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ESM-Chef: In Griechenland kann es einen echten Wachstumsschub geben

Der neue Chef des ESM ist zuversichtlich bezüglich der Fortentwicklung der Schuldenkrise. Bei der Haushaltskonsolidierung „ist mindestens die Hälfte der Wegstrecke erreicht". Das Staatsdefizit in Spanien, Irland und Portugal gehe immerhin zurück. Auch ist er überzeugt, dass die EZB noch immer ihrer Aufgabe nachgehe und ihre Unabhängigkeit nicht auf's Spiel setze.

Lange ist der frühere EFSF-Chef, Klaus Regling, noch nicht im Amt. Am Montag erst gaben die Euro-Finanzminister den Startschuss für den neuen Rettungsschirm ESM und seitdem hat Klaus Regling seine Arbeit als erster Chef des ESM begonnen. In einem Interview mit der Zeit zeigt er sich angesichts der aktuellen Situation in der Eurozone äußerst optimistisch.

„Es ist schlicht falsch, dass es keine Fortschritte gibt“, sagte Klaus Regling überzeugt. In Irland, Portugal und Spanien steige die Wettbewerbsfähigkeit und das Staatsdefizit gehe zurück. „ Selbst Griechenland verzeichnet erstmals seit Mai 2010 einen kleinen Leistungsbilanzüberschuss“. So sei bei „der Haushaltskonsolidierung und der Wiedergewinnung der Wettbewerbsfähigkeit mindestens die Hälfte der Wegstrecke erreicht”. Wenn dieser Reformkurs fortgesetzt werde, „ist dieser Teil der Anpassung in zwei Jahren erledigt.”

Zwar habe Griechenland beispielsweise bei der Umsetzung der Reformen zu wenig getan, aber wenn mehr umgesetzt werden würde, „kann es einen echten Wachstumsschub geben. Ich gehöre nicht zu denen, die sagen, ein neuer Schuldenschnitt ist zwingend nötig“, so Regling.

Die Verbesserungen im Kampf gegen die Schuldenkrise mache sich auch bei vielen Investoren in Asien bemerkbar. „Ich war vor drei Wochen in Asien, und viele Investoren haben mir gesagt, dass sie weniger pessimistisch sind als noch vor einem halben Jahr.“ Es setze sich dort „allmählich die Erkenntnis durch, dass auf nationaler Ebene viel geschehen ist und wir auf europäischer Ebene über neue Instrumente verfügen.“ Zudem verteidigte der ESM-Chef die derzeitige Politik der EZB. Viele deutsche Kritiker gehen zwar davon aus, dass die EZB derzeit ihre Unabhängigkeit auf’s Spiel setze, er halte das jedoch für nicht sehr überzeugend“.

Kommentare

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  1. Lilly sagt:

    Dazu passt:

    “Wir gehen davon aus, dass Griechenland das Potenzial für einen der wichtigsten Goldproduzenten hat”, sagt Wrathall. “Es ist seltsam, dass Griechenland wegen der politischen Lage vor der Krise noch praktisch unerforscht ist. Moderne Explorations-Technologien sind in dem Land noch nie eingesetzt worden.”

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/rohstoffe/rohstoffe-goldrausch-in-griechenland/7247422.html

  2. John sagt:

    Und täglich grüsst das Murmeltier^^ Klaus Regling:
    Von 2001 bis 2008 war er Generaldirektor für wirtschaftliche und finanzielle Angelegenheiten bei der Europäischen Kommissionder d.h. er war der zuständige und Verantwortliche in Brüssel , der die griechische Finanzentwicklung zu überwachen hatte und sich dann mit den getürkten Zahlen abgefunden hatte“. Schon wieder wurde ein Bock zum Gärtner gemacht, kopfschüttel!“

  3. Andy sagt:

    Wow! Ich hätte auch gerne von dem Zeugs, das der raucht!
    Mir scheint, der Alte spricht im Fieber! (Um ein klassisches Zitat zu bemühen.)
    In Griechenland hat es noch nie einen Wachstumsschub gegeben und es wird ihn nicht geben.
    Falls es der Herr Regeling übersehen hat: Das ist ein Agrarstaat mit etwas Tourismus. Das Staatswesen völlig verlottert, Korruption und Nepotismus sind der Normalzustand, Gesetze existieren nur am Papier.
    Die Griechen haben bisher gar nichts von dem umgesetzt, was sie angekündigt haben. Ganz einfach, weil sie es nicht müssen! Sie bekommen ihr Geld weiterhin ohne Sicherheiten und ohne jede Bedingung geschenkt, können weitermachen wie bisher. der Herr Regeling teilt es aus.
    Zur Erinnerung: Nach dem Schuldenschnitt wird Griechenland am Ende des Jahres mit 318.000 Mio Euro Schulden dastehen. Diese verteilen sich auf 3,9 Mio Erwerbstätige, die diese Last zu Schultern haben. Macht 81.538.- Euro pro Kopf. Das zu derzeit gemittelt 7% Zinsen p.a. Also pro Kopf 5.707.- Euro Zinslast. Bei Durchschnitts-Jahresbrutto von etwas über 8.000.- Euro!
    Aber Herr Regeling meint, das ginge schon, es wird einen ungeheuren Aufschwung geben!
    Offenbar ist es für den Posten des obersten Politkommissars der Schuldenagentur der EUdSSR nicht erforderlich, auch nur die Grundrechnungsarten zu beherrschen.
    Wenn doch, dann siehe meinen ersten Satz…

  4. Alfons sagt:

    GR ist auf gleichem wirtschaftlichen Niveau wie der Jemen oder Marokko; nur im Bereich der Korruption ist GR führend.
    Da kann auch das wirre Gequake eines ehemaligen 5.-klassigen Hinterzimmer-Bürokraten die Realität nicht wirklich beeinflussen.

  5. rundertischdgf sagt:

    Es ist notwendig beim ESM mit Fragen bei unseren Abgeordneten immer wieder nachzufassen. Lasst kindisches Verhalten nicht durchgehen.

    http://rundertischdgf.wordpress.com/2012/10/11/liebe-volksvertreter-das-thema-esm-mus-weiter-hinterfragt-werden/

  6. AnnaDomini sagt:

    Sprechen die sich nicht ab? Sagten nicht soeben andere Ökonomen der Regierung, es werde mit GR nicht mehr besser?

  7. Carmen Fischer sagt:

    Ach ja, guter Witz, danke IWF, hab mal wieder lachen können.

  8. Lesefuchs sagt:

    …dass sie weniger pessimistisch sind als noch…
    Ich bin zwar krank, aber nicht mehr so krank!!! (Nur eben nicht gesund) Oh man….