Italien: Steuerlast so hoch wie nirgendwo sonst

In Italien hat die höchsten Steuern in ganz Europa und genau dieses Steuersystem drosselt Italiens Wirtschaftswachstum nachweislich. Doch aufgrund der hohen Schuldenlast können die Steuern kurzfristig nicht gesenkt werden. Nun will Monti die Budgets der regionalen Regierungen und Politiker senken. Denn hier wurden Steuern hinterzogen, während die italienischen Bürger unter und Unternehmen unter der Steuerlast litten.

Die italienische Bevölkerung hat innerhalb der letzten Dekade die drastischsten Steuererhöhungen von allen EU-Staaten verkraften müssen. Zu diesem Ergebnis kam die Studie der Deutschen Bank „Die Auswirkungen der Steuersysteme auf das Wirtschaftswachstum in Europa“. Dieser Studie zufolge stieg die Steuerlast in Italien in den letzten zehn Jahren um ein Prozent gemessen am BIP. In ganz Europa sank sie hingegen im Durchschnitt um 1,5 Prozent.

Italien führte zwar einige steuersenkende Maßnahmen im Bereich der Mehrwertsteuer und der Kapitalsteuer durch, erhöhte diese aber signifikant im Bereich der Arbeitskosten. Die Studie empfiehlt für ganz Europa „ein wachstumsförderndes Steuersystem mit niedrigen Steuersätzen auf Kapital und Arbeit und relativ hohen Konsum-, Eigentums-, und Erbsteuern“. Diese Steuerpolitik könne ein aufkommendes Wirtschaftswachstum angemessen unterstützen.

Doch davon ist Italien noch weit entfernt. Die italienische Wirtschaft leidet schwer unter der globalen Wirtschaftskrise und befindet sich momentan in der Rezession. Der italienische Premierminister Mario Monti hat jedoch bereits im August aufgrund der hohen Schuldenlast Medienberichte über eine geplante Mehrwertsteuersenkung dementiert. Stattdessen kündigte er jetzt ein umfassendes Sparpaket für Politiker an.

Italien hat seit langem mit Korruption und Vetternwirtschaft, insbesondere in der Regionalpolitik, zu kämpfen. In einem Versuch, exzessive Ausgaben und Korruption einzudämmen, hat Monti nun die Budgets von Lokal- und Regionalpolitikern beschnitten. „Es ist wichtig, dass wir etwas noch Wertvolleres retten als Geld, das Vertrauen der italienischen Bürger in ihre Institutionen“, sagte Monti der Businessweek.

Um mehr Transparenz in die Reisekosten und Spesenkonten zu bringen, müssen Regionalpolitiker künftig Angaben über Einkünfte und persönliches Vermögen auf den Internetseiten der Regionalverwaltung geben. Monti war zum Handeln gezwungen nachdem Franco Fiorito, ein ehemaliger regionaler Parteichef, Steuergelder in Höhe von mehreren zehntausend Euro für private Zwecke auf einer zehntägigen Dienstreise in Sardinien ausgab.

Kommentare

Dieser Artikel hat 8 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Aleksarda sagt:

    Und der Albtraum geht weiter:

    1. Stempelsteuer auf Spar- und Bankkonten

    Dies betrifft die Stempelsteuer auf Mitteilungen im Zusammenhang mit Finanzprodukten, einschließlich der Kontokorrentkonten bei Banken und Postämtern. Dies betrifft auch Kleinsparerkonten. Das Stabilitätsgesetz sieht eine Erhöhung von 0,15% im Jahr 2013 auf 0,2% im Jahr 2014 vor. Die Erhöhung wird allerdings durch Streichung des Mindestbetrages von EUR 34,20 und der gleichzeitigen Erhöhung der Kappungsgrenze von 4.500 auf 14.000 € für Investitionen angehoben.

    2. Anhebung der Alkohol- und Biersteuer
    Eine erste Erhöhung der Verbrauchssteuern auf Bier und Spirituosen wurde bereits zum 10. Oktober 2013 durchgeführt.Die in der Durchführungsverordnung vorgesehene 2. Erhöhung erhöht ab 1. Januar 2014 die Verbrauchssteuer von 2,66 auf 2,70 Euro je Hektoliter und von 77.53 auf 78,81 € je hl für Zwischenerzeugnisse und von 905,51auf 920,31 EUR je Hektoliter für Ethylalkoholerzeugnisse.

    Doch damit ist die Erhöhung der Alkoholsteuer noch lange nicht vorbei. Im Wege der Gegenfinanzierung (wegen der Abschaffung der 2. Rate der IMU auf das 1. Wohneigentum) wird die Alkoholsteuer zum 1. März 2014 nochmals deutlich angehoben und so steigt dann die Biersteuer auf Euro 2,77 pro HL.

    3. Kaffee- und Snackautomaten
    Kaffeepausen an Selbstbedienungsautomaten werden in 2014 erheblich teuer.

    Hierbei wird die Mehrwertsteuer für Produkte aus diesen Automaten von bisher 4% auf 10% erhöht – dies betrifft sowohl Snack- als auch Getränkeautomaten. Betroffen hiervon sind unter anderem auch Automaten in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Büros, Schulen, Kasernen und jegliche Automaten in öffentlichen Gebäuden, die dem allgemeinen Publikumsverkehr zugänglich sind. Das Stabilitätsgesetz sieht vor, dass die Verkaufspreise auch für bereits vor dem 4. August 2013 geschlossene Lieferverträge an die Mehrwertsteuererhöhung angepasst werden können.

    4. Der Fiskus schlägt nun auch erbarmungslos bei E-Zigaretten zu
    Der Fiskus schlägt nun auch erbarmungslos bei elektronischen Zigaretten zu.
    Die Verbrauchssteuer beträgt nunmehr 58,5% des Verkaufspreises, d.h. im Klartext:

    Von 100 Euro Umsatz landen 58,50 Euro in der Kasse des Fiskus.

    Die Finanzbehörden werden insoweit ein wachsames Auge auf die Preise von Einzelhändlern werfen. Jeder autorisierte „Händler/Wiederverkäufer“ muss der Zoll Monopolstelle die Preis- und Umsatzliste elektronischer Zigaretten (einschließlich der Einmal-Zigaretten), der Verbrauchskartuschen als auch der Ersatzteile mitteilen. Das gleiche gilt ebenfalls für jegliche Preisänderung (sei es nach oben oder auch unten). Die Preise müssen genehmigt werden und jegliche genehmigte Preisänderung wird von den Steuerbehörden innerhalb von 60 Tagen nach Eingang des Antrags angenommen und dann auf der Website der Finanzbehörde veröffentlicht.

    5. Erhöhung der Gerichtskosten
    Der Mindest-Gerichtskostensatz steigt beispielsweise von 8 auf 27 Euro für denjenigen, der eine Zivilklage einreicht. Die Gebührenzahlung muß bereits bei Klageeinreichung nachgewiesen werden. Hierzu kann man bei einem autorisierten Händler eine entsprechende Stempelmarke erwerben, die auf dem Klageantrag als Nachweis aufgeklebt wird.

    6. Zulassungsgebühren für Anwälte- und Notare sowie Richtern und Staatsanwälten
    Ebenfalls teurer werden die Zulassungsgebühren für Rechtsanwälte, Notare sowie Richter und Staatsanwälte. Das Finanzstabilitätsgesetz sieht hierfür eine Zulassungsgebühr von € 50 für Rechtsanwälte, Notare und für Ämter der öffentlichen Justiz vor. Für die Zulassung als Anwalt bei weiterführenden Gerichten wird eine Zulassungsgebühr von nunmehr 75 € fällig.

    7. Telekommunikationssteuer auf Verwaltungstätigkeiten der öffentlichen Hand
    Auch die Online-Tätigkeiten der öffentlichen Verwaltung werden zukünftig einem festen Verwaltungsgebühren-Regelsatz von Euro 16 unterworfen und zwar für jeden einzelnen Akt, Maßnahme oder Bescheid, und zwar auf jeder Ebene – sei es: Staat, Region, Provinz oder Kommune – hierzu zählen weiterhin auch staatlichen Verbände und Körperschaften sowie alle lokalen Gesundheitseinrichtungen.

    Die Verwaltungsgebühr wird für jedwede Verwaltungstätigkeit bzw. jedweden Kommunikationsakt auf dem Telekommunikationswege erhoben, sei es für eine Kommunikationsmitteilung, der Kopie eines Verwaltungsaktes etc. – zahlbar durch denjenigen, der dieses Auskunftsersuchen gestellt hat..

    Es wird hierzu noch eine spezielle Durchführungsverordnung seitens des Finanzministeriums und des Innenministeriums geben, um die Zahlungs- und Abwicklungsmodalitäten festzulegen. Dies soll voraussichtlich bis zum 30. Juni d.J. abgeschlossen werden.

    Hierbei sind bereits jetzt schon Zahlungsmöglichkeiten mittels Debit-, ****************** oder auch Cash und Prepaid Card vorgesehen.

    8. Steuererhöhung auf ausländische Kapitalanlagen
    Die Steuer für in Italien als wohnhaft gemeldete Residenti (mit Wohnsitz Italien) wird sich für deren Auslandsanlagen und im Ausland gehaltenen Vermögenswerte erhöhen.

    Die Steuer steigt von 0,15% auf 0,2 Prozent. Die Anpassung wird mit der Anpassung an die Finanzkommunikation- und Transaktionssteuer begründet. Laut Angabe des Finanzministeriums sind hiervon rund 71000 Steuerzahler betroffen, die laut ihrer Steuererklärungen Finanzanlagen im Gegenwert von rund 18,5 Milliarden im Ausland haben.

    Die Anhebung des Steuersatzes wird voraussichtlich zu geschätzten Steuermehreinnahmen von ca. 3,7 Millionen Euro führen.

    (Interessant hierbei ist, dass aufgrund verläßlicher Quellen, dass Auslandsvermögen von Wohnsitzsteuerbürgern Italiens mit >900 Milliarden angegeben wird.) Eine sehr augenfällige Diskrepanz, die das geschätzte Auslandsvermögen von Wohnsitz-Deutschen um mehr als das doppelte übersteigt.

    9. Tabaksteuererhöhung ab 1. Mai 2014
    Das Stabilitätsgesetz hat die Erhöhung der Verbrauchsteuern auf Tabak verschoben. Die Erhöhung war zwar zum 1. Januar 2014 geplant, musste aber aufgrund organisatorischer und staatsplanerischer Unzulänglichkeiten verschoben werden und ist insoweit für den 1. Mai 2014 vorgesehen. Aufgrund der beabsichtigten Tabaksteuererhöhung träumt der Fiskus von staatlichen Mehreinnahmen von 33 Millionen Euro in 2014 und 55 Millionen in 2015.

    Die Neapolitaner wissen recht gut, dass dies einfach zuviel für eingefleischte Raucher ist.

    Insoweit wird sich der Reise- und Wiedersehensverkehr nach und von Neapel drastisch erhöhen, was sicherlich dem Tabakniedrigpreistouristikverkehr sehr zugute kommen wird.

    10. Mineralölsteuererhöhung ab 1. März 2014
    Die Verbrauchsteuern auf Benzin und Diesel werden ab dem 1. März 2014 angehoben.

    Die Mineralölsteuer auf Benzin wird von 728,40 auf 730,80 Euro pro tausend Liter erhöht, während die Abgabe auf Dieselkraftstoff von 617,40 auf 619,80 Euro pro tausend Liter steigt. Ebenfalls erhöht wird bereits ab dem 1. Januar 2014 die Verbrauchssteuer auf Schmieröle (von 750 auf 787,81 Euro pro Tausend Kilogramm).

    (Quelle: http://www.sardinienforum.de/threads/neues-jahr-neues-gl%C3%BCck-%E2%80%93-ob-italien-damit-gl%C3%BCcklich-wird-steuererh%C3%B6hungen-italien-2014.5808/ )

  2. Einsiedler sagt:

    Wenn Plutokraten bzw. Goldman-Sucks-Gehilfen wie „M.M.“ ungewählt in bella italia herrschen, wird und kann es keine Steuergerechtigkeit geben.
    Das ganze ist und wird immer sein, eine Umverteilung von „Unten nach Oben“ unter
    Bilderbergern wie Monti.
    Macht Euch liebe Italiener selbständig und führt endlich wieder die gute, alte
    „LIRA“ ein. Ihr kennt Euch selbst am besten. Ihr, sehr verheerten Romanen könnt
    das entstandene „Dilemma“ alleine lösen, da braucht Ihr mit absoluter Bestimmtheit
    keinen „Super-Mario“…Der EU-Wahnsinn passt nicht auch nur ansatzweise, auf
    Eure Mentalität. Was sind ein paar zehntausend veruntreute „Teuros“ von Regional-
    politikern, gegen Billionen veruntreute „Teuros“ von sogenannten Hochfinanz-akrobaten. WAS?

  3. Andy sagt:

    Die italienische Wirtschaft leidet auch unter dem Staatsterrorismus gegen die Betriebe. Wenn ein Betrieb seine Steuereklärung vorlegt, muss diese in einem genauen Format sein, sonst gilt sie als nicht vorgelegt. Selbst wenn sich ein Betrieb haarklein an das Format hält, wird die Strafe fällig, weil die Beurteilung, ob die Kriterien zutreffen, eben der Finanzbeamte trifft. Neulinge versuchen es mit mehreren Eingaben – um am Ende dann resignierend doch zu zahlen. Man zahlt also in jedem Fall.
    Unnötig zu sagen, daß in solchen Staatswesen die Steuerhinterziehung moralisch vollständig gerechtfertigt ist, denn es ist Notwehr gegen den Raubzug eines korrupten Systems. Was auch immer der Staat aus dem Volk herauspressen wird, er wird es verschwenden oder gar zum Schaden des Volkes verwenden.
    Wie man weiß: Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Kalt lügt es auch; und diese Lüge kriecht aus seinem Munde: „Ich, der Staat, bin das Volk.“ (Nietzsche, Also sprach Zarathustra)

  4. Tacheles sagt:

    Die Steuerlast ist schon hoch, nur bezahlt das niemand in Italien.

  5. Jo sagt:

    ist doch kein Ding

    bei den viel höheren Lohnabschlüssen in Italien gegenüber Deutschland machen die immer noch gut

  6. Mick sagt:

    Was von Studien von Banken, hier der Deutschen Bank, zu halten ist, dürfte jedem klar sein. Genau nichts ! Sowas dient normalerweise verdeckt oder auch mal ganz offen, der Vertretung eigener Interessen oder der puren Meinungsmache.
    Die Betrachtung des Steuersystems alleine ist auch per se Schwachsinn, da sie nicht vollumfänglich andere Abgaben, die den Geldbeutel der Verbraucher schmälern, aber eben nicht als Steuern deklariert sind (z.B. Abgaben für Gesundheit, Bildung, etc.), berücksichtigen. Wenn man das alles zusammen nimmt, dürfte Deutschland nämlich ganz vorne dabei mitmischen und effektiv keinen Rückgang von Abgaben (inkl. Steuern) seit 2000 haben.

    • Saila sagt:

      Genau so sieht es aus! Gebühren, versteckte Abgaben führen zu verdeckten Erhöhung der jeweiligen Sozialverischerung oder eben Einkommenssteuer! Immer schön verdeckt halten – in der Hoffnung, das es nicht entdeckt wird.

      Doch so dumm scheinen die Deutschen nun doch nicht zu sein. Einzig das ertragen und hinnehmen der Deutschen müsste sich noch gewaltig ändern. Allerdings spricht hier die 50 jährige Indoktrinierung seit dem zweiten Weltkrieg, hindert den Deutschen daran, in den Aufstand zu gehen. Die ein oder andere Demonstration – o.k.. Doch mehr ?????

    • Leser sagt:

      Absolut richtig!

      Rechnet man alle Abgaben (egal wie sie der Staat auch immer nennt) zusammen, so zahlt bereits ein Durchschnittsverdiener mehr als 70 % seines Einkommens an den Staat.

      70 %!!!!!!!! Nicht einmal im Absolutismus wäre ein Herrscher auf solche Steuersätze gekommen.