Deutsche Forscher entwickeln mit brasilianischer Firma innovative Solarzellen

Flexible Solarzellen auf organischer Basis soll Brasiliens Stromversorgung gerade in Gebieten mit schlechter Infrastruktur optimieren. Flexsolar entwickelt zusammen mit dem Fraunhofer-Institut die Produktion von Solarzellen von der Rolle.

Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP entwickelt zusammen mit der brasilianischen Firma Flexsolar flexible Solarzellen auf Kunststoffbasis. Zum Einsatz kommt eine innovative Produktionsanlage. „Bei dem Rolle-zu-Rolle-Verfahren werden die erforderlichen Schichten nacheinander auf eine flexible Trägerschicht aufgedruckt, die kontinuierlich wie ein endloses Fließband über Rollen läuft. In einem letzten Schritt werden die Schichten noch auf dem Band luftdicht verkapselt, um sie insbesondere vor Sauerstoff zu schützen“, erklärt Dr. Armin Wedel vom Fraunhofer IAP. Bisher war es lediglich möglich Photovoltaik-Elemente einzeln zu produzieren. Der neue Produktionsprozess gestattet Fließbandmöglichkeiten.

„Vorteilhaft sind hier auch die vergleichsweise geringen Investitionskosten für eine Verteilungsinfrastruktur und vor allem die Tatsache, dass mit dem Solarstrom auch stabile Verbindungen mit dem Internet möglich werden. Damit verbessern sich sowohl die Chancen der lokalen Wirtschaft als auch die Bildungsmöglichkeiten vor allem von Kindern und Jugendlichen spürbar“, sagt  Prof. Hans-Jörg Bullinger von der Fraunhofer-Gesellschaft. Ziel ist es, leichte, preiswerte und flexible Photovoltaik-Elemente auf den Markt zu bringen. Diese lassen sich beispielsweise auf  Schultaschen montieren. In Gebieten mit unzureichender Stromversorgung lässt sich so trotzdem ein Notebook- Akku mithilfe von Sonnenenergie aufladen.

Finanziert wird dieses Projekt von der brasilianischen Regierung mit dem „Luz per todos“ – „Licht für alle“- Programm. „Luz per todos“ zielt auf den Ausbau der Stromversorgung und den Zugang zu modernen Kommunikationsmitteln unter Verwendung erneuerbarer Energien in abgeschotteten Ortschaften ab. Innerhalb von zwei Monaten wurde dieses Projekt aus dem Boden gestampft, nachdem der Brasilianer Bernard Schmidt den Fraunhofer Stand auf der Large-area, Organic and Printed Electronics Convention, LOPE C 2012 besuchte. Die brasilianische Siebdruck-Firma Cromotransfer gründete daraufhin das Tochterunternehmen Flexsolar um die Drucktechnologie auf dem Feld der Photovoltaik anzuwenden. Der Vertrag wurde am 3. Oktober 2012 in Joinville zwischen Flexsolar und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP unterzeichnet.

 

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