Angela Merkel: Geringverdiener von Altersarmut bedroht

Ein Absinken des Rentenniveaus würde Geringverdiener im Alter in die Grundsicherung zwingen. Zu diesem Schluss kommt nun auch Angela Merkel und schließt sich damit den Warnungen der Bundesarbeitsministerin von der Leyen an, die verstärkte Maßnahmen gegen Altersarmut fordert.

Nun warnt auch Angela Merkel vor dem Risiko, das von Altersarmut in Deutschland ausgeht. Sie gab zu bedenken, dass Stundenlöhnen von weniger als zehn Euro „bei einem späteren Rentenniveau von deutlich unter 50 Prozent trotz langer Erwerbstätigkeit nur zu einer Rente mit Grundsicherung führen“ würden. Dies sagte sie am Dienstag auf dem Arbeitgebertag in Berlin vor Unternehmern.

Zuvor hatte bereits Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen darauf hingewiesen, dass der demographische Wandel zu einem Rentenniveau von 43 Prozent führen würde. Nun hätte sich die Bundeskanzlerin der Argumentation von Von der Leyen „ausdrücklich angeschlossen“, heißt es aus dem Bundeskanzleramt dazu.

Es ist das erste Mal, dass sich Angela Merkel ein wenig auf die Seite von Usula von der Leyen schlägt und das Thema Rente aufnimmt. Zuvor wurde die Bundesministerin für ihre Vorschläge zur Rente von den Parteigenossen hart angegangen und musste zusehen, wie sich die SPD etwas geschickter die Rente als Wahlkampfthema einverleibte – neben dem Finanzmarkt-Aspekt, dem sich der neue Kanzlerkandidat Steinbrück verschrieben hat. Auch der versuchte Vorstoß von Von der Leyen, Selbstständige zur Altersvorsorge zu zwingen, um deren Rentenloch besser abzufedern, wurde bisher eher skeptisch gesehen, vor allem auch von dem Forschungsinstitut Ökonomie und Demographischer Wandel

Wie schlecht der Zustand des deutschen Rentensystems ist, zeigte sich zuletzt im aktuellen Melbourne Mercer Global Pension Index 2012. Hier war Deutschland weltweit gesehen lediglich schlechtes Mittelmaß. Bezogen auf die zukünftige Rente der deutschen Staatsbürger ist auch der angebliche Fachkräftemangel durchaus ein Thema. Doch statt die Ausbildung der Jugendlichen in Deutschland dahingehend zu verbessern, setzte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in den letzten Monaten eher auf die Rekrutierung von ausländischen arbeitslosen Fachkräften.

Kommentare

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  1. Dagmar Fiedler sagt:

    Oh ja , ich bin immer auf Arbeit gegangen,war von früh 3.00Uhr-17.00 Uhr als Fleischerin und Verkäuferin tätig.Habe 3 erwachsene Kinder und muß sagen Deutschland läßt uns schon im Stich.Durch eine lange Krankheit seit 2008 bin ich in einer Schulung über Hartz IV.Arbeit werde ich keine mehr bekommen mit 59 Jahren aber Hartz Vi bekomme ich auch nicht ab März weil ich seit 1 Jahr mit einem Mann zusammenwohne.Ich bin nun auf Almosen angewiesen den ich kann ja nicht sagen Du mußt für mich sorgen.Die Miete und meine Lebenshaltungskosten jeweils zur hälfte würde ich gerne selber zahlen.Ich würde auch für keinen anderen Mann zahlen solange ich nicht weiß ob wir zusammenbleiben.Ich bin ja noch nichtmal von meinen Mann geschieden und soll mir nur wegen des Geldes einen anderen ans Bein nageln.Das finde ich nicht in ordnung.Ich suche schon lange Arbeit bin auch noch nie Arbeitslos gewesen vor 2008.Immer bin ich der Arbeit hinterher gezogen.Schade was Ihr aus uns macht.Bitte last die Rente nicht so stehen.Gebt lieber der Jugend Arbeit damit die was lernen sonst kommen die auf dumme Gedanken , wir sehen doch wohin das führt.Wacht entlich mal auf und setzt Euch eine Brille auf wo man alles sieht was HIER in DEUTSCHLAND passiert.Ich bin eine Mutter die auf Ihre Kinder immer stolz war.
    s gibt so viel Menschen die mit 60 Jahren schon so kaputt sind und nicht wissen ob sie die Rente noch erleben werden.Schnallt den da keiner da in Berlin!

  2. Schwarzkäppchen sagt:

    Ein so süffisantes Lächeln zu einem solchen Thema?

    Welche Gedanken gehen ihr in diesem Moment durch den Kopf? Oder war die Bilderauswahl hier nur ein wenig unglücklich?

    Die meinen das allesamt nicht so, wie sie es nun ein Jahr vor der Wahl sagen. Den meisten hilft das Gelaber eh nicht (mehr), denn vom Reden allein ändert sich rein gar nichts.
    Es ist ja schön, dass Frau Merkel das feststellt und sich „ein wenig auf die Seite von Frau von der Leyen“ schlägt. Doch ein Mindestlohn wird weiterhin NICHT realisiert.

    Also entweder anpacken und durchziehen oder einfach stille schweigen. Aber so viel Verlogenheit ist beinahe schon sträflich!

  3. DK_Jule sagt:

    nicht der demographische Wandelt senkt automatisch das Rentenniveau auf 43%, sondern die Rentenreformen der Vergangenheit. Andere Länder beweisen, dass man ein intelligentes Rentensystem konstruieren kann, dass alle Arbeitnehmer vernünftig absichert, die wenigstens irgendwie mitgemacht haben am Arbeitsmarkt und sei es auch nur Teilzeit oder mit Unterbrechungen wg. Arbeitslosigkeit oder weil man nur ne schlechte Stelle temporär bekam.

    Hierfür würden verschiedene Möglichkeiten zur Vfg. stehen. Im Endeffekt darf man ein Rentensystem im „Sturm der Globalisierung“ und Automatisierung/Rationalisierung/sinkendem Arbeitsvolumen und sinkenden Wachstumsraten sowie in Finanz/Wirtschaftskrisen NICHT allein an Voll(zeit)beschäftigung ausrichten, wie es DE immer noch macht.

    es gebe verschiedene Möglichkeiten:

    Schweiz: hier wird intern mehr umverteilt, es gibt nämlich gedeckelte Maximalrenten und auf der anderen Seite angehobene Mindestrenten (80% des letzten Einkommens für Geringverdiener) , kein Beamtenpension zusätzlich, sondern alle sind in einem System, auch gibt es keine Beitragsbemessungsgrenzen und ALLE Einkommensarten sind berücksichtigt, nicht nur Arbeitseinkommen.

    Niederlande: eine Basisrente von 1100 Euro gilt für jedermann und Frau, auch für Frauen die nur Teilzeit gearbeitet haben, lange Kinder erzogen haben etc. Hinzu kommen Betriebsrenten die obligatorisch sind und – wer hat- noch weitere Zusatzrenten freiwillig. Im Endeffekt sind aufgrund der Höhe der Basisrente zumindest all jene bessergestellt, die z.B. wie viele Frauen nur schlecht bezahlte Stellen fanden, nur Teilzeit arbeiten konnten etc…. hier ist also eine Umverteilung zugunsten von Geringverdienern, die meistens Frauen sind.

    DE hingegen lässt einen Großteil der Frauen nachher in Altersarmut fallen, weil das Rentensystem hier zu sehr auf Vollzeiterwerb ausgerichtet ist — das ist aber immer unrealitstischer wg. Automatisierung, Rationalisierung, technischem Fortschritt, Prekarisierung und Minijobs…

    andere Länder sichern auch diese Geringverdiener/Innen besser ab.

    DE ist auch leistungsfeindlich geworden: nur mal angenommen nachher würden tatsächlich alle mit Einkommen bis 2500 Euro Brutto (36-39% der Arbeitnehmer) nur noch Hartz als Rente bekommen: warum sollte jemand noch solche Berufe lernen? Warum sollten die noch Vollzeit arbeiten, wenn eh Hartz IV droht? Warum sollten die noch in DE arbeiten anstatt dahin auszuwandern, wo es noch anständige Renten und steigende Löhne gibt?

    DE honoriert arbeiten nicht mehr, sondern macht daraus eine Tätigkeit für Deppen. Immer mehr Junge Menschen wollen deshalb nur noch BWLer oder Beamter werden – weil alles andere sich nachher zu wenig in DE lohnt.

    so funktioniert Gesellschaft aber nicht – wir brauchen auch Krankenschwestern, Handwerker und andere. Zumindest deren Altersversorgung muss so sein, dass sie ein normales Alter ermöglicht. Wenn DE politisch dazu nicht in der Lage ist, wird es immer mehr Leute aus dem Land treiben. Meine Schwester erzieht ihre Kinder bereits so, dass diese nachher auswanderungsbefähigt sind, so dass diese notfalls global nachher arbeiten und leben können, falls es in DE zu schlecht wird.

    Das zeigt schon, dass das System, so wie es sich entwickelt einfach nicht mehr tragbar ist.

  4. Germane sagt:

    Ihr habt es (oder wollt es) nicht MERKEn?! Die Regierung und alle Politiker sind nicht für das Deutsche Volk!! Wir sind NICHT SOUVERÄN!! Folglich Resultiert daraus, egal welchen Politiker oder Partei oder Kanzler Ihr Wählt, es immer Volkes Feind.
    Bei unter 10,-€ Stundenlohn droht nicht nur Altersarmut, wer rechnen kann wird dann beim rechnen merken das Ihm bei so einem Lohn die Unkosten weglaufen und man immer mehr in Minus kommt!!! Automatisch und sich auch dann Natürlich die Zinsspirale immer schneller dreht!!

  5. Tacheles sagt:

    Diese Pharisäerin,
    die Geringverdiener gehen der €DU und €SU doch schon immer am A vorbei.

    Wenn´s nach ihnen ginge sollte man jeden deutschen Bürger zu einem Geringverdiener machen.

    Die Einführung des Euros war der erste Schritt in diese Richtung.

  6. hugin sagt:

    ANGELA IM BILD
    Hat Angie eine Schlankheitskur gemacht ? Oder sind die Sorgen um den Euro schuld am Gewichtsverlust ?

  7. spätrömisch-dekadenter tafelgourmet sagt:

    Es geht ganz einfach.

    Her mit einem Gesetz auf ein RECHT auf existenzsichernde Arbeit.

    Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken.

    Gutes kann niemals aus Lüge und Gewalt entstehen.

    Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.

    alle Mahatma Gandhi

  8. annadomini sagt:

    Nicht allein der Mindestohn ist mehr als notwendig, wir benörigen Renten, die nicht nur 43% betragen. In GR gibt es 100%. Und wie sieht es in anderen Ländern aus? In Finnlnd gibt es Mindestrente von 1.200€. Geben scheint der Merkel seliger denn Nehmen, Die nimmts nur dummerweise vorher von UNS.

    • Tacheles sagt:

      Sehe ich genau so.

      In Frankreich gibt eine Durchschnittsrente von 1600 Euro. In Deutschland nur von 1000 Stück der Einheizwährung.