Merkel fordert Rücksicht für Länder, die „etwas langsamer sind“

Die Schuldenkrise erfordere eine größere fiskalische und politische Zusammenarbeit, betont Angela Merkel. Aber alle notwendigen Schritte hierfür würden so gemacht, dass „jeder mitmachen kann“. Schließlich sei es bei der Einführung des Euros nicht das Ziel gewesen, bei 17 Ländern zu bleiben.

Während Wolfgang Schäuble bereits über konkrete Schritte zur Zentralisiserung in der EU nachdenkt, erklärte nun Angela Merkel auf dem Deutschen Arbeitgebertag in Berlin, warum dies auch notwendig sei. So habe die Krise gezeigt, dass es einer stärkeren fiskalischen und politischen Zusammenarbeit zumindest in der Eurozone bedürfe. „Wir wollen die EU nicht spalten. Alles wird so gemacht, dass jeder mitmachen kann, der sich an zusätzlichen Maßnahmen beteiligen will”, zitiert Reuters die Bundeskanzlerin.

„Ziel bei Einführung des Euro war nicht, dass wir bei 17 Euro-Staaten stehen bleiben”, sagte sie. So könne die vertiefte Integration nicht bei den Fragen der Budgetüberwachung in der EU stehen bleiben. Dennoch bedeute die stärkere wirtschaftspolitische Koordinierung keine völlige Vereinheitlichung. Schließlich sollten die Länder ihre jeweiligen Wettbewerbsvorteile behalten.

Zudem lobte Merkel die Reformen in Portugal, Spanien und Griechenland. Denn auch, wenn es in Griechenland mit den Reformen langsamer vorangehe, als man es sich vorgestellt habe, so hat sich „im gesamten Denken doch etwas geändert”. Die Deutschen dürften nicht stetig auf die zeigen, „die etwas langsamer sind“.

Kommentare

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  1. Gautier Irgendwo sagt:

    Dann gehts mit der EU allerdings noch rasanter Bergab.

  2. demark sagt:

    Meine Güte, das Niveau von Merkel ist einfach unterirdisch. Sind wir denn in einem Kindergarten wo alle „mitspielen“ dürfen ? Genau diese, auch in der Bildung seit 30 Jahren bis zum Exzess betriebene Orientierung an den Schwächsten, ist absolut asozial. Gab es in der Weltgeschichte je eine so kollektive, fanatische und geradezu religiös anmutende Verblendung ?

  3. Loreley sagt:

    Wenn einem die Konsequenzen der eigenen Entscheidungen weitest gehens erspart bleiben lässt sich sowas sehr leicht sagen!

  4. Zahlmeister&Söhne sagt:

    Ich wüsste nicht, was Griechenland in Zukunft produzieren will, dass so eine Währung
    für Griechenland gerechtfertigt ist. Oder wollen die in Zukunft nur von Sonne und Wasser leben.

    • guantanamera sagt:

      Ist doch ganz einfach. Wir bringen die Währung gerade runter auf griechisches Niveau. Dann passt das schon.

  5. Loreley sagt:

    Sowas lässt sich leicht sagen wenn man das Geld anderer dafür ausgeben darf und in keinster Weise für die Dinge die man anrichtet haftet…

    Blau statt braun… das habt ihr nun davon!

  6. Otto sagt:

    Zeit ist Geld- unser Geld
    Durch die Exponentialfunktion in unserem Geldsystem steigen die Zinsen aber weiter und jemand muss diese Kosten tragen.
    Leider wurden wir dafür vorgesehen, also haben wir auch das Recht auf die Einhaltung der Verträge zu bestehen.
    Die Deutschen zeigen nicht nur auf die, die „etwas“ langsamer sind, sie arbeiten und bezahlen auch für diese Länder.
    Merkel hat uns doch in diese Situation gebracht durch Rechtsbrechung und Übergehen der No bailout Klausel.

  7. Rosa Galler sagt:

    Redaktion! Danke hab ihn gefunden. Manchmal seh ich sogar Verschwundenes!
    Entschuldigung :0)

  8. Max Re sagt:

    Hier wird hoffentlich eine Aufweichung der Sparanstrengungen vorbereitet, die die Krisenstaaten derzeit erdrosseln. Eine Analyse der Sparanstrengungen auf Basis neuerer Einschätzung der Wechselwirkungen mit der Wirtschaftsleistung findet sich hier:http://makrointelligenz.blogspot.de/2012/10/austeritatspolitik-bei-einem.html Einfaches Fortsetzen des bisherigen Kurses wäre eine dramatischer Fehler.

  9. Merkel wird in Stuttgart minutenlang ausgebuht sagt:

    http://www.youtube.com/watch?v=mQIkxvHluwk
    DANKE Stuttgart,danke!

    „Die Deutschen dürften nicht stetig auf die zeigen, „die etwas langsamer sind“.“
    Hat nicht diese Merkel die Griechen als „faul“ bezeichnet? Das werden die Griechen nie vergessen, gut so!