ESM: Nicht genug Geld für Euro-Rettung

Die Regierungen wollen versuchen, den Hilfsbetrag für ein weiteres Bailout an Spanien auf höchstens 100 Milliarden zu begrenzen. Am besten gerade so viel, dass es reiche, die EZB zum Anleihenkauf zu bringen, so ein Beamter. Sie hoffen dadurch, ihre eigenen Parlamente zu einer Zustimmung zu einem neuen Rettungspaket bewegen zu können.

Die Milliarden, die Spanien möglicher Weise mit einem neuen Bailout braucht, beunruhigen die Euro-Regierungen zunehmend. Ist doch die Schlagkraft des ESM noch begrenzt auf 500 Milliarden Euro und Zypern, Griechenland und womöglich bald Italien stehen schon in der Warteschleife. Daher versuchen sie nun, die Höhe eines möglichen Bailouts für Spanien so gering wie möglich zu halten, so ein leitender Beamter zum WSJ.

Wenn die EZB damit beginnt in angeblich unbegrenztem Maße Anleihen von Spanien zu kaufen, muss ein offizielles Bailout beantragt werden, bei dem sich Spanien zu notwendigen Maßnahmen verpflichtet. Um die Kosten für die Regierungen der Eurozone möglichst gering zu halten, soll demnach versucht werden, dass potentielle Rettungspaket für Spanien auf unter 100 Milliarden zu begrenzen, so der Beamte. Dann würde die EZB mit dem Kauf der Anleihen beginnen und dadurch den Löwenanteil für Spaniens „Rettung“ zahlen – ganz im Sinne der Währungsstabilität, versteht sich.

Die von Spanien selbst angepeilte Kreditlinie, die das Land beim ESM nur abruft, wenn es notwendig ist, käme den Gedanken der Regierung sehr nahe und ist auch im Sinne der spanischen Regierung, da sie versucht, die Bedingungen für ein Bailout möglichst gering zu halten. Die Regierungen spekulieren mit dieser kleinen Lastenverteilung zu Lasten der EZB auch, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die nationalen Parlamente ein entsprechendes Rettungspaket für Spanien gewähren. Die Idee, einen Teil des Banken-Rettungspaketes für ein zweites Bailout zu nutzen (hier), spielt in diese Überlegungen ebenfalls rein, so der Beamte.

Kommentare

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  1. squarepusher sagt:

    Der Albtraum Europa ist Wirklichkeit geworden. Das sehen mittlerweile schon die einfachsten Menschen, die einem, angesichts des Zahlenspiels erklären, dass sie den Absturz befürchten. Aber viele stehen (noch) für eine Rettung, weil sie „glauben“, dies habe keine oder kaum irgendwelche Folgen für sie. Welch‘ Irrtum! Dem ganzen Kasperletheater kann man nur entrinnen durch den Austritt, ein und für allemal. Nur die politischen Betonköpfe wollen das nicht. Dabei braucht man zu den einzelnen Finanzdaten aus den Südländern keine grossen Gedankenspiele mehr zu unternehmen, Ob dies so oder so kommt oder welche Folgen daraus erwachsen ist mittlerweile wurscht.
    Der Süden ist pleite und Brüssel wird es akzeptieren müssen, Geld hin, Geld her. Zu retten ist da nichts mehr, es sei,man versucht noch einnal in die Trickkiste zu fassen, um die Situation „danach“ für die Nordländer zu verbessern.

  2. Lilly sagt:

    „Für die Euro-Rettung via Gründung der „Vereinigten Staaten von Europa“ im Blitzverfahren degradieren Schäuble, Merkel und deren politische Widersacher Parlamente und Bürger zu Statisten herab. Derweil werden dem Norden weiterhin Milliarden entzogen und in Griechenland versenkt.“

    http://www.wiwo.de/politik/europa/bettina-roehl-direkt-derzeitiges-europa-gleicht-fass-ohne-boden/7286900.html

  3. Ariovist sagt:

    Jede weitere „Rettung“ treibt uns alle noch weiter in die Fänge der Hochfinanz! Wir verschulden unsere Enkel und Urenkel anstatt uns zu bemühen, dem Treiben der Hochfinanz ein Ende zu setzen. http://www.antikap.de/downloads/gottfried_feder.pdf

    • Plattfuss sagt:

      Welche Schulden meinen Sie denn? Banken kreieren das Geld aus dem Nichts. Dieses wird dann verliehen, und man fordert echtes Geld plus einen Zinsbetrag zurück. Dies funktioniert nur, weil wir alle es mitmachen!

      • FDominicus sagt:

        Freuden des Papierzwangszahlungsmittelsystems. Aber das interessiert ja als Letztes die Politiker und Banker. Denn Papiergeld heizt ja so schön, speziell heisse Blasen sind ein untrügliches Kennzeichen für das „Funktionieren“. Oder kurz: Der Wahnsinn hat durchaus Methode.

  4. Landshark sagt:

    ESM = echte Gefahr für Demokratie !
    .
    Aus der Wirtschaftswoche.

    „Der Hilfsfonds ESM solle niemals für vergangene Bankschulden einstehen, so Kanzlerin Merkel in der vergangenen Woche. In Irland sorgte das für einen Schock. Rasch erklärte Merkel das Land nun zu einem „Sonderfall“. “

    Hier der Artikel:
    http://www.wiwo.de/politik/ausland/sonderfall-merkel-beschwichtigt-sorgen-um-irland/7282918.html

    Lauter Sonderfälle…

    Rettet die Banken !
    Scheiss auf den Pöbel !

    Schönen Tag noch
    Landshark

  5. Leopold sagt:

    Immer nur die anderen sollen zahlen. Das Staatsbudget wird sauber gehalten. Die Schulden entstehen bei ESM oder EZB. Diese versuchte Anonymisierung der Schulden durch Brüssel bringt aber die EU auch nicht weiter bzw. weg von ihrem Schuldenproblem. Diese EU ist eine riesige Augenwischerei!

    • Peter G. sagt:

      Augenwischerei? Es kommt ausschließlich darauf an, wer am Schluss zahlt, und ich denke, das ist bereits jetzt festgelegt.