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ESM soll Schuldenerlass für Griechenland finanzieren

Der IWF will ohne einen zweiten Schuldenschnitt kein weiteres Geld für die Rettung Griechenlands zur Verfügung stellen. Weil die EZB jedoch keine Anleihen abschreiben will, soll Griechenland nun mit Geld aus dem ESM Statsanleihen von privaten Investoren zurückkaufen und so Schulden abschreiben.

Mehrmals betonte der IWF in den vergangenen Wochen, dass man sich nicht an der nächsten Tranche für Griechenland beteiligen werde, wenn die europäischen Länder nicht zum Schuldenabbau in Griechenland beitragen. Die Idee, dass die EZB die gekauften griechischen Anleihen abschreibt, stieß jedoch auf heftigen Widerstand. Es würde hohe Verluste für die EZB nach sich ziehen und das Mandat der Zentralbank würde verletzt werden.

Nun wird beim EU-Gipfel eine andere Möglichkeit für einen zweiten Schuldenschnitt im Falle Griechenlands diskutiert. Der Plan sieht vor, dass Griechenland durch den Rückkauf von Anleihen seine Schulden senken könnte. So sollen private Gläubiger dem griechischen Staat ihre gehaltenen griechischen Anleihen zu einem günstigeren Preis wieder verkaufen. Die Anleger könnten sich damit aus Griechenland zurückziehen und Griechenland soll die zurückgekauften in voller Höhe des ursprünglichen Wertes (100% des nennwertes) von der Gesamtverschuldung abziehen können,sagten zwei EU-Beamte dem WSJ. „Es handelt sich um eine freiwillige Übung“, so einer der Beamten.

Allerdings gibt es bei diesem neuen Plan einige Hindernisse. Damit ein wirklich effektiver Schuldenschnitt erreicht werden kann, müsste Griechenland eine sehr große Menge dieser Anleihen zurückkaufen und würde entsprechend große Geldmengen für den Rückkauf brauchen. Das Geld aus der Privatisierung von staatlichen Eigentum eignet sich hier nicht. Einerseits läuft die Privatisierung nur schleppend und andererseits sind die dadurch erlösten Gelder schon in den Auflagen des Rettungspaketes verplant. Demnach müssten die anderen Euroländer Griechenland weiteres Geld zur Verfügung stellen, um den Rückkauf zu ermöglichen – beispielsweise über den ESM. Doch das stößt noch immer auf Widerstand in Deutschland und anderen Gläubigerländern.

Ein weiteres Hindernis liegt in der Umsetzung selbst. Die Rückkäufe griechischer Anleihen müsste öffentlich gemacht werden. Dies würde womöglich zu einer Wertsteigerung der Anleihen führen und somit den Gewinn, den Griechenland durch den Rückkaug machen könnte, schmälern. Ende September prüfte Griechenlands Schuldenagentur einen solchen Vorgang, in dem sie in einem kleinen Umfang von 100 Millionen Euro Staatsanleihen zurückkaufte – zu 20 Cent des Nennwerts der Anleihen. Allein die Erwartung der Märkte, ein weiterer Rückkauf dieser Art könnte folgen, ließ den Wert der griechischen Anleihen in den vergangenen Wochen immens steigen.

Kommentare

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  1. Spectateur sagt:

    Die guten, netten, lieben, hilfsbedürftigen aber leider etwas moralisch verkommenen, verlogenen und verzogenen Griechenkinder werden Frau Merkel doch noch zum Offenbarungseid zwingen. Ab 6. November endet die Stilhaltephase für den US-Wahlkampf.

    „Ich rechne nicht mit einem griechischen Staatsbankrott……es wird keinen Grexit geben….wir wollen, dass Griechenland im EURO bleibt……unsere griechischen Freunde……“

    Ja solche Freunde wie die Griechen wünscht sich jeder (jetzt auch in Bayern), privat (dann ist er bald pleite), geschäftlich (ebenfalls schnell pleite) und in Europa (geht ebenfalls an GR pleite). Ist sie nicht toll, die kraftlos gipfelnde BK’in, welcher der französische Neu&Nimm-Grieche Hollande jetzt die BankenRETTUNGSunion abgetrotzt hat, ab 2013? Dieses ganze hohle Gewäsch zu den guten Griechen wird dann Geschichte sein, Griechenlands Schulden direkt oder via EZB an Deutschland hängen. Die verpfändbaren, strategischen, griechischen Sachwerte ÖL und Gas werden erodiert sein, an Nicht-EU-Konsortien vergeben und zur Schuldentilgung einfach vergessen und unter den Tisch gekehrt sein. Und der Mehr-Peer und alle rotgrünen mehr&mehr Soli-Sozis werden dazu frenetisch klatschen, mehr&mehr Lost Bail-out Money für GR, EU, ESM, EZB, PIGS ……. u.v.a.m……. Das einzige Problem: Die Geldvermehrung im ESM und anderswo. Aber der Obertrickser Schäuble hat mit der EU-Kommission schon die Hand in der Schublade mit dem geheimen, alternativlosen EU- und ESM-Vertrags- sowie EZB-Statuten-AUSHEBELUNGSMECHANISMUS. Der muss nur noch in Kraft gesetzt werden, natürlich ohne das Feige(n)Blatt Deutscher Bundestag, dann geht’s ab ….. rettet die Griechen ….. rette sich wer kann.

  2. BernhardundBianca sagt:

    Herrllichhhh. die Volksverdummung geht weiter. Wer ist denn noch großartiger privater Gläubiger? Die meisten privaten Gläubiger haben sich schon lange ihrer griechischen Anleihen entledigt und der „Schrott“ liegt bei staatlichen Institutionen/Banken – für die wir Steuerzahler gerade stehen. Nun könnte es für manch privaten Gläubiger wieder finanziell interessant werden, schließlich kann man mit dem Modell Geld verdienen, da der Trick mit dem ESM (Steuerzahlergeld und Steuerzahlerhaftung) für Privatinvestoren (in der Regel Privatbanken) lukrativ ist – jetzt günstig kaufen, dann vom Steuerzahler (über den Umweg ESM/EZB) teuerer abkaufen lassen.

    Die gößten Eurolügen gibt es hier (viele sind noch gar nicht so alt…): http://www.wiwo.de/politik/europa/schuldenkrise-die-zehn-groessten-euro-luegen/6987602.html#image

  3. Lilly sagt:

    Dass Griechenland „so oder so“ weiterhin mit Finanzspritzen versorgt wird, pfeiffen schon lange die Spatzen von sämtlichen Euro-Dächern.

    „Griechenland bekommt Geld – so oder so

    … Seit Wochen zeichnet sich ab, dass Athen vier verschiedene Finanzprobleme hat. Jedes einzelne davon lässt sich nur mit viel gutem Willen aller Beteiligten lösen. In der Kombination aber könnten sie tödlich sein.“

    http://www.welt.de/wirtschaft/article110072771/Kombination-der-Finanzprobleme-koennte-toedlich-sein.html

  4. saito sagt:

    Nicht vergessen: Die Griechen haben große Lagerstätten von Gold, Öl und Gas.
    Sie könnten damit alle Schulden bequem bedienen.

    Bequemer ist es natürlich, die Schulden von den dummen Steuerzahlern in der EU bezahlen zu lassen und danach weiter fröhlich und sorgenfrei zu leben.

    mit freundlichen Grüßen

  5. Elisabeth Wehmeier-Püthe sagt:

    „Private Gläubiger“ – da hat man sich wohl nicht getraut das Kind beim Namen zu nennen:

    Die Banken!

    Dieses herumeiern mit dem griechischen Schuldenberg ist pure Verzweiflung. Chaos, Chaos, Chaos, Chaos.

    Sie wollen hauptsächlich an die Ersparnisse der Deutschen und suchen nach einer hübschen Verpackung – das ist alles.

    Aber was, wenn nichts mehr zu holen ist? Deutschlands Pleite ist beschlossene Sache, unsere eigenen Politiker arbeiten bewusst daran mit. Aber was dann, mit Griechenland und Co? Dann fallen sie alle dahin zurück, wo sie vor dem EU-Beitritt waren vor Jahrzehnten waren. Sie fallen auf den Boden der Tatsachen – ihrer tatsächlichen Leistungsfähigkeit und können nur noch von dem leben, was sie selber erwirtschaften – so wie es sein soll.

    Das süsse Leben auf Pump mit den Ersparnissen anderer hört dann auf. Man will aber die „reichen“ Länder mit nach unten ziehen, so weit es geht denn Missgunst und Neid sind keine typisch deutschen Eigenschaften wie es immer heißt, das gibt es überall wo Menschen sind.

    • Unrechts-Populist Nr.1 sagt:

      und dann werden alle für die wertlosen Papierschulden abgetretenen & verbürgten Sachwerte dauerhaft übernommen:
      Infrastruktur, Immobilien, Firmen, Fabriken, Bodenschätze, Sachwerte, know-how
      und daran gekoppelt die Arbeitskraft der (gezwungenermaßen) Fleißigen.
      Dies werden dann dauerhaft beherrscht von GoldmanSucks & Co und ihren Befehlsempfängern in der VoKa.
      Und sie können sich nicht mehr wehren, denn sie werden dauerhaft diszipliniert
      durch die bald etablierte Mehrheit, die leicht zu lenkenden Alimentationseliten.
      Teile und herrsche, schüre berechtigte Angst, biete Lösungen (Machterhalt) an
      und verrate dein Volk zum Erhalt von Macht und Pfründen!
      Sozialdämokratie auf breiter Front!

  6. tomorrow sagt:

    @ (Admin) via Redaktion

    Die Unterteilung der Kommentare in mehrere Abschnitte, ist keine wirklich gute Idee gewesen. Ich denke, sie haben das bereits eingesehen und werden sich bald davon verabschieden. Mit meiner Idee, die Kommentare zu nummerieren, mache ich hiermit noch mal so etwas wie einen Vorschlag, als wäre es irgendwie nötig oder sinnvoll.

    FLG, tomorrow

  7. EU-Diktatur sagt:

    Etwas anderes war vom EU-Regime, welches im Dienste der Bilderberger, Goldmans+Morgans steht, doch nicht zu erwarten! WER bitte ist ob dieser Meldung wirklich überrascht?