, wenn auch weiterhin
    gefiltert, in der Öffenlichkeit lanciert werden. Das deutet meiner Meinung nach darauf
    hin, daß zumindest eine Seite ihre Kooperation bei den Rettungsbemühungen
    aufgegeben hat, und nun insgeheim die Renationalisierung der Währung und
    Wirtschaft vorbereitet.
    Die entsprechend platzierten Meldungen, wie z.B. auch der Kommentar des Herrn
    Weidmann zu Goethe und der Inflation, sind als Teil der propagandistischen
    Vorbereitung zu sehen. Jetzt wartet man nur noch auf den „schwarzen Schwan“…

  3. Stefan Wehmeier sagt:

    „…Zahlen basieren nach Einschätzung von Analysten auf unrealistischen Annahmen.“

    Alles, was „Wirtschaftsexperten“ auf der Basis einer a priori fehlerhaften Geld- und Bodenordnung – und damit auf der Basis einer falschen Zinstheorie – zu berechnen versuchen, basiert auf unrealistischen Annahmen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2012/07/der-zins-mythos-und-wahrheit.html

  4. Manfred Corte sagt:

    … um diesen Teufelskreis zu durchbrechen – helfen nur isländische Methoden! Das gilt für die ganze EU, nicht nur für die Eurozone!

  5. Saila sagt:

    Was ist das für ein Witz um Hubei um Spanien!!

    Spanien hat eine Staatsverschuldung von rund 850 Mrd. EUR! Einzig die Banken haben massive Probleme und hier insbesondere Bankia, welche verstaatlicht wurde.

    Im Verhältnis – Griechenland liegt bei rund 350 Mrd. EUR und hat längst nicht die Wirtschaft wie Spanien. Dieser Trubel um Spanien ist durch Medien aufgebauscht, weil sonst keine vernünftigen Nachrichten existieren. Nachrichten zu Griechenland interessieren auch nicht mehr. Selbst wenn Griecheland in 2014 erneut 40 Mrd. benötigt.

    Viel interessanter ist es nun, Länder wie Italien und Frankreich in die Verschuldungsrunde zu bringen. Insbesondere die Medien spielen schön mit bei der Gründung der Diktatur aus Brüssel. Ein nachsehen gibt es auch für Schreiberlinge – sie werden trotz Nachrichtenverbreitung und dem Mitspiel ebenfalls unterworfen. Spätestens ab dem Zeitpunkt, zu welchem ihnen gesagt wird, was zu veröffentlichen ist, dürfte es diesen z.T. sehr dummen Medien aufgefallen sein.

    Traurig, dass gerade Medien, welche Informationen sammeln, hier noch nicht Stellung bezogen haben. Mag sein, dass dies Geld kosten möge, doch einfach nur der Handlanger einer sich stärkenden Diktatur zu sein reicht einfach nicht aus.

  6. Alfons sagt:

    Faktisch läuft es darauf hinaus, dass der deutsche Bürger sämtliche Haushalte unserer südlichen „Freunde“ zu finanzieren hat, denn hier kann die angesparte Arbeitsleistung des Rentners, Sparers usw. am einfachsten (mit Hilfe unserer heimischen Kollaborateure) abgezogen werden.
    Das ist gelebte „Solidarität“ mit unseren Brüdern und Schwestern im Paradies des Arbeiter und Bauernstaates „EU“; wobei das Arbeiten im nördlichen Teil des „Paradieses“ stattfindet und die Bauernstaaten den gesamten Süden umfassen.

    • Saila sagt:

      Das ist nur vordergündig korrekt. Bei einer tieferen Betrachtung des Gesamtsystems EURO stellt man fest, dass hier eine Gleichstellung zu erfolgen hat. Das bedeutet, dass alle Länder innerhalb der EURO-Währungsunion auf der gleichen Basis laufen sollen. Diese Vorbereitung ist aktuell als Zwischenschritt geplant.

      Dabei interessiert es die politischen Figuren keineswegs, ob ein Land in der WU auch die wirtschaftlichen Vorraussetzungen hat. Die ersten Anzeichen kommen nun aus Spanien und Italien. Keines der beiden Länder kann und wird jemals mit der Wirtschaftskraft Deutschlands mithalten. Auch kein anderes europäisches Land! Dies führt dazu, dass man bemüht ist, um eine Chancengleichheit herzustellen, Deutschland zu schaden. Obgleich die ganz schlauen Politiker sich an einem Finger ausrechnen können, dass dies schief gehen muss.

      Und im übrigen zahlen wir nicht für die anderen Länder, wenn diese zuvor über die EU bereits dazu geführt wurden, uns Geld zu geben in Form von Waffenverträgen oder durch faule Kompromisse auf EU-Ebene, wenn es um Förderungen sich handelt. Wir können sehr wohl davon ausgehen, dass es einem spanischen landwirtschaftlichen Betrieb längst nicht so gut geht wie einem deutschen. Gleiches gilt auch für die Industrie und Mittelstand!

  7. fakelakios katastrophoulos sagt:

    Mit Lügen und Betrugsrechnungen geht es immer wieder ein paar Monate weiter.