EU wartet weiter auf Bericht der Troika, will dennoch Tranche zahlen

Olli Rehn wartet weiter auf den Troika-Bericht. Dennoch neigen die Euro-Finanzminister dazu, weitere 31 Milliarden Euro an Griechenland zu zahlen. Obwohl noch keine weiteren Sparmaßnahmen vereinbart wurden, hält der EU-Kommissar eine rasche Einigung über die nächste Hilfstranche für notwendig. Schließlich geht der Großteil von dem Geld wieder nach Europa.

Obwohl zuletzt starke Zweifel an Griechenlands Fortschritt bei den Sparmaßnahmen geäußert wurden, seien die Verhandlungen zwischen den Geberinstitutionen und Griechenland in den vergangenen Tagen sehr positiv verlaufen, meint Währungskommissar Olli Rehn. Daher erwartet er die Zustimmung zu den nächsten 31 Milliarden Euro für Griechenland. Kein Wunder. Ein Großteil des Geldes wird nie in Griechenland ankommen, sondern fließt über ein Sperrkonto an die EZB und die anderen offiziellen Gläubiger.

Rehn stört sich daher nicht sonderlich daran, dass ein anschließender Bericht und eine Vereinbarung weiterer Sparmaßnahmen noch auf sich warten lassen könnte: „Es wird noch einige Zeit brauchen, bis der Report finalisiert werden kann, weil es mehr Arbeit braucht als eine einfache Einigung, welche Maßnahmen Griechenland umsetzt, um sein Budget auszugleichen und Strukturreformen umzusetzen“, räumte Rehn ein.

Die Troika fordert vor allem weitere Kürzungen in Lohnsektor. Der griechische Arbeitsmarkt muss noch stärker flexibilisiert werden, sagen die Vertreter von EU-Kommission, EZB und Internationalem Währungsfonds. Dazu zählen auch Pensionskürzungen und längere Arbeitszeiten. Die griechische Regierung wehrt sich aber gegen diese Auflagen.

Der Finanzminister Luxemburgs, Luc Frieden, deutete inzwischen bereits an, Griechenland könnte noch mehr Zeit für die Umsetzung seiner Reformen bekommen, sollte dies nicht zu viel zusätzliches Geld kosten.

Kommentare

Dieser Artikel hat 21 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Dietmar Fuerste sagt:

    …haft und darin liegt auch die Ursache für die Streitereien, die Hilflosigkeit und das Ausweglose der gegenwärtigen Misere.

  2. Dietmar Fuerste sagt:

    Die Eurozone ist bekanntlich die Fehlkonstruktion eines nicht zukunftsfähigen Finanzsystems, welches wegen des Zinseszinseffektes auf exponentielles Wachstum angewiesen ist, welches die Realwirtschaft nicht leisten kann.

    Dennoch wird jetzt auf Zeit gespielt, damit durch die Spekulanten und Hasardeure der Hochfinanz noch solange Gewinne gemacht werden können, bis der ganz große Crash kommt.

    Wegen dieses systematischen, und nicht zufälligen Fehlers ist eine darauf gegründete EU oder Eurozone prinzipiell krisen

  3. Lesefuchs sagt:

    ….Die Troika fordert vor allem weitere Kürzungen in Lohnsektor….
    Was sind das eigentlich für Spezies, die dort „arbeiten“??? Einfachste ökonomische Zusammenhänge werden ignoriert. Aber es ist Unsinn sich darüber aufzuregen. Die wissen ganz genau was sie tun. Bei den EU Thema gehts nicht mehr um Ökonomie, es geht nur noch darum das System mit seinen Renditen so lange wie möglich am Leben zu halten!!!

  4. hagen von biesenthal sagt:

    ich schlage vor, der bundestag ( „dem deutschen volke“ , welch ein hohn!) löst sich mit sofortiger wirkung auf, pensionen werden nicht gezahlt (erhalten die volksvertreter ihre versorgung nicht aus einem sonderfond??) und überweisen die millionen direkt in die kasse der linkensliberalen.
    mit dieser solidarischen geste wäre frau merkel eines sicher: unsere mutti geht in die griechische geschichte ein,als selbstlose spenderin und lebt fortan nur noch von dem gehalt ihres professors. mit tschingderassabum (das söldnerheer nimmt sie gleich mit nach griechenland) kann unsere mutti dann in athen ihren lebensabend verbringen, weil die fette rente ihres mannes noch immer ausreicht. vielleicht lebt mutti aber auch auf einer eigenen insel und kämmt sich ihr schönes blondes haar und singt wie eine nachtigall und zupft dazu an der harve…. ich wünsche es ihr. zu weihnachten backen meine enkel plätzchen aus genmanipuliertem weizen und wünschen ihr einen gesegneten appetit.

  5. Saila sagt:

    Wer bekommt das Geld????

    Immer noch einen Aufruf an die Redaktion:
    Wer sind die Investoren?
    Wer sind die Gläubiger?
    Wer bekommt und bekamt bislang über 300 Mrd. Euro?

    Zwischenzeitlich in Griechenland, Spanien?

    Warum wurden, wenn Banken die Gelder erhalten, die Management-Etagen auf zwang nicht ausgewechselt?

    Diesen Schwachsinn der Troika wird mit dieser Nachricht offenbart! Eine Troika, welche auf Kosten aller Steuerzahler Reisen, Spesen, Übernachtungskosten und was auch immer alles verursacht, um irgendwann herauszufinden:

    Griecheland erreicht zwar nicht das Sparziel (welches sich im übrigen wie deffiniert?), aber das Geld wird dennoch nach Griechenland angewiesen.

    Diese ganze Euro-Thematik wird mehr und mehr eine Lachnummer, weil mit jeder Nachricht mehr und mehr offenkundig wird, wie unwissend im Grunde die gesamten Politiker sind und sich zudem von Banken vorführen lassen.

    Keine Regulierung der Finanzindustrie – bis heute seit 2008 = 0!! Es wird bezahlt, aber nciht gefordert von Seiten der Politik.

  6. Andy sagt:

    Die Griechen haben völlig Recht! Sie brauchen keinerlei Maßnahmen umsetzen, bloße Absichtserklärungen reichen, wie man sieht, dann geht es weiter wie bisher.
    Die Merkel wird derweil als Tochter Hitlers bezeichnet, was nichts anderes bedeutet als die Aussage: „So ihr Nazis, jetzt zeigen wir euch einmal, wie wir weiter schön auf eure Kosten leben werden.“ Mit Nazis verhandelt man nicht, man wirft sie neider und nimmt sich, was man will. So ist die Geschichtsanalogie.
    Und siehe da, es klappt! Ohne jede rechtliche Grundlage, gegen jedes Abkommen wird in jedem Fall gezahlt! Die EU mag ja so blöd sein, die Frage ist nur, wann der IWF aussteigt, denn in diesem haben auch andere ein Wörtchen mitzureden und Madam lagarde kann nicht so locker fremdes geld verteilen, wie die Politkommissare der EUdSSR…

    • target2 und crash kommt herbei sagt:

      Hinter dem IWF stehen die Bankster Barone des Weltfinanzkartells. Es
      geht darum Länder in die Schuldenfalle zu treiben (auch Tequila-Falle
      genannt, weil man es mit Mexico schon lange so gemacht hat) Dann
      holen sich die Finanzhaie und Multikonzerne zum Schnäppchenpreis
      die Filetstücke aus dem bankrotten Land heraus. Ich empfehle darum
      das Buch von Ellen Brown, Finanzanwältin aus LA.- Der Dollar Crash-
      gibts als Restposten beim Kopp Verlag für 4,95 Eur – hat 600 Seiten-
      Versandkosten sind frei. Die Lösung: Eigenes Geld schöpfen, das
      können die Regierungen, Bankrott erklären, die Zinseszinsfalle ver-
      meiden indem man die Geldmenge und den Zinssatz streng kontrol-
      liert. Aber das Buch bietet natürlich noch viel mehr Lösungsansätze.

  7. spock sagt:

    Es wird immer offensichtlicher dass die Troika, Berichte, Auflagen usw. nur als Showprogramm fürs Volk dienen. Das Geld wird so oder so überwiesen….

  8. nicht von Bedeutung sagt:

    Der blanke Wahnsinn!
    Ich habe den ersten Absatz durchgelesen und mir gedacht:
    jemand, der mit der Materie nicht vertraut ist, muss doch denken, dass
    1. Europa Griechenland Geld schuldet und trotz fehlendem Bericht (über was eigentlich?) 31 Milliarden an Griechenland (ja an wen denn eigentlich?, im Empfänger steht ja wohl kaum das Land) und
    2. Griechenland außerhalb Europas liegt („Schließlich geht der Großteil von dem Geld wieder nach Europa“).
    3. Sparen ist definiert als: nicht ausgeben und zurücklegen von Einnahmen; wo kann da gespart werden, wenn Griechenland Schulden aufnehmen muss, um alte Schulden zu bezahlen?
    Kurz:
    mittlerweile werden selbst die sprachlichen Konstruktionen, die den politisch gewollten Euro-Wahnsinn verschleiern sollen, immer widersprüchlicher und verdrehter…