Wegen Inflation: EZB lässt Leitzins unverändert

Bei ihrer heutigen Ratssitzung hat sich die EZB dafür entschieden, den Leitzins bei 0,75 Prozent zu belassen. Im vergangenen Monat stieg die Inflationsrate in der Eurozone deutlich. Am frühen Nachmittag wird EZB-Chef Mario Draghi die weiteren Ergebnisse der Ratssitzung mitteilen.

Es war nicht anders erwartet worden. Nachdem die EZB bei ihrer letzten Ratssitzung bereits den Leitzins beibehalten hatte und umfangreiche Eingriffe verkündete (deren Umsetzbarkeit rechtlich noch nicht ganz geklärt ist – hier), hatten Experten auch von der heutigen Ratssitzung in Slowenien keine Zinssenkung erwartet. Somit liegt der Leitzins weiter bei 0,75 Prozent. „Aus ökonomischer Sicht brauchen wir keine weitere Senkung des Leitzins“, sagte Christian Melzer von der Dekabank in Frankfurt der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Der Fokus liegt nicht auf einer Zinssenkung, sondern auch Spanien und einem möglichen Antrag“ bezüglich eines weiteren Rettungspaketes (das sorgt auch für sinkende Zinssätze auf spanische Anleihen – hier)

Grund für die Belassung des Leitzinses ist sicher auch der Anstieg der Inflation im Euroraum im September (mehr hier). Es ist mehr als genug Geld im Umlauf, das Problem liegt vielmehr darin, dass das Geld die Privatwirtschaft nicht erreicht. Zudem ist die Inflation in der Eurozone höchstwahrscheinlich deutlich höher, als die reinen Rechenergebnisse der Eurostat annehmen lassen (das sieht man auch sehr schön am deutschen Beispiel – hier). Allein in Griechenland explodierten die Lebensmittelpreise in den vergangenen Monaten (hier).

Weitere Themen

Spanien Bailout: Merkel will keine neue Abstimmung im Bundestag
Open Europe: „Zentralisierung von Macht ist anti-europäisch“
Innovationsklima: Deutsche Unternehmen kritisieren Rahmenbedingungen

Kommentare

Dieser Artikel hat 8 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Brigitte sagt:

    @ Draghi

    mit der Senkung des Einlagefazilitätssatzes auf 0 % und der Zuteilung eines absorbierenden Tender`s mit einem durchschnittlichen Zuteilungssatzes von 0,01 %, verhindern Sie die Anlage der von Ihnen (EZB), u.a. über Aufkauf von Staatsanleihen ausgegebenen Gelder. So werden große Teile dieser Gelder, aufgrund mangelnder Renditemöglichkeit, auf Rohstoffe, Immobilien, etc. zugreifen und diese durch die erhöhte Nachfrage verteuern. Doch dies führt über die Hintertür zu höheren Güterpreisen bzw. zum Konkurs von Unternehmen, welche diese Preise nicht an den Konsumenten weitergeben können.

    Nehmen Sie dieses Risiko in Kauf und wollen mit der USA und England gleichziehen?

    Wohin werden uns solche Vorgaben führen?

    Brigitte

  2. Bismark sagt:

    unsere Politik-Elite schneit wohl durch und durch korrupt zu sein:

    Steinbrück korrupt?
    http://www.mmnews.de/index.php/politik/10982-steinbrueck-korrupt

    (auch mal die netten Kommentare lesen)

    und der „kleine Mann“ darf für diese ganze Chaos Truppe bluten, und soll noch die „Schnautze“ halten.

  3. Steuersklave sagt:

    Was der Mann sagt und entscheidet ist inzwischen wo wichtig wie ein Sack Reis der in China umfällt.
    Der kleine Rest an Reputation und Glaubwürdigkeit der nach Trichet noch
    vorhanden war ist von diesem Mann zerstört. Was die Aussagen von Draghi angeht
    kann ich zum Wahrsager werden, es sind jedesmal Maßnahmen zum Wohle der Hochfinanz, Rechtsbeugung, Manipulation und Betrug.

    • FDominicus sagt:

      „es sind jedesmal Maßnahmen zum Wohle der Hochfinanz, Rechtsbeugung, Manipulation und Betrug.“

      Als ich rechne Politiker nicht zur Hochfinanz, aber Sie vielleicht?

  4. Saila sagt:

    Korrekt, aus ökonomischer Sicht benötigt die USA inkl. Europa eine Leitzinserhöhung. Und in direkter Folge die maximal mögliche Regulierung der Finanzmärkte. Danach geht es allen Staaten um ein vielfaches besser.

    Unter die Regulierung der Finanzmärkte muss die Abschaffung und der Verbot für Hedget-Fonds fallen. Ebenfalls Versicherungen für den Ausfall für Anleihen. Auch der Derivate-Handel gehört zu einer Geldmehrung ohne Realwert. Sprich – alles was keinen Realwert darstellt, ist für mind. die nächsten 10 Jahre zu verbieten. Man kann das ganze auch einfrieren bezeichnen. Somit gibt es keinen Verbot 😉

    Die Frage ist – wann tritt oder treten jene Politierk auf das Parkett, welche den Mut und Anstand besitzen, dies durchzuziehen?!!

    Infolge der Regulierung müssen die Gerichte beschäftigt werden. Den – was in der Finanzindustrie alles läuft, gehört zu mind. 50% hinter Gitter!

    • otto936 sagt:

      Mag ja alles stimmen, nur, wie sollen die Finanzmärkte stärker kontrolliert oder eingefangen werden, wenn sowohl Großbritannien als auch die USA dafür wenig Interesse zeigen ?
      Man kann etwas auf Eurozonenebene machen, aber die Finanzwirtschaft operiert global. Ich sehe einfach nicht wo ein funktionierendes Konzept ist, wer es vorlegt und vor allem wer und wie es dann umgesetzt werden soll.

      Die Wallstreet und die City werden alles unternehmen ihre „Freiheiten“ zu erhalten; im Hinterkopf immer das Wissen, daß im Notfall doch wieder die Staaten die Kavallerie zur Rettung schicken.

      Die Politik ist Gefangene des Systems, sie hat den Geist aus der Flasche gelassen und BITTET ihn jetzt sich doch freiwillig wieder hineinzubegeben. Was natürlich nicht geschehen wird.
      Nein, so traurig es ist, nur der totale Crash wird die Chance bieten fundamentale Änderungen durchzusetzen – wenn überhaupt.
      In der Zwischenzeit spielt die Politik uns vor selbst noch handlungsfähig zu sein, zur Beruhigung der Bürger, wohlwissend daß ihr Handlungsspielraum sehr sehr begrenzt ist – aber die Wahrheit würde das Vertrauen der Massen in Staat, Politik und die Demokratie noch weiter senken als es bisher schon der Fall ist.

      Die Scharade geht weiter, sie MUSS weitergehen. Sonst droht der politische Offenbarungseid – die „Herren des Universums“ können sich entspannt zurücklehnen und ihre Boni genießen. Es droht keine Gefahr.

    • Schildbürger sagt:

      Die Gerichte – alles klar, die werden sicherlich Recht sprechen. Die sprechen nur noch Recht, im Sinne der Hochfinanz! Bitte begreifen Sie doch, dass auch die Justiz weisungsgebunden ist. Sie würden sich wundern, wenn Sie wüssten, was allein in dieser BRD, Tag für Tag an Rechtsbeugung begangen wird. Sie sind quasi rechtlos. Sie können sich noch nicht einmal mehr auf die Menschenrechte berufen. Gewaltlos wird man weder dieses Land, noch den Kontinent befreien können. Diese Verbrecher werden ihren Stuhl nicht freiwillig räumen, seien Sie sich da mal sicher!

  5. RicoCoracao sagt:

    Goldman Sachs ist stolz auf ihn, er macht alles richtig, in deren Interesse