Spanien will Geld von der EZB – ohne weitere Spar-Auflagen

Der Chef der OECD, Angel Gurría, fordert, die EZB solle Spanien auch ohne weitere Sparauflagen günstige Kredite zur Verfügung stellen. Die Zentralbank laufe sonst Gefahr, eine schizophräne Rolle einzunehmen.

Der spanische OECD-Chef Angel Gurría nennt das Verhalten der EZB vor dem Hintergrund eines möglichen spanischen Bailouts „schizophren“. Man könne von Spanien nicht verlangen, zuerst alle Maßnahmen der EU-Sparauflagen umzusetzen, um danach zusätzlich noch einen förmlichen Antrag für den Erhalt von Mitteln aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus zu erhalten, sagte Gurría in einem Interview mit dem Wall Street Journal.

„Spanien hat alle richtigen Maßnahmen bereits eingeleitet, wird aber von den Finanzmärkten bestraft“. Die Rating-Agentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit Spaniens erneut herabgestuft. Spanische Staatsanleihen haben seitdem nahezu Ramschwert. Die EZB hat letzten Monat bereits angekündigt, Staatsanleihen von EU-Ländern in unbegrenztem Umfang anzukaufen, falls notwendig. Daher solle Spanien ohne weitere Umwege Geld von der EU erhalten. „Den Marktteilnehmern muss versichert werden, dass die EZB nicht davor zurückschreckt“, sagte der Chef der OECD.

Spanien benötigt über 100 Milliarden Euro, um seinem Bankensektor aus der Klemme zu helfen. Da die Hilfsgelder der EU jedoch an strikte Sparmaßnahmen gekoppelt sind, zögert Madrid bei der Antragstellung. Umso vehementer fordern die Spanier nun die Rettung ohne Auflagen. Dass der OECD-Chef hier vor allem als Spanier sprich, ist die eine Sache. Dass er in seiner harschen Kritik an jene schlechten Schuldner erinnert, die besonders fordernd einen neuen Kredit einfordern, weiß jeder kleine Kreditsachbearbeiter in einer Bank.

Kommentare

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  1. Danieldurchschnitt sagt:

    So ist eben die Strategie, immer das doppelte von dem fordern, was man neulich noch ganz locker zugestanden bekommen hat. Der status quo wird auf jeden Fall gehalten und es gibt kein zurück. Das ist E U R O P A . Dreistigkeit schlägt Vernunft.

  2. emil michel sagt:

    Ja das waren Zeiten, als Mittel- und Südamerika und noch paar Andere, die spanischen
    Ruhekissen „freiwillig“ gepolstert haben.

    Schande, wo sind die Indios, Inkas und Phlippinos die haben doch immer geliefert?

    • jürgen sagt:

      Fahren sie doch mal nach Südamerika,dann werden sie sehen das eine hohe prozentuale Anzahl der Menschen dort Indianischer Herkunft sind.Wenn sie damit fertig sind , dann fahren sie in die USA und Kanada.Nichts -kaum etwas zu sehen von ihren Indios! Wer hat wo was geliefert???

  3. RicoCoracao sagt:

    OECD gehört wie Amnesty , Weltbank und IWF zur gleichen „Sippe“ . Ziel dieser Sippe ist eine Weltregierung und was man schon in einem Sack hat (z.B. Nationen der EU) will man nicht später nochmal mühsam einsammeln..

  4. widder sagt:

    Der nächste logische Schritt wird sein, dass sie es letztlich geschenkt möchten.

  5. Loreley sagt:

    Die EU ist ein ganz langer schwarzer Tunnel aber ohne das weisse Licht am Ende!

  6. bendix sagt:

    Um solchen schizophrenen Gestalten wie Gurria die Lieferung von Geld und Arbeitskraft zu verweigern, hilft nur noch Generalstreik und totale Arbeitsverweigerung.
    Der deutsche Dolog macht sich hier schon zum Oberaffe. Wenn keiner mehr wackelt, dann wackelt auch das Kartenhaus Deutscheuroland. Wenn in D noch einer was zu verlieren hat, dann nicht der, der immer fleißig wackeln geht. Für unsere Politikrümpfe
    ist die Arbeitskraft der deutschen einen Dreck wert, darum wird sie auch großzügig verschenkt. Wenn der Hamster im Rad nicht mehr rennt………………?